Wasserbedarf ermitteln

Blumen gießen: Warum Sie es besser morgens tun sollten – und wie viel die Pflanzen benötigen

  • Jasmin Pospiech
    vonJasmin Pospiech
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Pflanzen im Beet müssen regelmäßig gegossen werden. Doch wie viel Wasser benötigen Sie wirklich und wie oft? Mit einer einfachen Faustformel finden Sie es heraus.

München – Manch ein Gärtner greift hierzu auf kostbares Leitungswasser zurück, um jungen Saaten und frisch gepflanztem Gemüse zu einem guten Start zu verhelfen. Denn vor allem jungen Pflänzchen fehlt ein tiefgründiges Wurzelnetz, mit dem sie nach Feuchtigkeit in unteren Bodenschichten tasten können.

Und im Gemüsebeet gilt generell: Selbst, wenn Pflanzen eine Durststrecke überleben, reiche und schmackhafte Ernte liefern die meisten Arten nur, wenn der Wasserhaushalt während des Wachstums einigermaßen ausgeglichen war. Deshalb vergeht kein Jahr, in dem Gärtner nicht mit zusätzlichen Wassergaben eingreifen. Und der Eindruck täuscht nicht: Tatsächlich haben die Extrem-Wetterlagen in der jüngsten Vergangenheit zugenommen – Starkregenphasen ebenso wie Trockenperioden.

Blumen gießen: Leitungs- oder besser Regenwasser?

Bio-Gärtner versuchen jedoch stets, so wenig Trinkwasser aus der Leitung zu zapfen wie möglich. Etwa, indem sie Regenwasser sammeln. Das ist ohnehin die pflanzenfreundlichste Variante, weil es angenehm weich und stets wohltemperiert ist. Frisch aus dem Hahn versetzt das Wasser den Pflanzen an heißen Tagen dagegen einen regelrechten Kälte-Schock. Außerdem reichern sich im Regen weder Nitrat noch Chlorid oder Phosphor an. Dass er leicht sauer ist, schadet Gartenpflanzen nicht.

Deshalb bietet es sich an, mehrere Sammelbehälter aneinander zu reihen und sie über lange Schläuche zu verbinden. So laufen nach und nach alle Tonnen voll und nur wenig Wasser geht an die Kanalisation verloren.

Blumen gießen: So oft sollten Sie Ihren Pflanzen Wasser geben

Im Frühling und Herbst kommen die meisten Pflanzen im Beet ohne zusätzliches Wasser aus. Wenn es allerdings wärmer ist, sollten Sie diese einfach beobachten. Meist signalisieren sie schnell, wenn sie durstig sind. Auf diese Merkmale sollten Sie achten:

  • Krümelige, rissige Oberflächen
  • Verblasste Farbe
  • Pflanzen mit hängenden Blüten oder Halmen

Wenn die Pflanzen Trockenheit anzeigen, sollten Sie es dennoch nicht gleich mit dem Gießen übertreiben. Stattdessen mögen es die meisten Pflanzen am liebsten, ein- bis zweimal pro Woche mit reichlich Wasser versorgt zu werden. Achten Sie aber darauf, dass es bis zu den Wurzeln im Boden vordringen kann. Als Faustformel gilt: Ist der Boden etwa 15 Zentimeter tief durchfeuchtet (etwa zehn bis 20 Liter pro Quadratmeter), sind alle Wurzeln gut mit Wasser versorgt. Versickert das Wasser beim Gießen nicht und staut sich sogar an der Bodenoberfläche, ist er gesättigt.

Blumen gießen: Das ist der perfekte Tageszeitpunkt – und wie Sie richtig wässern

Der beste Gieß-Zeitpunkt ist morgens. Der taufeuchte Boden nimmt das Wasser gut auf. Außerdem kann das Laub im Laufe des Vormittags abtrocknen. Wird dagegen abends gegossen, gehen die Pflanzen nass in die Nacht. Das fördert Pilzkrankheiten und lockt Schnecken.

Wer nur den Wurzelbereich der Pflanzen wässert, statt flächig das Beet zu überbrausen, verschwendet nichts. Bei größeren Einzelpflanzen lohnt ein Gießwall aus Erde um den Wurzelbereich. Er lenkt das Wasser dorthin, wo es gebraucht wird.

Weil ausgetrockneter Boden weniger Wasser aufnehmen kann als leicht feuchter, empfiehlt sich dieser Gieß-Trick: Die Erde kurz angießen, 10 bis 20 Minuten warten, dann richtig wässern. Die Brause einer Gießkanne bekommt fast allen Pflanzen besser als ein harter Schwall aus dem Wasserschlauch. Am wichtigsten ist die sanfte Dusche aber für frische Saaten oder junge Keimlinge, damit Samen nicht verschwemmen oder zarte Sprosse knicken.

Pflanzen in Töpfen und Kübeln leiden schneller Durst als die im Beet. Schließlich können sich ihre Wurzeln nur begrenzt ausbreiten. Außerdem greift der Wind von allen Seiten an. Um ihnen dürre Zeiten zu ersparen, wählen Gärtner möglichst große und glasierte Gefäße, die viel Feuchtigkeit speichern und wenig entweichen lassen.

Übrigens: Wollen Gärtner genauer über die Qualität ihres Brunnen- oder Leitungswassers Bescheid wissen, kann die Analyse entweder ein Labor übernehmen oder man führt die Untersuchung selbst durch. Um herauszufinden, ob das Wasser unbedenklich zum Gießen ist, genügen in der Regel Do-it-yourself-Tests aus dem Tierfachhandel. Entscheidend ist die sorgfältige Probennahme in sterilen und mehrfach mit Testwasser gespülten Glasflaschen.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

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