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Blaue Blumen: Deswegen macht sich die Blütenfarbe in der Natur so rar

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Von: Anna Katharina Küsters

Blaue Blüten sehen Gartenfreunde äußerst selten. Das hat einen Grund, denn die Pflanzen müssen Ressourcen sparen. Hoch im Gebirge finden sich noch einige blaue Blumen.

Bayreuth – Die Farbe Blau ist im Blütenreich sehr rar. Natürlich kennen viele den blauen Enzian, doch wer aufmerksam durch den Garten läuft und beim Spazierengehen rechts und links vom Wegesrand sucht, der findet nur selten blaue Blütenblätter. Falls doch, sind es in der Regel gezüchtete Zierpflanzen, die blaue Blüten hervorbringen. Ein Forschungsteam der Uni Bayreuth hat nun Gründe für dieses Naturschauspiel gefunden.

Blaue Blumen: Deswegen ist die Blütenfarbe in der Natur so selten

Blaue Blüten sind selten, aber dass das menschliche Auge gerade mal sieben Prozent aller Blütenpflanzen weltweit als blau wahrnimmt, erstaunt dann doch. Entdecken Gärtnerinnen und Gärtner blau blühende Pflanzen wie etwa Traubenhyazinthen, dann sind das meist Zierpflanzen*. Laut dem Forschungsteam der Uni Bayreuth müssen Gartenfreunde dabei aber zwischen den verschiedenen Bestäubungsarten der in Europa heimischen Arten unterscheiden. Denn Pflanzen, die von Wind und Regen bestäubt werden, sind in der Regel niemals blau. Die Blüten von Pflanzen, bei denen die Bestäubung über Insekten und Vögel abläuft, erscheinen Menschen hingegen häufiger blau.

Die Professorin für Störungsökologie und Leiterin des Teams, Dr. Anke Jentsch, vermutet dahinter eine evolutionäre Entwicklung bei der die Farbwahrnehmung von Bestäubern wie Bienen im Laufe der Jahrhunderte maßgeblich dazu beigetragen hat, welche Pflanzen dauerhaft überleben und sich vermehren.

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Blaue Blumen: So machen Blüten auf sich aufmerksam

Das oberste Ziel von Pflanzen und Tieren ist immer die Vermehrung. Pflanzen versuchen mit ihren Blüten also möglichst viele Vögel und Insekten anzulocken, um die Chance auf eine Bestäubung zu erhöhen. Schon länger ist klar, dass auf Tiere dabei andere Farben anziehend wirken als auf Menschen. So nehmen Bienen besonders gut Farben aus dem ultravioletten Bereich wahr, wohingegen Rot auf sie weniger ansprechend wirkt. Blau liegt ihnen also gut und zieht sie magisch an. Doch das stellt die Forschenden vor ein Problem, denn mögen Bienen besonders gerne Blau, wieso ist dann nicht die Mehrheit der Blüten so gefärbt?

Eine mögliche Erklärung ist, dass der Aufwand, blaue Blüten zu produzieren, sich für die meisten Pflanzen nicht lohnt. Wachsen sie in gemäßigten Gegenden, in denen es viele Insekten gibt, ist der Konkurrenzkampf um die Bestäuber geringer. Die Herstellung des blauen Farbstoffs in den Blütenblättern ist für die Pflanze aber sehr aufwendig, der Gewinn für die Pflanzen an solchen Orten jedoch im Vergleich recht gering. Nur in höheren Lagen, zum Beispiel im Gebirge, ist der Kampf um Bestäuber rauer. So hoch oben gibt es weniger Insekten, die Pflanzen müssen also auffallen und investieren evolutionär gesehen in die Produktion des blauen Farbstoffs.

Blaue Blumen: Das ist für die Pflanzen wichtig

Abschließend halten die Forschenden fest, dass blau blühende Pflanzen nicht nur extrem selten sind, sondern auch durch den Menschen häufig bedroht sind. Das liegt unter anderem an folgenden Aspekten:

Es lohnt sich also allemal, einen naturnahen Garten zu betreiben und die Blumenwiesen einfach stehenzulassen. Denn je mehr Lebensraum Tiere und Pflanzen erhalten, desto größer bleibt die Artenvielfalt allgemein. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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