1. 24garten
  2. Mein Garten
  3. Gärtnern

Biotopbäume: Deshalb sind diese Art von Bäumen so wertvoll für die Umwelt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Joana Lück

Toter Baum an einem Moorsee. (Symbolbild)
Biotopenbäume sind in ihrer Zerfallphase besonders wichtig für Tiere, Pflanzen und Pilze. (Symbolbild) © A. Held/Imago

Biotopbäume sind zwar alles andere als schön, dafür aber umso wichtiger für die Artenvielfalt und Biodiversität in unseren Wäldern.

München – Wer öfter durch den Wald spaziert, der hat sie bestimmt schon oft erspähen können: Scheinbar zerstörte Bäume, die nur noch auf ihren finalen Tod warten. Wie unschön das auch anzusehen sein mag, diese Phase, in der der Baum abstirbt, ist umso wichtiger für die Natur. Denn als Biotopbaum kann er Nahrung, Unterkunft und einen echten Mehrwert für die Natur bieten.

Biotopbäume: Deshalb sind diese Art von Bäumen so wichtig für die Umwelt

Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) sind Biotopbäume von extremer ökologischer Bedeutung. Förster markieren im Wald die Biotopbäume mit Wellenlinien oder Spechtsymbolen, die nicht gefällt werden sollen. Wirtschaftlich gesehen sind diese Totbäume für den Menschen uninteressant, denn wer möchte schon Möbelstücke aus morschem Holz? Nach der Markierung werden diese Biotop- oder Habitatbäume ihrem Schicksal überlassen und sie verwandeln sich von stehendem zu liegendem Totholz. Letztendlich zersetzen die kleinsten Lebewesen den Baum in die ursprünglichen Bestandteile.

Das zeichnet einen Biotopbaum aus:

Dieser Baumbestand mit Löchern im Stamm, oft übersät von Pilzen und Moos, ist aber der ideale Lebensraum für andere Lebewesen. Angefangen von Specht und Eulen bis hin zu Waschbären und Fledermäusen, aber auch Insekten, wenn der Baum letztendlich abstirbt und verrotet*. An normalen Bäumen haben diese Tiere es nämlich erst mal schwer, einen Lebensraum zu erschaffen, denn die Bäume haben keine Öffnungen und der Stamm ist noch fester. Wenn laut dem StMELF an einem Biotopbaum ein Starkast abstirbt, dann gibt es den Zugang ins Holz und sogenannte Mulmhöhlen entstehen, die den Tieren als Lebensraum dienen.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Baumpilze an einem graubraunem Baumstamm. (Symbolbild)
Pilze am Baumstamm deuten auf einen Biotopbaum hin. (Symbolbild) © M. Henning/Imago

Biotopbaum: Der Nährstoffkreis schließt sich

Biotopbäume sind somit wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Wer das nächste Mal also einen nicht so schönen Biotopbaum beim Spaziergang entdeckt, der sollte die Augen offen halten nach dem ein oder anderen Waldbewohner, der ihn als Habitat nutzt. Außerdem ist es erfreulich zu sehen, dass der Baum wieder in den Nährstoffkreislauf übergeht, wenn sich am Ende seiner Zersetzung die Nährstoffe und Spurenelemente letztendlich wieder den Boden nähren. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant