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Die richtige Baumpflege: Warum sie so wichtig ist, wie ein Obstbaumschnitt geht und was Sie ein Profi kostet

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Von: Jasmin Pospiech

Die richtige Baumpflege ist essenziell, damit die Bäume im eigenen Garten gut wachsen können. Wann Sie sie schneiden, kalken & Co. müssen und wie viel der Profi kostet, erfahren Sie hier.

München – Wer einen Baum in seinem Garten gepflanzt hat, muss ihn auch gut pflegen. Denn nur so gedeiht er und Sie haben lange Freude daran. So erwarten Hobbygärtner vielfältige Aufgaben, um den Baum gesund zu halten. Darunter fällt das schonende (Zurück-)Schneiden, Kalken, Düngen und Stutzen der Krone, aber auch das Fällen, wenn nötig. Zudem können sich zahlreiche Pilze und Parasiten den Baum krank machen, weshalb auch die Schädlingsbekämpfung eine zentrale Rolle in der Baumpflege spielt.

Baumpflege: Darum ist sie notwendig und was Sie beachten müssen

Doch viele denken, dass Bäume kaum Aufmerksamkeit brauchen, da sie von alleine wachsen. Zwar stimmt es, dass sie im Vergleich zu anderen Pflanzen oftmals pflegeleichter sind, doch vor allem die ersten Jahre eines jungen Baumes entscheiden über den Kronenaufbau, Vitalität, Widerstandskraft und Ertrag eines Baumes.

Generell müssen gesunde Bäume bis auf Obstbäume nur selten geschnitten werden. Aber im hohen Alter brauchen sie oft die richtige Pflege. Je besser und passender jedoch der Standort und die Bodenqualität sind, desto weniger Arbeit haben Sie mit der Baumpflege. Darüber hinaus spielt auch die Region, in der Sie leben, eine große Rolle beim Pflegeaufwand. Daher ist es ratsam, je nach Klima und Witterungsbedingungen vor Ort Bäume auszuwählen, die die Temperaturen auch gut vertragen.

Baumpflege: So schneiden Sie einen (Obst-)Baum richtig zurück

Der fachgerechte Gehölzschnitt gehört selbstverständlich zur Baumpflege dazu. Schließlich können morsche Stämme und tote Äste eine Verletzungsgefahr bergen, wenn sie um- oder abfallen. Das kann für Gartenbesitzer böse enden, denn sie haften für ihre Bäume und Sträucher, getreu der sogenannten Verkehrssicherungspflicht. Bei den meisten Bäumen reicht allerdings ein schonender Form- und Pflegeschnitt bereits aus.

Ein intensiver Gehölzschnitt, auch „Radikalschnitt“ genannt, ist laut dem Bundesnaturschutzgesetz dagegen nur zwischen Oktober bis Februar erlaubt. Das gilt übrigens auch für das Baumfällen. Zudem enthält das Holz dann weniger Wasser. Es trocknet also nach dem Fällen schneller und kann früher als Brennholz verwendet werden. Darüber hinaus tragen die (Laub-)Bäume keine Blätter mehr bzw. hatten bereits einen Rückschnitt, was die Arbeit ebenfalls erleichtert.

Experten empfehlen, am besten einen frostfreien, trockenen Tag im Spätwinter zu wählen. Die Bäume befinden sich dann noch in der Winterruhe, allerdings dauert es auch nicht mehr lange, bis die Wachstumsphase beginnt und die Wundheilung einsetzt. Durch den richtigen Baumschnitt erhalten die Bäume schließlich nicht nur optisch eine schöne Form, sondern er sorgt auch dafür, dass sich später auch mehr Blüten und Früchte ausbilden.

Baumpflege: Diese Ausrüstung benötigen Sie für den Rückschnitt

Damit der Baumschnitt auch perfekt gelingt, ist das richtige Werkzeug entscheidend. Dieses sollte stets hochwertig und scharf sein, damit die Bäume so wenig wie möglich verletzt werden. Einerseits benötigen Sie eine kleine Gartenschere, die Zweige bis zu 1,5 Zentimeter Stärke schneidet. Dickere Äste schneiden Sie dagegen mit einer Stichsäge oder einer Astschere.

Um zum Beispiel einen Apfelbaum mit dem richtigen Schnitt zu verjüngen, gehen Sie am besten so vor: Zuerst überlegen Sie sich, was alles am Baum gemacht werden muss. Beim Schnitt ist es schließlich wichtig, die richtigen Äste auszuwählen. Geschnitten wird dann kurz über einer nach außen weisenden Blattknospe (etwa fünf Millimeter), auch „ableiten“ genannt. Dann entfernen Sie ganze Äste, die

Dabei sägen Sie den Ast nicht ganz flach am Stamm ab, sondern über der kleinen Rindenwulst, die den Ast an der Basis umschließt, die Äste werden also „auf Astring geschnitten“. Damit allerdings beim Sägen die Rinde nicht einreißt, wird der Ast nicht sofort komplett abgesägt. Stattdessen wird der Ast zuerst von zu einem Drittel angeschnitten, dann sägen Sie von oben durch. Wenn die Last von dem zu entfernenden Ast genommen worden ist, wird anschließend sauber „auf Astring“ abgesetzt. Ist die Astwunde über zwei Zentimeter groß, glätten Sie die Wundränder am besten mit einem scharfen Messer. (Baumstumpf entfernen: Mit Seilzug, Bagger oder Fräse? Wie Sie ihn aus der Erde bekommen)

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Leitäste, die auf gleicher Höhe am Stamm entspringen, auch wieder genauso geschnitten werden. Dadurch bleibt die Baumversorgung im Gleichgewicht und die Früchte können sich gleichmäßig gut entwickeln.

Haben Sie einen jungen Obstbaum, sollte dieser nicht zu verzweigt wachsen und nur wenige Triebe haben, raten die Gartenexperten vom NDR. Überflüssige werden bis zum Astring abgeschnitten. Die Leittriebe sollten nach außen weisen und nur leicht auf dieselbe Länge gekürzt werden und sich um den Mitteltrieb gruppieren. Letzterer wird ebenfalls gekürzt, aber sollte nur 15 Zentimeter länger bleiben als die Leittriebe. Den Baumschnitt können Sie schließlich als Kompost nutzen.

Baumpflege: So viel kostet ein Profi pro (Arbeits-)Stunde

Da der Gehölzschnitt allerdings sehr anstrengend und bei höheren Bäumen auch sehr gefährlich ist, können Sie auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Baumschulen oder Fachbetriebe für Garten- und Landschaftsbau in Ihrer Nähe rechnen meist pro Stunde ab. Ein Beispiel: Um einen Obstbaum von drei Metern fachgerecht zu schneiden, muss mit ein bis zwei Arbeitsstunden gerechnet werden. Der Stundensatz liegt bei Firmen meist zwischen 35 und 45 Euro.

Sind die Bäume höher, führen spezielle Baumpfleger den Schnitt durch. Diese sind in der Seilklettertechnik geschult, um zum Beispiel in die Baumkrone zu gelangen und verlangen für einen Schnitt mittels Handsäge 40 bis 55 Euro pro Stunde. Falls eine Motorsäge zum Einsatz kommen muss, fallen zwischen 75 und 90 Euro pro Stunde an. Ein Team mit zwei Fachkräften hat im Schnitt einen Stundensatz von 140 bis 180 Euro.

Bei sehr großen Bäumen bzw. schwierigen Bedingungen wird schließlich kein Stundensatz mehr verrechnet. Stattdessen werden dann alternativ Preise von bis zu 100 Euro je Meter Höhe berechnet. Aber: Die Kosten für die Anfahrt sind zwar enthalten, jedoch nicht für eine eventuelle Entsorgung. Je nach Holzart fallen hier nochmal zusätzliche Kosten an. Alternativ können Sie das Holz aber auch für den Eigenbedarf verwenden oder verkaufen.

Baumpflege: Kalkanstrich schützt den Baum vor Frost und Schädlinge

Neben dem Schneiden im Winter streichen viele Gartenbesitzer ihre (Obst-)Bäume weiß an. Besonders für junge Bäume ist dieser Anstrich aus einem Kalkgemisch empfehlenswert. Der Anstrich schützt vor Rissen in der Rinde, die durch starke Temperaturschwankungen tags und nachts ausgelöst werden können. Schließlich reflektiert die Kalkschicht das Sonnenlicht und damit auch die Wärme. Das verhindert, dass sich die Sonnenseite des Baumes ausdehnt, während die Schattenseite noch gefroren ist und extreme Spannungen die Rinde sprengen.

Darüber hinaus hilft ein Kalkanstrich auch gegen Moos, Flechten sowie kleine Schädlinge und Pilzerkrankungen. Außerdem treibt der Baum im Frühjahr später aus. Dadurch werden Schäden an der Blüte durch Spätfrost vermieden. Vor dem Anstrich an einem trockenen Tag sollten Sie den Stamm locker abbürsten und dann mit einer dicken Quaste anstreichen. Wiederholen Sie diesen Vorgang jedes Jahr aufs Neue, am besten im folgenden Herbst.

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