1. 24garten
  2. Mein Garten
  3. Gärtnern

Baumkrebs: Dieser Pilz nistet sich in den Wunden der Bäume ein

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Anna Katharina Küsters

Baumkrebs kann einen Baum stark schwächen, die Bekämpfung gestaltet sich schwierig, ist aber nicht unmöglich. Ursache für die Krankheit ist ein besonderer Pilz.

Münster – Schon der Name dieser Pflanzenkrankheit zeigt, wie gefährlich der Baumkrebs für die Pflanze sein kann. Unter die Bezeichnung Baumkrebs fallen unterschiedliche Krankheiten, die jedoch ein recht ähnliches Schadbild verursachen. Besonders bekannt ist der sogenannte Obstbaumkrebs, der sich zum Beispiel auf Apfelbäumen ausbreitet.

Baumkrebs: So heilen Sie Ihre Pflanze bei einem Ausbruch der Krankheit

Ursache für den Ausbruch der verschiedenen Baumkrebsarten ist in der Regel ein Pilz, ähnlich wie bei der Pflanzenkrankheit Grauschimmel*. Er dringt über eine Wunde in der Rinde in den Baum ein und beginnt dort, sich auszubreiten. Diese Wunden haben unterschiedlichste Gründe. So kann ein falscher Rückschnitt Grund für zurückbleibende Wunden an Ästen sein, die Wunden lassen sich jedoch auch auf natürliche Prozesse am Baum zurückführen. Beispielsweise ist ein Riss in der Baumrinde möglich, der dem Pilz Eintritt verschafft oder aber eine Blattnarbe, die noch nicht verschlossen ist. Letzteres passiert besonders häufig im Herbst nach dem Abfallen des Laubes.

Laut der Landwirtschaftskammer NRW kommt es daneben noch in folgenden Jahreszeiten vermehrt zu einem Befall mit Baumkrebs:

Bäume sind also besonders in den kommenden Monaten gefährdet, sich einen Pilz einzufangen, der Baumkrebs verursacht. Besonders anfällig sind die Pflanzen auch, wenn sie beispielsweise von der Blutlaus befallen sind. Der Schädling schwächt den Baum und reißt Wunden auf, sodass der Pilz beste Bedingungen vorfindet.

Baumkrebs: Obstbaumkrebs besonders häufig zu finden

Besonders bekannt ist der sogenannte Obstbaumkrebs, der durch den Pilz Neonectria ditissima entsteht. Der Pilz verursacht das Absterben gesunden Baumgewebes. Der Baum versucht dann durch Überwucherungen die Wunde zu schließen. Dadurch entstehen an der Pflanze deutlich erkennbare, wulstige Wucherungen – ein klares Erkennungsmerkmal des Obstbaumkrebses. Doch der Name Obstbaumkrebs kann in die Irre leiten.

Zu sehen ist ein Ast eines Apfelbaums, der aufgeplatzt scheint. Um die Wunde herum haben sich wulstige Wucherungen gebildet. Eine Hand hält den Ast empor (Symbolbild).
Besonders Apfelbäume werden oft vom Baumkrebs heimgesucht (Symbolbild). © biky/Imago

Denn auch wenn vor allem Apfelbäume betroffen sind, so kann der gleiche Pilz auch folgende Bäume befallen und Baumkrebs auslösen:

Es ist also klar, dass auch der Erreger der speziell als Obstbaumkrebs titulierten Pflanzenkrankheit andere Bäume befallen kann.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Baumkrebs: Bekämpfung der Krankheit

Entdecken Gartenfreunde die Auswucherungen an ihren Bäumen, müssen sie handeln. Die einfachste Methode ist, die Wucherung herauszuschneiden. Ist die befallene Stelle noch recht klein, gelingt das gut mit einem scharfen Küchenmesser. Wichtig ist es laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR), noch etwa einen Zentimeter tief ins gesunde Holz hineinzuschneiden. Danach die Stelle im Baum sauber kratzen und mit Baumwachs verschließen.

Diese Hilfsmaßnahmen sollten Gartenfreunde am besten vor dem Obstbaumrückschnitt im Winter vornehmen. Gärtnerinnen und Gärtner müssen als letzten Schritt dann die abgeschnittenen Baumteile im Restmüll entsorgen, auf dem Kompost würde sich der Pilz nur weiter ausbreiten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant