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Bauernregel fürs Gärtnern: Was an den Eisheiligen dran ist

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Frostgefahr
Bei Frostgefahr sollte man kälteempfindliche Pflanzen schnell wieder warm einpacken. © Christin Klose/dpa-tmn/Illustration

„Bloß nicht vor den Eisheiligen Tomaten ins Beet setzen!“: Haben Sie diesen Tipp auch schon mal gehört? Aber wer sind diese Eisheiligen, und warum sollten wir sie abwarten?

Berlin - Manche alte Bauernregel ist Gold wert - zum Beispiel die zu den Eisheiligen. Erst wenn die Gedenktage zu Ehren dieser fünf Heiliggesprochenen Mitte Mai vorüber sind, ist in Deutschland in der Regel die Gefahr von Frösten gebannt. Und erst dann kann man auch kälteempfindliche Pflanzen aussäen, aussetzen oder aus dem Winterlager holen.

Hintergrund: In Norddeutschland gelten Mamertus, Pankratius und Servatius (aufeinanderfolgend 11. bis 13. Mai) als Eisheilige. Im Süden und Südosten des Landes werden neben Pankratius und Servatius Bonifatius (14. Mai) und die „Kalte Sofia“ (15. Mai) dazu gezählt.

Erfahrungsschatz zu wiederkehrenden Naturphänomenen

Für die Eisheiligen gibt es keine Feiern wie zu Christi Geburt oder für St. Martin. Aber die Gedenktage sollten vor allem Menschen mit grünem Daumen im Gedächtnis sein, denn sie erinnern an Bauernregeln, die sich Landwirte und Profi-Gärtner angeeignet haben - die aber auch für Hobbygärtner wichtig werden können.

Diese Bauernregeln lauten zum Beispiel: „Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder“. Oder: „Pflanze nie vor der kalten Sophie“. Und nicht weniger einprägsam: „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost“. Solche Sprichwörter sind ein überlieferter Erfahrungsschatz über meteorologische Wahrscheinlichkeiten und wiederkehrende Naturphänomene.

Spätfröste bis Mitte Mai

Die Bauernregeln zu den Eisheiligen beziehen sich auf Spätfröste im Frühling, die regelmäßig noch bis circa Mitte Mai in Deutschland registriert werden. Grund dafür sind laut Deutschem Wetterdienst Wetterlagen durch arktische Polarluft, die zu diesem Zeitpunkt des Öfteren auftreten.

An den Eisheiligen
Frostige Morgen kommen auch noch im Frühling vor. Und das gefährdet kälteempfindliche Pflanzen im Garten. © Zacharie Scheurer/dpa-tmn/Archivbild

„Des Öfteren“ heißt aber eben nicht „immer“. Und je nach Witterung im Jahr endet die Frostperiode auch schon mal viel früher. So benennt der Deutsche Wetterdienst die Eisheiligen schon mal in „Schweißheilige“ um, mit Tageshöchstwerten von über 25 Grad in manchen Jahren. In anderen Jahren können sie bei entsprechender Witterung zu „Schneeheiligen“ werden.

Daher gelten die Bauernsprüche zu den Eisheiligen nur als grobe Orientierungshilfe und nicht als feste Regeln. Außerdem gibt es heute wissenschaftlich ausgeklügelte Wettervorhersagen, auf die sich Gartenbesitzer besser verlassen können.

Bauernregeln schaden nicht

Aber: Die Bauernregeln zu beherzigen, schadet nicht. So verinnerlicht man grobe Zeiträume, in denen sich die Witterung häufig stark verändert - wie das eben Anfang bis Mitte Mai der Fall ist. Wer somit die sommerliche Garten- und Balkongestaltung erst anschließend angeht, sollte in Sachen Frostgefahr auf der sicheren Seite sein.

Gärtnern an den Eisheiligen
Bis Mitte Mai sollte man Frostschutz-Vlies für kälteempfindliche Pflanzen parat halten. © Christin Klose/dpa-tmn

Wer allerdings sein Gemüse zu früh aussät oder auspflanzt oder sein Beet mit kälteempfindlichen Blumen bestückt, muss damit rechnen, dass seine Zöglinge aus dem Pflanzenreich eingehen. Auch kälteempfindliche Topfpflanzen werden am besten nur dann im Freien gelassen, wenn es dauerhaft über zehn Grad warm ist.

Wer es vorher wagt, der sollte den Wetterbericht im Blick behalten und die Topfpflanzen bei Frost wieder ins Haus holen oder mit einem Vlies über Nacht warm einpacken. dpa

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