Diese Scheren schneiden am besten

Astscheren und Gartenscheren: Amboss oder Bypass – das müssen Sie beim Kauf beachten

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Zum Schneiden von Bäumen, Büschen und Pflanzen braucht jeder die passenden Scheren. Wer bei Kauf und Anwendung einige Punkte beachtet, findet schnell die richtige Schere.

  • Gartenscheren eignen sich zum Schneiden von Trieben und dünneren Ästen
  • Gartenscheren und Astscheren gibt es als Amboss- und Bypass-Scheren
  • Für dickere Äste, zum Beispiel beim Baumschnitt, eignen sich Astscheren und Hochentaster

München – Gartenscheren sind für das manuelle Schneiden von dünnen Ästen, Rosen und Trieben geeignet, je nach Modell schaffen sie aber auch etwas dickere Zweige. Für den Schnitt von dickeren Ästen und Bäumen eignen sich dagegen Astscheren sowie Teleskopscheren. Und mit der Heckenschere ist die Hecke schnell wieder in Form gebracht, filigranere Pflanzen dagegen dürfen nicht mit jeder Schere geschnitten werden.

Astscheren haben grundsätzlich längerstielige Griffe, das sorgt für mehr Hebelwirkung und Reichweite beim Schneiden. Dünnere Äste, Zweige und Blumen können aber mit normalen Gartenscheren geschnitten werden. Bei beiden Scheren-Arten kommt es vor allem auf das zu schneidende Material an. Abhängig davon eignen sich Amboss- oder Bypass-Scheren besser. Die Schere sollte immer passend zu Asthöhe und -größe gewählt werden, rät der Bayerische Rundfunk (BR) auf seiner Website.

Astscheren und Gartenscheren: Welche Schere eignet sich wofür?

In beinahe jedem Garten finden sich Amboss- und Bypass-Gartenscheren, daneben gibt es noch (japanische) Blumenscheren, spezielle Buchsbaumscheren und auch Schafscheren können sich für Rasenkanten eignen. Unter dem Begriff Rosenschere beziehungsweise Rebschere wird meist eine normale Gartenschere verstanden. Ursprünglich wurde diese Art von Scheren von Weinbauern genutzt, später auch für Rosen. Bei dieser Art von Schere gibt es eine Aussparung am Klingenansatz, damit konnte Draht geschnitten werden. Diese Funktion findet sich bei Gartenscheren nicht immer, ihr Einsatzbereich ist aber nicht nur auf Rosen beschränkt.

Im Folgenden finden Sie Informationen zu den beiden Arten von Garten- und Astscheren:

Astscheren und Gartenscheren: Dafür eignen sich Amboss-Scheren

Amboss-Scheren verdanken ihren Namen der Funktionsweise: Sie haben nur eine Klinge. Diese trifft nach dem Durchtrennen des Materials auf den sogenannten Amboss, also das stumpfe Gegenstück der Klinge. Die Kraftübertragung ist bei dieser Scheren-Art besser als bei Bypass-Scheren.

Grundsätzlich arbeitet diese Schere aber nach dem Quetschprinzip, sie eignet sich dadurch vorwiegend für Äste bis zu 35 Millimeter Durchmesser und gröbere Arbeiten. Für filigranere Schnitte, etwa an Rosen, ist diese Schere nicht geeignet. Ein Vorteil gegenüber Bypass-Scheren: Es kann sich nichts verkanten. Die Amboss-Schere findet vorwiegend beim Schneiden von hartem und trockenem Holz oder Totholz Verwendung. Zwischen Amboss und Klinge sollte kein Lichtspalt zu sehen sein, nur so schafft die Schere einen sauberen Schnitt.

Astscheren und Gartenscheren: Dafür eignen sich Bypass-Scheren

Bei der Bypass-Schere gibt es dagegen zwei scharfe Klingen, die beim Schneiden aneinander vorbeigleiten. Dies ermöglicht einen präziseren Schnitt. Im Gegensatz zur Amboss-Schere wird das Pflanzenmaterial hier nicht gequetscht. Eindeutiger Nachteil ist der höhere Kraftaufwand, außerdem kann sich in dieser Schere hartes Totholz schneller verkeilen.

Grundsätzlich eignet sich die Bypass-Schere besser für dünnes und weiches und frisches Holz, etwa für den Strauch- und Grünschnitt, Rosen und Steckhölzer.

Astscheren und Gartenscheren: Einsatzgebiet und Vorteile von Astscheren

Wo die Gartenschere nicht mehr ausreicht, kommt die Astschere zum Einsatz. Im Vergleich zu Gartenscheren haben Astscheren längere Scherenarme, dadurch entsteht beim Schneiden eine bessere Hebelwirkung und die Reichweite wird zugleich auch erhöht. Manche Astscheren können dank Teleskop-Armen noch verlängert werden.

Wenn ein lebender Strauch oder Baum mit der Astschere geschnitten wird, darf das Holz nicht gequetscht werden, so verheilen die beim Schnitt entstandenen Wunden besser. Gute Astscheren schaffen bis zu 50 Millimeter Astdurchmesser.

Astscheren und Gartenscheren: Sonderform Teleskopscheren (Hochentaster)

Während Garten- und Astscheren vor allem dann geeignet sind, wenn die zu schneidenden Pflanzenteile leicht erreichbar sind, brauchen Gartenfans für höhere Bäume Teleskopscheren, auch bekannt als Hochentaster. Bis etwa 32 Millimeter Astdurchmesser eignen diese sich gut, darüber sollte man lieber zur Säge greifen. Meist bestehen diese Scheren aus Aluminium und können vom Boden aus bedient werden. Abhängig von der eigenen Körpergröße erreichen Gartenbegeisterte so auch höher gelegene Äste. Oft haben die Scheren Getriebe und Übersetzung, was den Kraftaufwand reduziert.

Astscheren und Gartenscheren: Die richtigen Scheren zur Pflanzen- und Baumpflege

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten beziehungsweise bekanntesten Scherenarten für den Garten:

  • Buchbaumschere: Damit können Buchsbäume geschnitten werden. Sie eignet sich aber auch für andere Pflanzen und ist entweder mechanisch oder elektrisch.
  • (Japanische) Blumenschere: Diese Schere schneidet glatt und ohne Quetschungen. Mit ihr können etwa verblühte Knospen abgeschnitten werden, oft wird sie aber für Bonsais und Ikebana verwendet.
  • Rosenschere/Gartenschere/Rebschere: Die klassiche Schere für beinahe alle anfallenden Arbeiten an erreichbaren Pflanzen im Garten. Je nach Einsatzzweck als Amboss- oder Bypass-Schere.
  • Astschere: Geeignet für Äste, die mit einer Gartenschere nicht mehr durchtrennt werden können. Auch bei dieser Scherenart gibt es Amboss und Bypass. Teils auch mit Teleskop-Funktion.
  • Teleskopschere/Hochentaster: Geeignet für alles, was ohne Leiter nicht mehr erreicht werden kann. Dank ausziehbarem Teleskopstiel und leichter Bauweise eignet sich diese Schere gut für den Baumschnitt vom Boden aus.
  • Heckenschere: Elektrisch oder manuell kann damit die Hecke in Form gebracht werden. Bei Heckenscheren mit Kabel sollte auf die Sicherheit geachtet werden.
  • Schafschere: Eigentlich zum Scheren von Schafen gedacht, eignen sich diese Scheren (in leicht optimierter Version) auch gut für den Pflanzenschnitt, vorwiegend auch für Buchsbaum. Auch zum Beispiel für Kräuter und Rasenkanten geeignet.

Astscheren und Gartenscheren: Übersetzung und Ratschenfunktion

Vor allem bei Astscheren kommt das sogenannte Getriebe, eine Art Übersetzung, gelegentlich zum Einsatz. Dadurch können sich die Scherenarme weiter öffnen, was für eine bessere Kraftverteilung sorgt. Die Ratschenfunktion findet sich auch gelegentlich bei Gartenscheren, auch dadurch wird der Kraftaufwand verringert. Scheren mit Ratschenfunktion haben jedoch den kleinen Nachteil, dass die Funktion nicht immer aktiv gewählt werden kann, sondern gelegentlich automatisch einsetzt. In diesem Fall eignet sich dann eine zweite Schere ohne Ratsche, etwa für dünne Zweige.

Rubriklistenbild: © Peer Grimm/dpa

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