Frühes Kraut für Maibowle

Waldmeister anbauen: So pflanzen Sie ihn erfolgreich im eigenen Garten an

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Im Frühjahr ist die sogenannten Maibowle hoch im Kurz. Eine der wichtigsten Zutaten dabei ist das Waldmeisterkraut. Das wächst auch in Ihrem Garten schnell heran.

Berlin – Der Frühling beschert vielen Gärtnerinnen und Gärtnern die ersten blühenden Blumen, ergrünenden Hecken und leckeren Kräutern, die aus dem Boden schießen. Mit von der Partie ist beispielsweise auch der Waldmeister, der unter günstigen Wetterbedingungen bereits im April seine grünen Blätter zeigt. Gartenfreunde können ihn dann ernten und leckere Gerichte daraus zubereiten. Wer gezielt Waldmeister pflanzt, muss dabei auf einiges achten.

Waldmeister anbauen: So wächst bei Ihnen bald das Frühlingskraut

Waldmeister, der den botanischen Namen Galium odoratum trägt, ist vielen in erster Linie als Geschmacksrichtung eines Brausepulvers bekannt. Doch das Brausepulver hat mit der eigentlichen Pflanze nichts zu tun, außer vielleicht die Farbe. Denn die Waldmeisterpflanze gehört zur Familie der Rötegewächse und stammt ursprünglich aus Asien, wächst aber schon lange auch in Europa. In Laubwäldern fühlt er sich besonders wohl, da er dort als Bodendecker die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings abgreifen kann. Da die Waldmeisterpflanze besonders rasch wächst, zählt sie auch zu den Turbopflanzen*. Tragen alle Bäume ihr Laub, ist die Zeit des Waldmeisters vorbei. Die Pflanze erreicht dabei eine Höhe von etwa 30 Zentimetern.

Die Blätter des Waldmeisters sind grün und wachsen in elliptischer Form. Die weißen Blütendolden erstrahlen meist im Zeitraum von April bis Juni und dienen besonders Bienen als Nahrung. Um ihre Samen besonders weit verteilen zu können, bedient sich die Waldmeisterpflanze eines Tricks. Ihre Samen funktionieren wie kleine Kletten, die sich beispielsweise an herumstreunenden Tieren, Schuhwerk oder anderen Dingen festkleben. So gelangen die Samen an weit entfernte Orte, wo sie sich unter guten Bedingungen erneut ausbreiten.

Waldmeister anbauen: Tipps für den Garten

Um Waldmeister im Garten anzubauen, braucht es zwei Dinge: Samen und den richtigen Standort. Der richtige Standort ist vor allem schattig und feucht, ähnlich wie bei der Bergenie. Die Erde sollte dabei locker und nährstoffreich sein, dann fühlt sich die Pflanze besonders wohl. Auch auf Nordbalkonen wächst Waldmeister also gut.

Zum Aussäen verwenden Gartenfreunde die Samen des Waldmeisters und ziehen die Kaltkeimer im Herbst in einer Anzuchtschale vor. Die Samen brauchen die Kälte, um keimen zu können. Deswegen sollte die Anzuchtschale auch draußen stehen, geschützt zwar vor Schnee und Regen, aber dennoch der Kälte ausgesetzt. Im Frühjahr pflanzen Gartenfans die kleinen Jungpflanzen dann ins Freie. Es muss jedoch klar sein, dass sich Waldmeister über seine Rhizome ähnlich wie der Bambus schnell vermehrt. Wer ihn also im Garten unter Kontrolle halten will, muss Wachstumssperren in Form von Plastikbanderolen in die Erde setzen.

Waldmeister anbauen: Ernte und Verwertung

Die Erntezeit beginnt, sobald die ersten weißen Blüten zu sehen sind. Dabei schneiden Gartenfreunde die Stängel einfach kurz über dem Boden ab. Das in den Blättern enthaltene Curamin ist laut dem Norddeutschen Rundfunk verantwortlich für das typische Waldmeister-Aroma. Curamin bildet sich in den Blättern verstärkt, wenn sie welken und Gartenfreunde müssen aufpassen, dass sie nicht zu viel davon verzehren. Sonst kommt es unter anderem zu:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Leberschäden

Teilweise empfehlen Expertinnen und Experten daher auch, die Blätter vor der Blüte zu ernten. Dann ist der Curamin-Gehalt noch sehr gering und es besteht kaum Gefahr, zu viel zu sich zu nehmen. Sinnvoll ist es außerdem, die Schnittstelle des Stängels nicht in Kontakt mit dem zubereiteten Getränk zu bringen. So besteht keine Gefahr, dass Curamin auf das Getränk übergeht. Wer die Pflanze aber bewusst dosiert nutzt, kann sie auch als Heilpflanze einsetzen. Denn in geringen Mengen soll Waldmeister sogar das Gegenteil bewirken und bei Migräne, Unterleibsschmerzen und Zahnschmerzen helfen.

Besonders beliebt ist Waldmeister als Hauptzutat in der bekannten Maibowle. Dafür sollten die Stängel laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) bereits am Vortag gepflückt sein und dann eine Stunde im Gefrierfach Platz finden. Die Kälte dezimiert das enthaltene Curamin. Grundsätzlich reicht es, ein Bündel Waldmeister kopfüber für eine Stunde in einen Liter trockenen Weißwein zu hängen. Danach die Flüssigkeit sieben und einen Liter Sekt dazugeben. Fertig ist die Maibowle! *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / blickwinkel

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