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Tomaten ausgeizen: So bekommen Sie mehr Ernte und gesunde Pflanzen

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Von: Mattias Nemeth

Unter Tomatengärtnern sind nur wenige Themen mit so viele verschiedene Meinungen behaftet wie das Ausgeizen der Tomaten. Doch wie geht es richtig?

München – Tatsächlich hängt das richtige Ausgeizen von einigen Faktoren ab. So gibt es nicht nur Unterschiede beim Standort, sondern auch von der auszugeizenden Tomatensorte, den Nährstoffen oder dem Wetter. Manche Sorten werden sogar überhaupt nicht ausgegeizt.

Tomaten ausgeizen: So wird Ihre Ernte reich und die Pflanzen gesund

Spricht man vom Ausgeizen, so ist das Entfernen des sogenannten „Achseltriebs“ gemeint. Also der Trieb, der zwischen Haupttrieb und dem Blatt in der Achsel wächst. Aber auch das Entfernen der Seitentriebe ist damit gemeint. Je nachdem, ob man seine Tomate ein-, zwei- oder dreitriebig erziehen möchte, entfernt man alle anderen. Übersehen Sie einen Geiztrieb und er wird recht groß, bevor Sie ihn entfernen, dann können Sie diesen in Wasser stellen. Dort bewurzelt er dann und bildet so eine neue Tomatenpflanze. Macht man dies früh genug, hat man tolle Reservepflanzen, falls die Braun- und Krautfäule oder andere Krankheiten zuschlagen. Aber man kann dieser Erkrankung auch mit Magermilch und Wasser vorbeugen, wie kraut&rüben berichtet.

Tomaten ausgeizen: Unter welchen Umständen muss wie ausgegeizt werden?

Beim Ausgeizen kommt es sehr darauf an, in welcher Umgebung die Tomaten stehen. So bilden Tomaten im Topf meist weniger Geiztriebe aus. Im Gewächshaus oder im Folientunnel muss dafür öfter ausgegeizt werden. Falls der Standort weniger Luftzirkulation hat und vielleicht die Tomatenpflanzen dort auch noch schwitzen, sollte ebenfalls mehr Luft zwischen den Blättern sein. Je enger der Platz zwischen den Pflanzen, desto gründlicher ist auszugeizen*. Außerdem ist es wichtig, egal wo die Tomate steht, alle erdnahen Blätter zu entfernen, da diese das Risiko einer Erkrankung erhöhen.

Aber es gibt auch Tomatensorten, die nicht Ausgegeizt werden sollten:

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Tomaten ausgeizen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Grundsätzlich sollten Sie sich trockene und luftige Tage aussuchen, die möglichst warm sind. Denn was man nicht vergessen darf, mit dem Ausgeizen fügt man der Pflanze eine Wunde zu, die verheilen muss und bis sie dies getan hat, ist die Wunde anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Dennoch sollten Sie nicht zu lange zögern, denn je größer der Geiztrieb wird, desto größer ist dann natürlich auch die Wunde. Außerdem geht durch das Wachsen des Triebes die Energie verloren, die in den Früchten gebraucht wird. Denn sind zu viele Geiztriebe vorhanden, dann werden die Tomaten kleiner und reifen teilweise gar nicht richtig aus.

Doch was ist das richtige Werkzeug dafür? Um es kurz zu machen: die Finger. Der Grund hierfür ist ganz einfach, Messer und Schere hinterlassen sehr gerade Wunden, die nicht so schnell verheilen. Knippst man die Achseltriebe mit den Fingernägeln ab, so hält sich die Wunde in Grenzen und verheilt schneller.

Tomaten ausgeizen: Hier scheiden sich die Geister

Soweit sind sich die meisten Tomatenfans wohl einig. Obwohl auch einige darauf schwören, der Tomate ihre ganz natürliche Form zu belassen und gar nicht auszugeizen. Hat man genug Platz, kann man dies auch machen, allerdings brauchen die Tomaten dann auch genug Abstand voneinander. Aber es gibt auch einen Punkt, bei dem jeder von uns wohl seine ganz eigene Meinung hat. Nämlich ob man die Blätter ebenfalls ausdünnt. Jedoch haben alle Seiten valide Argumente.

Während einige den schlüssigen Einwand bringen, dass sie Tomaten und keine Tomatenblätter ernten wollen, sprechen andere über den Schutz der Früchte vor Sonnenbrand, der durch ein dichtes Blätterdach erreicht wird. Auch das Argument, dass es die Blätter braucht, damit sie richtig ausreifen, ist wahr. Denn hat man einmal zu viel ausgedünnt, dann kann es zum sogenannten Grünkragen kommen. Dabei reift die obere Hälfte der Tomate nicht aus, sondern bleibt grün.

Grundsätzlich zeigt Ihnen die Tomatenpflanze, ob Sie die Blätter entfernen sollten, geht man achtsam mit ihr um. Wenn die Blätter zum Beispiel nicht mehr abtrocknen können, sollten diese ausgedünnt werden. Rollen die Blätter sich ein, obwohl sie gegossen wurden, dann wurden zu viele Blätter entfernt und der Pflanze sollte Zeit gegeben werden, neue zu bilden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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