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Saatgut tauschen und kaufen: Das sollten Sie unbedingt beachten

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Von: Mattias Nemeth

Wenn langsam die letzten Ernten anstehen, dann beginnt die Hochsaison des Saatgut-Tauschens, doch hier ist Vorsicht geboten.

München – Vielen Hobbygärtnern ist es sehr wichtig, verschiedene Sorten ihres Lieblingsgemüses auszuprobieren. Das wird auf Dauer aber etwas teuer. Doch zum Glück gibt es im Internet Saatgut-Tauschbörsen. Hier kann man sein eigens vermehrtes Saatgut gegen das von Gleichgesinnten tauschen. Allerdings klappt das nicht immer ohne Probleme, denn es gibt ein paar Sachen, bei denen Sie aufpassen sollten.

Saatgut tauschen und kaufen: An diesen Stellen ist Vorsicht geboten

Das Schöne ist, dass immer mehr Menschen Saatgut tauschen und somit ihren Teil zur Sortenerhaltung und zum Schutz der Biodiversität beitragen*. Dieser Zustrom birgt aber auch eine Problematik. Denn viele Neulinge sind hoch motiviert, aber kennen sich noch nicht so gut aus. Was im nächsten Jahr beim Tauschpartner zu Enttäuschungen im Beet führen kann. Deshalb sollten Sie beim Tauschen aufpassen, ob das Saatgut:

Diese Punkte sollten Sie aber jetzt auf keinen Fall abschrecken, ganz im Gegenteil. Denn solche Tauschgruppen leben auch vom Austausch von Wissen und wenn Sie bei Ihrem Tauschpartner nachfragen, dann kann dieser auch etwas dazulernen oder auch Ihnen noch Tipps geben, die Sie noch nicht kennen. Bei den meisten Gruppenteilnehmenden kann man auch nachhaken, sollte die Keimprobe ohne Erfolg bleiben. Oft bekommt man dann neues Saatgut zugeschickt.

Gesammelte Wildkräuter-Samen in kleinen Schalen. (Symbolbild)
Saatgut-Tauschbörsen sind ein Hort für Pflanzenschätze. (Symbolbild) © F. Hecker/Imago

Saatgut tauschen und kaufen: Betrug oder Verspätung

Auch wenn der überwiegende Teil der Tausch-Community fair und nett ist, gibt es natürlich auch hier schwarze Schafe. Denn es gibt Tauschpartner, die es nicht so genau nehmen mit dem Saatgutversand. Es kommt selten vor, dass man selbst Saatgut verschickt hat und es kommt nichts zurück. Sie sollten aber nicht gleich die Verbannung der Person fordern, sondern auch hier gilt, erst miteinander sprechen. Manchmal dauert die Post etwas oder es kommt etwas dazwischen und es dauert zwei, drei Tage länger, bis man den Brief abgeben kann. Haben Sie für das Saatgut Geld bezahlt, sollten Sie aber etwas kritischer bei Verzug sein.

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Saatgut tauschen und kaufen: Giftig, invasiv oder verboten

Es gibt auch Tauschbriefe oder Überraschungstauschaktionen, bei denen man vorher nicht weiß, was man bekommt. Hier sollten Sie nicht alles blind ausstreuen, was ankommt. Auch wenn man fast immer richtig tolle Pflanzen bekommt, gibt es auch manche Pflanzen, die man nicht im Garten haben will. So sind viele Giftpflanzen, sehr schön anzusehen, aber für Gärten mit Haustieren oder Kindern nicht zu empfehlen sind.

Die Erfahrung des Autors hat gezeigt, dass auch gefährliche Pflanzen vertauscht werden. So hat er bereits mehrfach Saatgut von invasiven Pflanzen bekommen. Es kann außerdem böse ausgehen, wenn manche Tauschwillige Pflanzen wie den Riesenbärenklau als Saatgut vertauschen. Allerdings kann der Autor nur darüber berichten, dass das Saatgut davon gesucht und nicht aktiv verschickt wurde.

In den Tiefen der Saatgut-Tauschbörsen gibt es zudem Menschen, die Saatgut von Pflanzen anbieten, die laut Gesetz nicht erlaubt sind. So findet man Saatgut beispielsweise von Nutzhanf, THC-haltiger Hanf oder Schlafmohn. Das darf man in Deutschland nicht anbauen oder nur mit Sondergenehmigung. Also auch dabei sollten Sie dieses nicht aussäen und schon gar nicht ertauschen.

Saatgut tauschen und kaufen: Die verbotenen Tomaten

Beim Thema verbotenes Saatgut muss man auch über verbotenes Gemüse sprechen. Der bekannteste Fall sind wohl die illegalen Tomatensorten. Die meisten alten Gemüsesorten sind nicht durch die Sortenliste des Bundessortenamtes zugelassen, besonders betroffen sind dabei die große Mehrheit der Tomatensorten. Als Saatgut darf nur jenes in Verkehr gebracht werden, dass durch die EU zugelassen ist. Es lohnt sich aber, ganz genau zu lesen. Denn es ist nicht verboten, alte Gemüsesorten nachzuziehen, im privaten Rahmen dürfen die Samen auch verschenkt oder vertauscht werden. Allerdings darf es nicht „Saatgut“ genannt werden, sondern muss als „Samen“ deklariert sein. Deshalb findet man immer öfter bei alten Gemüsesorten die Bezeichnung „Samen von Zierpflanzen“. Das wird gemacht, um auf Nummer sicher zu gehen.

Über das Tauschen kommen Sie sehr leicht an seltenes Saatgut und grandiose Pflanzen, also lassen Sie sich nicht abschrecken, denn Samentauschen macht sehr großen Spaß und bereitet sehr viel Freude. Probieren Sie es aus. *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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