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Pawpaw: Die leckere Indianerbanane erträgt eisige Temperaturen

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Von: Joana Lück

Zwei Pawpaws, die an einem Baum mit gelben Blättern hängen. (Symbolbild)
Pawpaws sehen exotisch aus, wachsen aber auch bei richtiger Pflege hierzulande. (Symbolbild) © Stock&people/Imago

Exotische Früchte aus dem eigenen Garten ernten? Mit dem Pawpaw-Baum ist das gar nicht so abwegig. Wir zeigen, worauf es bei der Pflege ankommt.

Lafayette, USA – Asimina triloba, von den Ureinwohnern Nordamerikas als Pawpaw bezeichnet, ist vor allem im Nordosten Amerikas heimisch: Insgesamt in 26 Staaten von Südontario bis Nordflorida und teils sogar bis in den Mittleren Westen kann die exotische Frucht gefunden werden. Als größte in Amerika heimische Frucht ist sie aber sowohl auf dem Heimatkontinent als auch hierzulande bislang eher unbekannt. Dabei kann die Indianerbanane mit ein wenig Geschick auch hier angebaut werden, denn sie toleriert Temperaturen bis minus 25 Grad Celsius!

Pawpaw: Die leckere Indianerbanane erträgt eisige Temperaturen

Die Indianerbanane wird oft mit der Papaya verwechselt, da sich beide Früchte mit ihrer grünen Schale und den braunschwarzen Kernen ähneln. Geschmacklich ist die gelbfleischige Pawpaw aber mit Aromen von Mango, Ananas, Aprikose, Banane und Vanille weitaus komplexer. Im Gegensatz zur Jackfruit ist das Fruchtfleisch der Pawpaw weitaus weicher. Kaufen kann man die Frucht im Handel übrigens weder frisch noch getrocknet. Hat man aber Glück, so findet man wenige Exemplare auf Bauernmärkten.

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Dunkelrote Blüte eines Pawpaw-Baums. (Symbolbild)
Im Frühjahr begeistert die Pawpaw mit dunkelroten Blüten. (Symbolbild) © R. Mueller/Imago

Der Herbst aber auch März oder April sind gute Zeitpunkte, um die Indianerbanane anzupflanzen. Jungpflanzen erhält man meist getopft, aber es gibt auch ältere Pflanzen, die bereits im Freiland ein paar Monate abgehärtet wurden. Diese können auch im Winter angepflanzt werden. Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner sollten aufpassen, dass der Boden für die Pawpaw-Pflanze tiefgründig, nährstoffreich und gut wasserdurchlässig ist. Auf Staunässe reagiert eine Indianerbanane ebenso sensibel wie auf zu trockenen Boden. Jungpflanzen vertragen zudem keine direkte Sonneneinstrahlung. Bis die Pflanzen etwa 40 Zentimeter hoch sind, sollten sie nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.

Pawpaw: Tipps für den Anbau

Es ist ratsam, immer zwei verschiedene Sorten anzupflanzen, da die Indianerbanane auf eine Fremdbestäubung angewiesen ist. Auch wenn die Sorte Prima die einzige zuverlässige selbstfruchtbare Pawpaw-Sorte ist, so bringen sie bei Fremdbestäubung deutlich höhere Erträge. Da die für die Bestäubung benötigten Insekten in Deutschland nicht vorkommen, sollten Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner einfach von einer Pflanze mit einem kleinen Pinsel ein wenig Pollen von den Staubgefäßen im Stempel der Blüte entnehmen und ihn auf die Blütennarben der jeweils anderen Pflanze geben.

Trotzdem ist Geduld gefragt, was die Ernte betrifft – drei Jahre bis zu den ersten reifen Früchten sind hier keine Ausnahme. Achtung: Sowohl die Schale als auch die Kerne enthalten laut Purdue University Alkaloide. Kaut man die Kerne zusätzlich, werden die Stoffe noch stärker freigesetzt und können Verdauungsbeschwerden und starke Übelkeit auslösen.

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