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Vertrockneter Mais auf Feldern: Darum ernten Bauern jetzt erst

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Von: Anna Katharina Küsters

Vertrockneter Mais auf dem Feld hat nun seinen großen Auftritt, denn viele Bauern ernten die goldenen Kolben erst im November. Das hat einen bestimmten Grund.

Münster – Herbst ist die Jahreszeit für Ernte schlechthin. Besonders auffällig sind die hochwachsenden Maisfelder, die Bauern dann Stück für Stück abernten. Doch bei Spaziergängen über Feldwege fallen zwischen den abgeernteten Feldern auch immer wieder Maisfelder auf, die anders aussehen. Auf diesen Pflanzen hängen die Maiskolben noch und vertrocknen anscheinend, ohne dass Bauern sie rechtzeitig ernten. Doch der vertrocknete Mais hängt nicht ohne Grund noch an den Pflanzen.

Vertrockneter Mais auf Feldern: Deswegen wird er nicht geerntet

Mais kann im Alltag in vielen Formen vorkommen. Sei es als Cornflakes, als Popcorn, als Stärke oder als Maisgrieß. Besonders für Menschen mit einer Glutenunverträglichkeit ist Mais ein wertvoller Ersatz, denn aus den Körnern lässt sich auch Mehl herstellen. Das dient oft als Grundlage für glutenfreies Brot oder Nudeln. Daneben spielt Mais auch in der Landwirtschaft als Futtermittel eine wichtige Rolle. Das Getreide findet also viele Verwendungen, ob für Mensch oder Tier.

Die bekannten, süßen, gelben Maiskörner stellen Produzenten in der Regel aus sogenanntem Zuckermais her. Diese Maissorte wird laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) milchreif geerntet. Das bedeutet, dass sie Maiskolben dann erst halbreif sind. Danach ist es im Supermarkt zum Beispiel in der Konservenabteilung erhältlich.

Neben Zuckermais gibt es beispielsweise noch folgende Maissorten:

Zu sehen ist ein vertrockneter Maiskolben (Symbolbild).
Dieser Maiskolben wird erst im November geerntet (Symbolbild). © Ralph Peters/Imago

Mais lässt sich übrigens auch gut im eigenen Garten anbauen*.

Vertrockneter Mais auf Feldern: Das steckt dahinter

Doch längst nicht alle Maisfelder sind im Oktober bereits abgeerntet. Der Grund dafür liegt in der Tierfuttermittel-Branche. Entdecken Gärtnerinnen und Gärtner vertrocknete Maiskolben auf einem Feld, müssen sie sich nicht sorgen. Die Bauern beginnen etwa Ende Oktober bis in den November mit der Ernte. Laut der Landwirtschaftskammer NRW ist der Grund für die späte Ernteeinfuhr das sogenannte Corn-Cob-Mix (CCM).

Aus den vertrockneten Maiskolben gewinnen Bauern ein gehäckseltes Gemisch aus Spindel, kombiniert mit den Körnern der noch verbliebenen Maiskolben. Eine Maisspindel ist übrigens der innen liegende Teil des Kolbens, an dem die einzelnen Körner hängen. Das CCM ist in der Landwirtschaft besonders in der Schweinezucht von Bedeutung, da es die Grundlage für ein spezielles Tierfutter ist. Bauern bauen für die Ernte der vertrockneten Maiskolben ihre Mähdrescher extra um und nutzen nur komplett ausgereifte Maiskörner zur Herstellung des CCM. Der Rest der Pflanze fällt auf den Boden und unterstützt dort die Humusbildung. Bei der Herstellung von Silomais hingegen nutzen Bauern die gesamte Maispflanze. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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