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Kamille gefährdet: Damit hat das Kraut zurzeit zu kämpfen

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Von: Anna Katharina Küsters

Die Kamille ist als Heilpflanze bekannt und der aus ihr aufgegossene Tee hilft gegen Bauchschmerzen und andere Krankheiten. Doch seit ein paar Jahren geht es der Kamille immer schlechter.

Münster – Eines der wichtigsten Heilkräuter in Deutschland ist die Kamille. Sie hilft bei Magen- und Darmproblemen und lindert Stresssymptome und verziert die Gärten mit ihren schönen, weißen Blüten. Doch die Kamille hat in den vergangenen Jahren mit immer mehr Umwelteinflüssen und Schädlingen zu kämpfen. Sie ist so stark angegriffen, dass sogar die Ernte deutlich geringer ausfällt.

Kamille gefährdet: Damit hat das Kraut zurzeit zu kämpfen

Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) ist ein in Deutschland heimisches Kraut, das zur Familie der Korbblütler zählt. Besonders eng verwandt ist sie beispielsweise mit der Margarite und dem Gänseblümchen. Ihre Blüten sind ebenfalls klein und weiß und ihr Inneres gelb gefärbt. Diese gelbe Mitte besteht aus vielen kleinen, einzelnen Blüten, wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) festhält. Und auch jedes einzelne weiße Blättchen darum herum zählt aus botanischer Sicht als einzelne Blüte. Ihren Ursprung hat die Echte Kamille in Osteuropa und im Süden, doch sie wächst schon viele Jahrhunderte auch in Deutschland. Es besteht allerdings Verwechslungsgefahr mit folgenden Exemplaren:

Diese beiden Arten haben nicht die heilenden Kräfte der Echten Kamille, sie sehen ihr nur oftmals sehr ähnlich. Sie lösen aber im Gegensatz zur Echten Kamille keine Krämpfe, wirken nicht entzündungshemmend und auch nicht beruhigend*.

Kamille gefährdet: Das bedroht die Pflanze

Doch zurzeit steht es nicht gut um die Echte Kamille. Seit Jahren geht die Erntemenge zurück und das hat verschiedene Ursachen. Laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) sind das Schädlinge wie:

Der Pilz der Gattung Rhexocercosporidium ist den Wissenschaftlern und Bauern noch nicht lange bekannt. Aufgrund vermehrter schlechter Kamilleernten beobachten Expertinnen und Experten Julius-Kühn-Instituts die Pflanze schon über mehrere Jahrzehnte und konnten den neuen Pilz nun identifizieren. Wie damit umzugehen ist, ist jedoch noch unklar. Dafür reicht das Wissen über den Pilz noch nicht aus.

Der Kamillenkleinrüssler hingegen ist Bauern schon lange bekannt. Er ist eine große Gefahr für die erste Kamillenblütenernte im Frühjahr, da er sich bereits im Herbst in der Nähe der Pflanzen festsetzt. Ähnlich wie die Auwaldzecke ist er aktiv, sobald der Schnee schmilzt und macht sich dann über die Heilpflanze her. Das Problem sind dabei nicht die adulten Tiere, sondern deren Larven. Die fressen sich im Inneren des Stängels satt, höhlen ihn dadurch aus und machen ihn brüchig. Das wiederum erfreut Pilze sehr, denn über die geschwächten Pflanzen können sie leichter herfallen. Es entsteht also ein Kreislauf aus Schädlingen und Krankheiten.

Kamille gefährdet: Echter und Falscher Mehltau als altbekannte Feinde

Mehltau spielt nicht nur bei Zimmerpflanzen oder Kübelpflanzen eine Rolle, sondern auch bei der Kamillenernte. Der Pilz findet bei eh schon geschwächten Kamillenpflanzen den perfekten Wirt und kann in wenigen Tagen ein ganzes Feld zerstören. Die Pflanzen verkümmern, indem die weißen Blüten ergrauen und das Gesamtbild zerschlagen aussieht. So verliert die Kamille auch ihre heilende Wirkung. Ist die Pflanze einmal ausgetrocknet, können Bauern sie auch nicht ein weiteres Mal im Jahr ernten.

Neben Pilzen und Krankheiten bangen Produzenten auch oft um gemäßigtes Wetter. Denn ein kräftiges Gewitter oder ein starker Sturm im Mai können der frühen Ernte ebenfalls deutlich zusetzen. In Kombination mit den oben genannten Problemen stellt das die Bauern vor eine große Herausforderung. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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