Auf dem Bild steht eine Imkerin in ihrem weißen Imker-Schutzanzug und hält eine Beute, die vollbesetzt ist mit Bienen in der Hand (Symbolbild).
+
Wer sich in einem Imkerlehrgang schulen lässt, kann bald auch seine eigenen Waben mit Bienen besetzen (Symbolbild).

Honig aus dem eigenen Garten

Imkern für Anfänger: Was zur Grundausstattung für Hobby-Imker gehört

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
    schließen

Imkern im eigenen Garten muss nicht schwer sein, will aber gut geplant sein. Worauf Anfänger achten sollten, und wie sie ihr Bienenvolk vor dem Abwandern abhalten.

  • Was Hobbyimker über Rähmchen, Magazine und Beute wissen müssen.
  • Bienen bringen viele Erträge, aber auch Kosten mit sich.
  • Ein Bienenfreund, aber kein Imker: So gestalten Sie Ihren Garten bienenfreundlich.

Creve Coeur – Es summt und brummt und im Sommer steht der eigene Honig auf dem Küchentisch. Den Wunsch, sein eigenes Bienenvolk zu besitzen, haben viele. Bevor aber das Abtrennen der Propolis, also des Bienenharzes, zum Alltag wird, müssen ein paar Dinge beachtet werden.

Zu Beginn sollten Imker-Anfänger klären, ob das Halten von Bienen überhaupt erlaubt ist. Darüber gibt entweder ein Imkerverein oder die Gemeinde- und Stadtverwaltung Auskunft. Zudem ist es sinnvoll, als Anfänger in einer Imkerei einen Einsteigerkurs zu belegen. Dort wird das Imkern Schritt für Schritt erklärt. Der Deutsche Imkerbund hat dafür eine Liste mit Imkerverbänden in Deutschland erstellt. Wer das Einmaleins des Imkerns gelernt hat, kann sich als Nächstes Gedanken über den richtigen Standort für sein Bienenvolk und seinen Imkereibedarf machen.

Imkern im Garten: Standort der Bienen und Gesetzesvorschriften

Die Biene trägt bereits seit dem 19. Jahrhundert auch den Namen Anthophila. Der Entomologe Michael S. Engel (48) aus Creve Coer, Missouri, in den USA prägt diesen Begriff in der Wissenschaft auch in heutiger Zeit weiter. Optimal ist für die Anthophila ein Platz, an dem es windgeschützt, trocken und sonnig ist. Im Umkreis sollte sich für die Tiere eine abwechslungsreiche Landschaft erstrecken, von Wäldern über Gärten bis hin zu Parkanlagen. Es ist besser, keinen Weg in der Einflugschneise auf den Bienenstock zu haben. Dann fühlen sich die Biene nicht gestört beim An- und Abflug. Nach der Auswahl des Platzes folgt der Kauf des Bienenvolks. Im Frühjahr können sich Hobbyimkerinnen und -imker an einen Imkerverein wenden, meist erhalten sie dort im Frühjahr Bienenvölker und Imkereibedarf.

Nach Kauf der Bienen ist es laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Vorschrift, die zuständige Veterinärbehörde unverzüglich über seinen Start als Imker und die Anzahl der Bienenvölker sowie deren Standort zu informieren. Diese Regelung ist in der Bienenseuchenverordnung festgehalten.

Imkern im Garten: Unterbringung der Bienenvölker

Eine von Menschen hergestellte „Wohnung“ für Bienen nennt sich Beute. Bienen erhalten Hobbyimkerinnern und -imker beim Kauf in sogenannten Rähmchen. In denen sitzen die Bienen auf Waben, aus denen später der Honig gewonnen wird. Diese Rähmchen müssen in die für sie vorgesehene Beute passen – es ist also wichtig, Behausung und Rähmchen aufeinander abzustimmen. Im Imkereibedarf gibt es zum Beispiel das Deutsch-Normalmaß als Rähmchen in der Größe 370 x 233 Millimeter und das Dadant-Maß, das 460 x 270 Millimeter beträgt.

Als Beute bieten sich Magazine an: Das sind Behausungen aus Holz oder Kunststoff, die aus mehreren Einzelteilen zusammengesteckt sind. Die Magazine stehen im Freien ohne weitere Schutzvorkehrungen oder Absperrgitter. Weitere benötigte Werkzeuge sind:

  • Stockmeißel zur Lockerung der Waben und zum Abkratzen von Propolis (Bienenharz)
  • Wabenzange zum Entnehmen der Waben, aus denen der Honig entsteht
  • Smoker oder Imkerpfeife: Rauchgerät, das die Bienen auf Distanz hält
  • Schutzkleidung: Hut mit Sichtschutz und Schleier, Handschuhe aus Leder, Imkeranzug
  • Abkehrbesen zum Säubern der Bienen von den Waben
  • Wasserbestäuber
  • Messer mit langer Klinge

Imkern im Garten: Eine erfolgreiche Honig-Ernte

Das Ernten des Honigs erfolgt im Juni und im August. Imker sollten aber immer nur etwa 80 Prozent der Waben entfernen, da die Bienen die restlichen Waben als Vorräte zum Überwintern brauchen. Pro Bienenvolk muss der Imker mit einem Honigertrag von zehn Kilo und mehr rechnen.

Da das sogenannte Schwärmen den Honig-Ertrag schmälert, ist es laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) sinnvoll, sein Bienenvolk genau zu beobachten. Entstehen mehrere Königinnen, wird es dem Bienenvolk zu voll. Die neue Königin wandert bei schönem Wetter mit ihren Arbeiterbienen, die sie ihr Leben lang mit sogenanntem Gelée royale füttern, ab. Wer das verhindern möchte, muss darauf achten, dass es immer nur eine Königin gibt.

Zeitlich gesehen ist der Imker-Job besonders zwischen März und September aufwendig. Einmal pro Woche sollten Imker ihren Bienenstock besuchen und dafür etwa 30 Minuten einplanen. Pro Bienenvolk ist mit etwa 15 Minuten Pflege zu rechnen. Kinder können beim Imkern mithelfen und so schon früh das Leben der Biene verstehen und Honig gewinnen.

Imkern im Garten: Ein Überblick über die Kosten von Imkerzubehör

Imkern ist nicht das preiswerteste Hobby. Nach Anschaffung der notwendigsten Geräte und Werkzeuge pendelt sich der finanzielle Aufwand jedoch ein. Hobbyimkerinnern und -imker können mit einer Summe von etwa 1.170 Euro für die Grundausrüstung rechnen. So viel kostet in der Regel der Imkereibedarf:

  • zwei Bienenvölker etwa 150 Euro
  • vier Magazine 450 Euro
  • die Bekleidung etwa 80 Euro
  • ein Smoker liegt bei etwa 24 Euro
  • und eine Honigschleuder bei rund 220 Euro
  • hinzu kommen weitere Werkzeuganschaffungen zum Beispiel zur Honiggewinnung oder Abtrennung der Propolis

Bienenfreundlicher Garten: Was ist bei der Gartengestaltung wichtig

Wer nicht sofort selbst imkern möchte, der kann seinen Garten auch bienenfreundlich gestalten. Mit Trachtpflanzen – Pflanzen, die Bienen mit hoher Nektarproduktion als Nahrungsquelle dienen – locken Gärtnerinnen und Gärtner die Tiere schnell in den Garten. Dazu gehören beispielsweise Lindenbäume oder das Drüsige Springkraut. Nicht gefüllte Blumen sind grundsätzlich bei Bienen am beliebtesten, da sie noch Nektar und Pollen produzieren.

Besonders anziehend für Honig- und Wildbienen sind zum Beispiel Glockenblumen, Hornklee, Schafgarbe und Margeriten. Kräuter sind zudem ebenfalls wichtig: Thymian, Salbei und Lavendel sind beliebte Ziele von Bienen. Ein Zaun aus Totholz, auch Benjeshecke genannt, oder gestapelte Felssteine, bieten viele Löcher, in denen sich die Bienen wohlfühlen.

Auch hoch im Kurs bei Bienen ist das Staudenbeet mit Hoher Fetthenne, der Buschmalve oder dem Purpurglöckchen. Auch Gemüsesorten locken Bienen an: In keinem Gemüsegarten dürfen daher Erbsen, Bohnen, Kürbis, Melone, Zucchini oder Gurke fehlen. Generell gilt, dass eine Fruchtvielfalt im Garten oder auf dem Balkon wichtig ist. Dies lockt mehr Bienen an und der Fruchtertrag aufgrund der Bestäubung steigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare