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Hopfen im Garten: So wachsen die empfindlichen Pflanzen auch bei Ihnen

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Von: Anna Katharina Küsters

Hopfen steht oft in Verbindung mit Bier. Doch die Pflanze ist auch eine Insektenweide für den Garten und rankt gerne in luftige Höhen.

Bonn – Hopfen ist eine wahre Wunderpflanze. Denn entgegen der landläufigen Meinung, Hopfen finde nur in Bier Verwendung, können es Gartenfans noch an vielen anderen Stellen einsetzen. Im Bier sorgt der Hopfen unter anderem für eine längere Haltbarkeit des Getränks und für den würzigen Geschmack, macht aber auch eine schönere Schaumkrone im Glas. Aber auch als Heilpflanze lässt sich Hopfen nutzen.

Hopfen im Garten: Deswegen ist er nicht nur Grundlage für Bier

Besonders die USA und Deutschland kennen sich mit dem Anbau von Hopfen aus. Laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft produzieren diese beiden Länder zusammen mehr als ein Drittel des weltweit angebauten Hopfens. Besonders in Bayern brummt das Geschäft mit dem Hopfen. In Hellertau befindet sich im 17.000 Hektar Anbaufläche das größte Hopfen-Anbaugebiet der Welt.

Dass sich der Anbau auf so wenige Gebiete konzentriert, liegt unter anderem an den Ansprüchen der Pflanze. Echter Hopfen, botanisch auch Humulus lupulus genannt, gehört zur Gattung der Hopfen und zur Familie der Hanfgewächse. Richtig wohl fühlt sich die Pflanze nur, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:

Sind die Hopfenpflanzen einmal in einem für sie guten Gebiet gepflanzt, lassen sie sich bis zu 50 Jahre immer wieder ernten. Hopfen ist zweihäusig. Das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen, was besonders wichtig für den professionellen Anbau ist. Denn dort dürfen nur weibliche Exemplare wachsen. Männliche Exemplare müssen Hersteller sofort roden, da sie die weiblichen befruchten und so unbrauchbar für die Weiterverwertung machen.

Wachsen die Hopfenreben erst einmal, schießen sie schnell in die Höhe. Bis zu zehn Metern kann der Echte Hopfen hochwachsen und braucht deswegen von Beginn an ein Rankgerüst. Im professionellen Anbau sind das große Gerüstanlagen, da ein Hektar Hopfen laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft ein Gewicht von bis zu 100 Tonnen haben kann. Die neuen Triebe des Hopfens wachsen in der Regel sehr schnell, teilweise sogar zehn Zentimeter pro Tag. So ist es nicht verwunderlich, dass sich bereits Ende Juni oder Anfang Juli die Dolden entwickeln, die dann bis August heranreifen. Die Ernte zieht sich dann bis in den Oktober hinein.

Zu sehen ist eine weibliche Hopfenpflanze, deren Dolden bereits reif sind (Symbolbild).
Nur die weiblichen Hopfenpflanzen sind beim Anbau interessant (Symbolbild). © MiS / Imago

Hopfen im Garten: So wächst er auch bei Ihnen

Um Hopfen im Garten anzupflanzen, müssen Bedingungen wie oben beschrieben herrschen. Das ist nicht immer einfach und nicht immer möglich, doch aufgeben sollten Gartenfans nicht. Der beste Pflanzzeitpunkt für Hopfen im Garten ist das Frühjahr. So hat die Pflanze über den Sommer die Möglichkeit, gut einzuwurzeln, um dann im nächsten Jahr richtig in die Höhe zu schießen. Das Rankgerüst darf auch bei Hopfen im Garten nicht fehlen, ebenso wenig wie eine gute Düngung mit Kompost. Besonders bei einem Garten mit Sandboden empfiehlt es sich, vor der Pflanzung schon ordentlich Kompost unterzumischen. Stehen heiße Sommermonate bevor, braucht der Hopfen regelmäßig Wasser, da er sonst schnell vertrocknet.

Um einen Rückschnitt kommen Gärtnerinnen und Gärtner im späten Winter nicht herum. Der Hopfen im Garten braucht diesen, um kompakt und geregelt zu wachsen. Und auch wenn es rabiat klingt: Gartenfans müssen den Hopfen dann bis auf den Boden zurückschneiden.

Besonders gut eignet sich der Hopfen im Garten als Rankpflanze, die etwa als Sichtschutz dient oder ein dekoratives Element zusammen mit einer Clematis entlang einer Kletterhilfe ranken darf. Und nicht nur Gartenfreunde freuen sich über die schöne Pflanze, auch Insekten wie Schmetterlinge sind begeistert von ihr. Gärtnerinnen und Gärtner schaffen sich also zeitgleich auch eine gute Nahrungsquelle für die Tiere an.

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Hopfen im Garten: Dafür eignet sich die Pflanze noch

Schauen Gartenfans auf den professionellen Anbau, ist die Gewinnung von Bier jedoch nicht der einzige Nutzen von Hopfen. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist Hopfen auch ein gutes Mittel zur Beruhigung und hilft beim Einschlafen. In Kombination mit Baldrian ist es heutzutage in fast jedem Beruhigungsmittel enthalten*. Doch das war nicht immer so, denn als Hopfen als Nutzpflanze etabliert wurde, nutzen ihn Mönche zu Beginn nur, um Getränke zu konservieren.

Erst im 18. Jahrhundert wurde den Menschen die Wirkung des Hopfens wieder bewusst. Denn neben Bier nutzten verschiedene Ärzte wie etwa Christof Wilhelm Hufeland oder Johann Christian August Clarus als Mittel zur Förderung der Verdauung, Beruhigungsmittel oder als Mittel gegen Appetitlosigkeit. *24vita.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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