Erfrischend und pflegeleicht

Gurken anpflanzen: Deswegen brauchen Sie nicht viel Platz dafür

  • Anna Katharina Küsters
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Gartenfreunde, die sich für Gurken auf dem Balkon oder im Gemüsebeet entscheiden, brauchen nicht viel Platz. Nur in die Höhe sollte die Pflanze gut wachsen können.

Bonn – Das Aprilwetter erschwert zwar mit seinen unbeständigen Temperaturphasen einige Gartenarbeiten, aber robuste Gurkensorten können Gärtnerinnen und Gärtner bereits Ende April im Beet aussäen. Wer früher starten möchte, zieht die Samen einfach im Haus in einer kleinen Anzuchtschale vor oder kauft sich Gurken-Setzlinge. Die können sogar schon Anfang April ins Beet nach draußen. Grundsätzlich sind Gurken ein dankbares Gemüse, das leicht anzupflanzen ist und sich auch für unerfahrene Gartenfreunde eignet.

Gurken anpflanzen: So ernten Sie das knackige, grüne Gemüse bald

Direkt nach Tomaten, Möhren und Zwiebeln zählen die Deutschen Gurken (Cucumis sativus) als ihr Lieblingsgemüse auf. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) gehört die ehemals aus Nordindien stammende Gurke zur Familie der Kürbisgewächse und ist somit auch mit der Melone verwandt. Gurken gibt es in zahlreichen Varianten, besonders bekannt sind hierzulande aber die Salatgurke, auch Schlangengurke genannt, und Einlege- sowie Schälgurken. Salatgurken sind Gartenfreunden aus dem Supermarkt bekannt und wachsen zum großen Teil in Gewächshäusern. Einige Sorten lassen sich aber auch im Freiland oder auf dem Balkon anpflanzen.

Gurken bringen nicht nur einen leckeren Geschmack mit, sondern auch noch viele wichtige Nährstoffe. Zu 96 Prozent besteht die Gurke aus Wasser, die Nährstoffe sitzen vor allem in der Schale. Dort verbergen sich beispielsweise Vitamine und Mineralstoffe. Aufs Schälen sollten Gartenfreunde also besser verzichten und die knackige Schale einfach mitessen. Mit zwölf Kilokalorien pro 100 Gramm ist die Gurke zudem ein kalorienarmes Lebensmittel, das hilft, fit und gesund zu bleiben. Sehr strikte Veganer sollten jedoch wissen, dass auch Gurken in manchen Fällen nicht zu 100 Prozent vegan sind*.

Gurken anpflanzen: Die richtige Sorte

Bevor es nun an die Aussaat geht, entscheiden sich Gartenfreunde für die passende Sorte. Bei den Salatgurken gibt es beispielsweise einige, die sich auch im Freiland ziehen lassen. Dazu gehören:

  • Tanja
  • Deutsche Schlangen
  • Delfs Nr. 1
  • White Wonder

Zu den geeigneten Einlegegurken für eine Freilandaufzucht zählen beispielsweise folgende Sorten:

  • Bimbostar
  • Bidretta F1
  • Diamant F1
  • Delikateß

Die genannten Sorten von Salat- und Einlegegurken haben viele Vorteile. Sie sind etwa resistent gegen Mehltau, tragen viele Früchte und sind robust gegen widrige Wetterbedingungen. Zwischen April und Mai lassen sich alle Sorten im Freiland aussäen. Wer zurzeit lieber vorsichtig ist und nicht mehr auf wärmere Temperaturen warten möchte, sollte mit einer Vorkultur auf der Fensterbank beginnen.

Gurken anpflanzen: An diesem Standort wachsen sie gut

Gurken sind Sonnenliebhaber, deswegen sollte ein warmer, sonniger und windgeschützter Standort im Gemüsebeet reserviert sein. Die einjährigen Pflanzen wachsen am besten auf vorher gelockertem, humus- und nährstoffreichem Boden. Bei einer Vorzucht in einer Anzuchtschale sollten Gartenfreunde darauf achten, dass die Raumtemperatur nicht unter 20 Grad Celsius sinkt. Denn nur dann können die Gurkensamen laut dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) keimen. Sind die Keimlinge ein mal aus dem Boden geschossen, vertragen sie auch kühlere Temperaturen. Sobald sich zwei Blätter an den Gurkenkeimlingen zeigen, ist es Zeit für den Umzug ins Freiland. Bis spätestens Ende Juni muss die Saat in den Boden, damit es noch zu einer ertragreichen Ernte kommt. Eine direkte Aussaat im Freien sollten Gärtnerinnen und Gärtner also nur vornehmen, wenn es dauerhaft um die 20 Grad Celsius sind.

Bei der Aussaat im Freiland empfiehlt es sich, immer etwa drei Samenkörner in ein kleines Pflanzloch zu legen. Nach 35 Zentimetern folgt dann das nächste Pflanzloch. Als Starkzehrer sollten Gurken im Beet frühestens alle fünf Jahre an derselben Stelle wachsen. Salat eignet sich gut als Vorkultur, bevor die Gurkensamen oder Keimlinge ins Beet einziehen. Wichtig ist, dass sowohl auf dem Balkon als auch im Gemüsebeet ein Rankgitter vorhanden ist. Besonders Salatgurken wachsen erst mal in die Höhe. Das dezimiert nicht nur den Befall von Schädlingen, sondern ist auch gut, weil Gartenfreunde die Früchte leichter ernten können. Einlegegurken hingegen ranken am Boden.

Gurken anpflanzen: So viel Dünger und Wasser verlangen sie

Beim Gießen sind Gurken etwas empfindlich. Ihre Erde darf niemals ganz austrocknen, zu nass darf sie aber auch nicht sein. Am besten ist lauwarmes Gießwasser, da kaltes Wasser den Pflanzen schadet. Gartenfreunde sollten regelmäßig überprüfen, ob ihre Gurken nach Wasser verlangen. Besonders im Sommer ist das meist täglich der Fall. Das Wasser in Kübeln, aber auch im Beet verdunstet weniger schnell, wenn darüber ein Vlies gespannt ist oder der Boden gut gemulcht ist.

Auch beim Düngen müssen Pflanzenfans vorsichtig sein. Denn Gurken mögen kein stark salzhaltiges Substrat und Gurkenliebhaber sollten ihre Pflanzen daher mit Kompost oder Gesteinsmehl düngen. Dabei sollten sie immer darauf achten, wie viel Stickstoff die Gurken brauchen.

Gurken anpflanzen: Dann ist es Zeit für die Ernte

Etwa drei Monate nach dem Einpflanzen schreiten Gartenfreunde zur Tat und ernten die ersten Gurken ab. Je öfter sie die Pflanzen abschneiden, desto ertragreicher ist die Ernte. Physiologisch gesehen ernten Gärtnerinnen und Gärtner die Gurken im unreifen Zustand. Das ist sinnvoll, da sich sonst zu viele Bitterstoffe in den Früchten bilden und die Gurken ungenießbar schmecken.

Gurken anpflanzen: Vor diesen Schädlingen müssen Sie die Pflanze schützen

Besonders bedroht ist die Gurke von folgenden Krankheiten und Schädlingen:

Gegen die Fusarium-Welke, die auf einen Pilz im Boden zurückgeht, sind mittlerweile viele Sorten resistent. Ein Befall mit falschem und echtem Mehltau tritt bei zu feuchtem und bei zu trockenem Wetter auf. Auch dabei ist ein Pilz im Boden die Ursache. Mulchfolie und eine beständige Kontrolle der Pflanzen kann einem Befall vorbeugen. Spinnmilben treten ebenfalls besonders in sehr heißen und trockenen Perioden auf. Gezielt eingesetzte Florfliegen bekommen einen Befall meistens wieder unter Kontrolle. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Stylbruch

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