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Grüne Tomaten nachreifen lassen: Tipps zur Rettung unreifer Früchte

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Von: Mattias Nemeth

Das Jahr 2021 ist wohl für niemanden in Deutschland das Jahr der großen Tomatenernte. Umso entscheidender ist es, möglichst keine Frucht zu verlieren.

München – Vor allem die Braunfäule sorgt in diesem Jahr dafür, dass viele Tomaten grün bleiben. Doch es gibt einige Methoden, um diese noch zu retten und somit die Tomatenausbeute deutlich zu erhöhen. Denn mit den richtigen Tricks können Sie alle unreifen Tomaten im Haus ausreifen lassen.

Grüne Tomaten nachreifen lassen: Tipps zur Rettung unreifer Früchte

Unreife Tomaten sind grundsätzlich giftig, dafür sorgt der Stoff Solanin, der während der Reifung abgebaut wird. Auch bei grünen Sorten verschwindet das Solanin, sobald sie reif sind. Natürlich gilt hier, wie bei vielen Lebensmitteln: Die Menge macht das Gift. So gibt es beispielsweise auch Rezepte für Chutney oder fermentierte unreife grüne Tomaten. Bei diesen Zubereitungsarten wird das Solanin aber nur geringfügig verringert, also ist auch hier Vorsicht geboten und es sollten nur sehr kleine Portionen zu sich genommen werden. Durch den Kochvorgang kann das Solanin nämlich nicht zerstört werden, denn es ist hitzebeständig.

Allerdings gibt es eine gute Nachricht, denn es gibt viele Methoden, um grüne Tomaten nachreifen zu lassen*. Dabei sollten allerdings nur Früchte genutzt werden, die keine Druckstellen, Risse oder etwaige andere Beschädigung davon getragen haben. Deshalb ist es auch bei der Ernte von einzelnen Früchten wichtig, diese nicht abzureißen, sondern samt Stiel abzuschneiden. Der intakte Stiel verhindert nicht nur das Vergammeln der Tomaten, sondern sorgt auch dafür, dass die Tomaten während des Reifeprozesses ein intensiveres Aroma entwickeln können.

Unreife grüne Fleischtomaten an einer Tomatenpflanze (Symbolbild)
Wie schade es ist, wenn wunderschöne Tomaten einfach nicht reif werden. (Symbolbild) © David Munoz/Imago

Grüne Tomaten nachreifen lassen: Was Großmutter schon kannte – der Trick mit dem Apfel

Die am häufigsten verwendete Methode ist wohl die des Apfels als Reifebeschleuniger. Doch wieso funktioniert das eigentlich? Das liegt an einem Gas, das Äpfel ausströmen, nämlich Ethylen. Aber das strömen in diesen Mengen nicht nur Äpfel aus, sondern zum Beispiel auch Andenbeeren. Auch andere Obstsorten produzieren Ethylen, zwar in geringeren Mengen, aber noch in ausreichender Dosis, um den Reifeprozess anzukurbeln. Unter anderem sind das:

Aber auch bereits reife Tomaten können hierfür genutzt werden.

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Grüne Tomaten nachreifen lassen: Ab damit in die Kiste – aber mit der richtigen Temperatur

Um größere Mengen an grünen Tomaten zum Beispiel mithilfe von Äpfeln und Andenbeeren zum Reifen zu bringen, braucht es auch ein geeignetes Gefäß. Hierfür eigenen sich besonders gut Kartons, Kisten und Körbe, die mit viel Zeitungspapier ausgelegt sind. Sie können die Tomaten aber auch einzeln mit Stiel in Zeitungspapier einwickeln oder in Papiertüten verpacken.

Diese Behältnisse sollten dann bei ungefähr 18 bis 20 Grad Celsius an einem dunklen Ort aufbewahrt werden, der nicht zu trocken ist. Zum Reifen brauchen Tomaten nämlich kein Licht mehr, sondern nur Wärme und Luftfeuchtigkeit.

Grüne Tomaten nachreifen lassen: Die schonende Nachreifung im Tontopf

Eine eher unbekanntere Möglichkeit zur Rettung der grünen Tomaten ist die der Nachreifung im Tontopf. Ein Römertopf oder auch ein Lehmtopf ist hierfür besonders gut geeignet. In diesen Gefäßen gelingt eine schnelle und schonende Reifung. Doch zunächst muss das ausgewählte Tongefäß gründlich gereinigt werden. Anschließend wird es für mehrere Stunden gewässert. In das nun außen feuchte Tongefäß können die grünen Tomaten hineingelegt werden. Anschließend wird der Deckel so auf das Gefäß gesetzt, dass oben eine Mulde ist, in die Wasser gefüllt wird. Nun dauert es nicht mehr lange und die ersten Tomaten sind rot und schmecken wie frisch vom Strauch, wie kraut&rüben berichtet.

Egal welche der bereits genannten Methoden Sie verwenden, Sie sollten Ihre Tomaten täglich auf Fäulnis oder Schimmelbildung kontrollieren und diese gegebenenfalls aussortieren.

Grüne Tomaten nachreifen lassen: Frisch vom Strauch aber Kopfüber

Haben Sie ausreichend Platz, dann können Sie auch auf die natürlichste Reifehilfe überhaupt zurückgreifen, nämlich die Tomatenpflanze selbst. Dazu ziehen Sie die Tomatenstauden ganz heraus und entfernen die Erde von den Wurzeln. Anschließend hängen Sie die Pflanze in Gänze kopfüber – beispielsweise an eine Wäscheleine – in einem warmen Raum mit einer gewissen Luftfeuchtigkeit auf. Dies sorgt für eine besonders aromafördernde Reifung. Diese Methode ist auch die Einzige, bei der das Saatgut kaum an Qualität verliert, bei allen anderen Methoden entsteht kein wirklich nutzbares Saatgut.

Bei weniger Platz können Sie auch die Zweige oder Rispen anstatt der gesamten Staude aufhängen, auch das funktioniert, wenn auch nicht ganz so gut. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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