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Das gelbe Band: An diesen Bäumen dürfen Sie gratis Obst ernten

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Von: Mattias Nemeth

Hat man freiliegende Streuobstwiesen, dann kommt manchmal so viel Ernte zusammen, dass man mit dem Pflücken nicht nachkommt. Dafür gibt es nun eine tolle Lösung.

München – Grundsätzlich sollte man nicht einfach an unbekannte Obstbäume oder -felder gehen und einfach ernten. Denn immer mehr Landwirte haben das Problem, dass Spaziergänger sich auf ihren Feldern frei bedienen. Sogar in Weinbergen werden Reben durch Wanderer beschädigt, die sich gratis Verpflegung besorgen. Aber man kann mit den Landwirten sprechen oder man entdeckt an den Bäumen ein gelbes Band, dann sieht das Ganze nämlich anders aus.

Das gelbe Band: An diesen Bäumen dürfen Sie gratis Obst ernten

Noch nie gab es so vielfältige Angebote an Obstsorten, mit verschiedenen Erntezeitpunkten, wie kraut&rüben berichtet. Während dieser Erntesaison laden die verschiedenen Obstbäume am Wegesrand und Streuobstwiesen zum Probieren ein. Während an mancher Stelle verbotenerweise die Ernte in großem Stil entwendet wird, verrotten andernorts viele Kilos an Obst ungeerntet auf dem Boden*. Da hier sehr viel Unwissenheit herrscht, wurde nach einer Lösung gesucht. Mit dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ hat der Landkreis Esslingen im Jahr 2020 den Bundespreis von „Zu gut für die Tonne!“ in der Kategorie „Landwirtschaft & Produktion“ gewonnen. „Zu gut für die Tonne!“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Seitdem haben sich viele Gemeinden in ganz Deutschland der Aktion angeschlossen.

Wie funktioniert das „Gelbe Band“? Obstbaumbesitzer, die ihr Obst nicht selbst ernten können, können sich bei diesem Projekt registrieren und erhalten daraufhin die namensgebenden gelben Bänder. Diese können dann an den Bäumen angebracht werden. Das Band signalisiert, dass hier jeder ernten darf. Es kann auch an Körben angebracht werden, sollte man keinen Zugang zu den Bäumen gewähren wollen.

Drei Männer binden das gelbe Band um einen Baum. (Symbolbild)
Immer mehr Streuobstwiesen-Besitzer nehmen am Projekt „Gelbes Band“ teil. (Symbolbild) © BeckerBredel/Imago

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Das gelbe Band: Rücksicht ist der Grundstein des Ernteprojekts

Für das Ernteprojekt braucht es aber Rücksicht. Bei dem ein oder anderen Standort kam es nämlich anfangs zu kleineren Problemen, mittlerweile funktioniert das Ganze aber weitgehend problemlos. Einfach zur Sicherheit findet man dennoch an vielen Gelb-Band-Bäumen ein paar Verhaltensregeln:

Also Regeln, an die sich die meisten Menschen von Haus aus halten. Außer der verringerten Lebensmittelverschwendung hat das Ganze noch einen weiteren Vorteil. Durch das eigene Ernten des Obstes bekommen viele einen wesentlich direkteren Bezug zu Lebensmitteln. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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