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Chili Saatgut gewinnen: So funktioniert die scharfe Samenernte

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Von: Mattias Nemeth

Wer Gemüse anbaut, der möchte auch sein eigenes Saatgut ernten, um die tollen Sorten zu erhalten, die gewachsen sind. Das gelingt auch bei Chilis wunderbar.

München – Die Chiliernte ist nun im vollen Gange, natürlich ist es jetzt auch Zeit, Saatgut zu ernten. Doch damit dieses auch lange hält und verwendet werden kann, sollten Sie darauf achten, wann und wie Sie ernten und vor allem darauf, wie Sie die gewonnenen Samen optimal lagern.

Chili Saatgut gewinnen: So gelingt Ihnen die scharfe Samenernte

Entnehmen Sie das Chili-Saatgut nicht nur von einer einzelnen Pflanze, sondern wenn es geht von verschiedenen, um so zu verhindern, dass das Erbgut verarmt. Wollen Sie sortenreines Saatgut, dann sollten Sie einen Schutz auf die Blüten ausbringen. Chilis können sich nämlich verkreuzen. Milde Chilis können, wenn sie neben scharfen Exemplaren stehen, dadurch im nächsten Jahr eine pikante Überraschung bereithalten. Aber es geht auch andersherum, auch scharfe Chilis können dadurch im nächsten Jahr milder werden.

Die Chilisamen sind reif, sobald die Schoten eine deutliche Farbveränderung vollzogen haben. Dann ist das Saatgut im Inneren gelb und nicht mehr weißlich. Zu diesem Zeitpunkt ist die Keimrate am höchsten. Sind Sie sich nicht sicher, ob eine Chili schon vollumfänglich ausgereift ist, können Sie auch zwei, drei Schoten hängen lassen, bis sie deutlich überreif sind und langsam weich und matschig werden. An diesem Punkt haben Sie definitiv reife Samen. Also lieber das Saatgut aus angegammelten Früchten entnehmen, anstatt sie im Haus nachreifen zu lassen.

Folgendes brauchen Sie für die Saatguternte:

Die Handschuhe sollten Sie zur Samenernte unbedingt tragen. Denn Sie wollen auf gar keinen Fall die Schärfe der Chili im Auge oder in offenen Wunden spüren. Das Schärfe verursachende Capsaicin hat die höchste Konzentration an dem Gewebe, in welchem sich die Samenkörner befinden. Mit einem Messer können Sie dann die Chilischote längs aufschneiden und mit einem Löffel die Samen auskratzen. Dann sollten Sie die Samen für drei Tage trocknen lassen.

Bunte Chilis an Gemüsestand Markthalle. (Symbolbild)
Die große Chilivielfalt sollte erhalten werden. (Symbolbild) © Robert Seitz/Imago

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Chili Saatgut gewinnen: Saatgut aufbewahren

Nach dem Trocknen werden die Samen am besten luftdicht verschlossen und trocken und kühl gelagert. Dementsprechend sollten Sie die Samen am besten in lichtundurchlässigen Behältnissen lagern. So aufbewahrt, bleiben die Chili-Samen drei Jahre lang gut keimfähig. Überalterte Samen keimen verzögert, lückig oder gar nicht mehr, wie kraut&rüben berichtetAlso sollten Sie Ihre Sorten regelmäßig aussäen, um sie zu erhalten*. Alle Samen, die nicht zur Vermehrung gebraucht werden, können Sie mahlen und so zu Chilipulver verarbeiten. Es verleiht Ihrem Chiligewürz noch mehr Schärfe. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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