Luft statt Auflockerung

Aerifizieren: So geht Rasenlüften – und das unterscheidet es vom Vertikutieren

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Aerifizieren unterscheidet sich vom Vertikutieren. Beide Methoden haben Vorteile, doch kann der Rasenlüfter den Vertikutierer nicht ersetzen. Es gibt aber Kombigeräte.

München – Beinahe jeder kennt inzwischen den allseits beliebten Vertikutierer. Im Frühjahr kommt der in vielen Gärten zum Einsatz, dabei wird eine andere Methode zur Bodenverbesserung gerne außer Acht gelassen: das Aerifizieren oder auch Rasenlüften.

Aerifizieren: So geht es und das ist der Unterschied zum Vertikutieren

Der Aerifizierer kann in vielen Formen daherkommen. Den Vertikutierer dagegen kennt beinahe jede Gärtnerin und jeder Gärtner. Kein Wunder, denn ein Vertikutierer soll Moos und Rasenfilz entfernen und den Rasen so fit für das Gartenjahr machen. Aber was, wenn Sie gar kein Moos haben, sondern verdichteten Boden und dem Rasen dennoch etwas Gutes tun wollen? Dann hilft Aerifizieren.

Aerifizieren oder Rasen(be)lüften ist für die Rasenpflege und ein gesundes Grün wichtig. Verdichtete Böden sorgen langfristig für eine Störung des Wasser- und Lufthaushalts im Boden. Dabei kann es schon ausreichen, dass der Rasen regelmäßig betreten wird. Wer also nicht vorrangig Moos oder Rasenfilz entfernen möchte, sondern seinen Rasen belüften will, sollte Methoden für die Aerifizierung nutzen. Das erhöht die Widerstandsfähigkeit des Rasens. Verdichteter Boden würde zu schlechterem Abfließen von Wasser sorgen, vor allem Lehmböden und andere schwere Böden sind davon betroffen.

Die Anzeichen für verdichteten Boden sind dabei:

  • Breitwegerich als Zeigerpflanze: Tritt der in größeren Mengen auf, sollten Sie zum Aerifizierer greifen
  • Staunässe
  • Modriger Geruch
  • Eingeschränktes Graswachstum

Und was genau bringt das Aerifizieren nun? Man kann den Boden in verschiedene Porengrößen einteilen, vor allem die Mittel- und Grobporen nehmen bei verdichteten Böden ab. In den Mittelporen befindet sich beispielsweise das für die Pflanzen verfügbare Wasser, während sie das aus den Feinporen nicht mehr nutzen können. Die Grobporen begünstigen die Drainage und sorgen auch für gutes Wurzelwachstum. Wo das Gras also weder Platz zum Atmen noch zum Wachsen hat, wird es schlechter gedeihen. Ein Aerifizierer schafft da Abhilfe, indem er kleine Löcher in den Boden sticht.

Die Unterschiede zwischen Vertikutierer und Aerifizierer im kurzen Überblick:

VertikutiererAerifizierer
entfernt Moos und Rasenfilzbelüftet den Boden bei Bodenverdichtung
hat starre, senkrechte Messer, die die Grasnarbe anritzenhat dünne, teils hohle Zinken, die in den Boden stechen
sollte maximal zwei Mal im Jahr angewendet werdenkann bedenkenlos öfter angewendet werden (zwischen April und Oktober)

Beim reinen Rasenlüften kann teils auch nur mit passenden Zinken Rasenfilz und anderes störendes Material aus dem Gras entfernt werden. Richtiges Aerifizieren beinhaltet, dass das Gerät in den Boden sticht. Teilweise werden dabei auch die ausgestochenen Stücke ganz entfernt und vom Gerät aufgefangen. Richtiges Vertikutieren dagegen entfernt Unkraut, meist samt Wurzel, und ist daher als Ergänzung zum Rasenlüfter oder Aerifizierer sinnvoll.

Aerifizieren: Diese Möglichkeiten haben Sie

Grundsätzlich ist manuelles Aerifizieren durchaus möglich und für kleinere Flächen gut geeignet. Wer aber einen großen Garten hat, wird dabei schnell an seine körperlichen Grenzen stoßen. Denn je Quadratmeter bedeutet das etwa 200 Löcher mit je zehn Zentimetern Tiefe*.

Diese Methoden und Geräte zum Aerifizieren gibt es beispielsweise:

  • Hand-Aerifizierer/Aerifiziergabel mit Auffangbehälter: Dabei handelt es sich um ein Gerät, das etwas an einen Blumenkasten erinnert. Zinken stechen unten in den Boden, entfernen etwas Masse, die dann in einer Art Korb aufgefangen wird. Das Gerät ist rein manuell.
  • Rasen(be)lüfterschuhe: Hier werden keine Bodenteile ausgestochen, die Zinken stechen aber ins Gras. Die „Schuhe“ sind eine Konstruktion aus Sohle samt Zinken, die mit Bändern um den normalen Schuh geschnürt und so befestigt wird. Das kann durchaus Spaß machen und eignet sich für kleine Flächen.
  • Handaerifizierer ohne Auffangbehälter: Auch hier werden kleine Löcher in den Boden gestochen, das entfernte Material landet dabei aber nicht in einem Korb. Dafür ist dieses Modell platzsparender und das Material kann hochwertiger ausfallen.
  • Aerifizierwalzen: Ebenfalls manuell zu bedienen, jedoch sind sie deutlich besser für größere Flächen geeignet.
  • Elektrische Rasenlüfter: Auch elektrische Geräte zum Rasenlüften oder Aerifizieren gibt es. Teils sind auch für Vertikutierer Ersatzteile verfügbar, sodass statt der Vertikutierwalze einfach eine zum Aerifizieren oder Rasenlüften eingesetzt werden kann.

Ergänzend zum Aerifizieren und Rasenlüften können Sie den Boden anschließend sanden. Der Sand setzt sich dabei in den entstandenen Löchern ab und hält diese dauerhaft frei von Erde oder Wurzeln. Nach dem Vertikutieren kann Sanden ebenfalls sinnvoll sein. Grundsätzlich können Sie zum Aerifizieren jede Gabel nutzen, spezielle Gräte erleichtern die Arbeit jedoch deutlich. Oftmals finden Sie die passenden Geräte zum Aerifizieren eher unter dem geläufigeren Namen „Rasenlüfter“. Auch Ausleihen ist oft möglich und bei seltener Nutzung sinnvoll. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Redeleit

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