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Flieder: Standort, Pflege und wie Sie die Blüten verarbeiten können

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Von: Franziska Irrgeher

Fliedergeruch ist gewöhnungsbedürftig. Essbar sind die Blüten aber in jedem Fall. Damit Flieder im Garten schön blüht, müssen erstmal der Standort und die Pflege stimmen.

Hamburg – Flieder ist eine hübsche und robuste Gartenpflanzen die Wind und Trockenheit trotzt. Nicht jeder weiß, dass die Blüten des Flieders sogar essbar sind. Denn Geruch und Optik lassen nicht unbedingt auf essbare Blüten schließen. Bei der Flieder-Pflege muss zunächst der Standort stimmen.

Flieder: Standort, Pflege und wie Sie die Blüten verwenden können

Flieder ist eine der Pflanzen, die jeder irgendwo vom Wegrand oder öffentlichen Grundstücken kennt, die wenigsten haben ihn aber im Garten. Wenn, dann eher Schmetterlingsflieder (Sommerflieder), der zu den Braunwurzgewächsen gehört. Flieder (Syringa) dagegen zählt zu den Ölbaumgewächsen und es gibt ihn meist als Edel-Flieder, aber auch Wildflieder (Gemeiner Flieder) ist in einigen Gärtnereien zu finden.

Flieder: Invasive Art und Insektenmagnet?

Natürlich kommt Flieder von Ostasien bis Südosteuropa vor und sein Rand-Dasein in Gärten mag damit zusammenhängen, dass er eher knorrig und altbacken wirkt. Sommerflieder dagegen sprüht schon optisch vor Energie und ist in seiner gesamten Gestalt etwas auffälliger und moderner. Sollten Sie deshalb auf Flieder im Garten verzichten?

Nicht unbedingt. Sommerflieder lockt zwar Insekten an, unter Naturgartenfans herrscht aber Uneinigkeit, weil er keine heimische Pflanze ist. Normaler Flieder kam laut GEO bereits im Jahr 1588 nach Nürnberg, wächst bei uns also schon eine ganze Weile, dennoch kann er laut GEO heimischen Arten gerade auf Felsstandorten Konkurrenz machen. Ideal ist Flieder im Garten also nicht. Es gilt also abzuwägen, ob der Flieder im Garten heimischen Pflanzen Konkurrenz macht oder an einem Zaun oder in einer Ecke ungestört und ohne andere zu stören wachsen darf.

Bringt Flieder dann wenigstens unseren Insekten etwas? Wer vor blühendem Flieder steht, kann meist gefahrlos daran riechen, Bienen kommen einem keine in den Weg. Aber wieso nicht? Flieder duftet zwar gut, enthält aber giftige Inhaltsstoffe, die ihn im Geschmack bitter und somit für nektarsuchende Insekten uninteressant machen. Sommerflieder hat hier die Nase vorn, wer Gemeinen Flieder oder Edelflieder in den Garten setzt, sollte daher unbedingt auch insektenfreundliche Pflanze, Wildkräuter und Blumen als Ausgleich pflanzen.

Flieder: Pflanzung, Pflege und Verwendung in der Küche

Flieder bleibt also leider eine hübsche Zierpflanze mit wenig Mehrwert für unsere Natur. Allerdings gelten Fliederblüten als essbar, sie dürfen nur nicht roh sein. Aus Fliederblüten lässt sich Sirup herstellen, somit blüht die Pflanze also keineswegs umsonst.

Diese Bedingungen braucht Flieder im Garten:

Nun ist der Flieder gepflanzt, wird gut gepflegt und blüht irgendwann das erste Mal. Wer die Blüten nicht verschwenden möchte, kann sie ernten. Vorab sei gesagt, dass Flieder Bitterstoffe enthält. Was Insekten abschreckt, schmeckt auch nicht jedem Menschen, gesund könne die Bitterstoffe aber sein. Für Sirup beispielsweise benötigen Gartenfans frische Blütenrispen, Wasser, Zucker und eine Zitrone. Die Blüten sollten unbedingt vor der Zubereitung gut ausgeschüttelt werden, um Insekten zu entfernen, die einzelnen Blüten werden dann von den Stielen abgezupft.

Als essbare Blüten eignen sich Fliederblüten dennoch nicht, sie sollten unbedingt immer stark erhitzt werden für etwa 20 Minuten, das zerstört die Giftstoffe. Neben Sirup eignet sich auch Tee aus Fliederblüten. Dennoch sollten Sie vorsichtig sein, denn Flieder kann bei empfindlichen Menschen als Aufguss Krämpfe auslösen. Auch Haustiere und Kinder sollten die Blüten nicht essen. Was übrigens in Norddeutschland gemeinhin als Fliederbeere verkauft wird, sind Holunderbeeren. Auch Allergiker, die stark auf Düfte reagieren, sollten von Flieder lieber Abstand nehmen.

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