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Fleischfressende Pflanzen: So gedeihen Venusfliegenfalle, Sonnentau & Co. auch prächtig in Ihrem Wohnzimmer

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Von: Jasmin Pospiech

Venusfliegenfalle, Sonnentau oder Schlauchpflanzen: Was sich schillernd anhört, kann für Beutetiere gefährlich werden. So pflegen Sie die Mischwesen aus Pflanze und Raubtier richtig.

Leipzig – Fleischfressende Pflanzen fristen in den heimischen vier Wänden hierzulande noch ein Schattendasein. Schließlich klingt allein der Name für viele gefährlich und abstoßend. Andere sind von den exotischen Fleischfressern zwar fasziniert, trauen es sich aber nicht zu, diese bei sich zu Hause zu halten. Wie müssen sie schließlich richtig gepflegt oder gar „gefüttert“ werden?

Fleischfressende Pflanzen: So gedeihen Venusfliegenfalle, Sonnentau & Co. auch prächtig in Ihrem Wohnzimmer

Tatsache ist: Pflanzen wie die bekannte Venusfliegenfalle zählen tatsächlich zu den sogenannten „Karnivoren“, also den Fleischfressern. Erstere verfügt über eine Klappfalle mit stachelförmigen Fühlborsten an den Rändern der beiden Fangblätter. Sobald ein Beutetier wie ein Insekt die Borsten berührt, schnappt die Falle der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Pflanze zu. (Sukkulenten vermehren: So einfach geht es)

Demnach wachsen die Pflanzen gewöhnlich auf nährstoffarmen Böden, in Mooren oder auf Bäumen, weshalb sie sich an ihren Standort anpassen mussten. Um zu überleben, haben sie sich zwangsläufig für die fleischfressende Lebensweise entschieden. Doch auch hierzulande gibt es verschiedene Arten des Sonnentaus. Dieser lebt in Mooren und lockt Insekten mit einem Sekret an, dass er an Tentakel auf den Blättern, die eng nebeneinanderstehen, absondert. Diese Tröpfchen schillern dann verführerisch im Sonnenlicht. (Steingarten: Die Alpenwelt im Vorgarten – so legen Sie ihn richtig an und gestalten ihn typisch)

Ein gefundenes Fressen für Beutetiere – aber am Ende für den Sonnentau. Geraten Erstere an die Tentakel, bleiben sie durch das Sekret kleben. Die benachbarten Tentakel beugen sich über die Beute, um sie festzuhalten. Nun kann der Sonnentau in Ruhe mithilfe eines Verdauungsenzyms die Beute zersetzen und die dringend benötigten Nährstoffe herauslösen. (Lebende Steine: So pflegen Sie Lithops als Zimmerpflanze richtig)

Fleischfressende Pflanzen: Diese Pflege brauchen Venusfliegenfalle, Sonnentau & Co.

Daher sind Venusfliegenfalle, Sonnentau & Co. auch sehr pflegeleichte Zimmerpflanzen, wenn man sie sich ins eigene Zuhause holen will. Schließlich muss man die Pflanzen Experten zufolge auch nicht füttern und sie sind für jegliche Haustiere ungiftig.

Zudem kann die Falle auch ganz leicht mit einem Trick selbst ausgelöst werden: „Man kann die Falle aber auch mit einem Zahnstocher triggern“, erklärt Mario Winkler, Karnivorengärtner und -sammler aus Leipzig. Doch keine Sorge, wenn die Fallen irgendwann schwarz werden, betont er. „Nach zwei bis drei Fangzyklen stirbt die Schnappfalle ab und es werden neue gebildet.“

Doch worauf Pflanzenfreunde achten müssen, ist die Qualität des Gießwassers. Leitungswasser vertragen fleischfressende Pflanzen nicht besonders, lieber ist ihnen reines Regenwasser aus der Regentonne. Doch vor dem ersten Frost sollte das Wasser darin besser geleert werden. Ein weiterer Tipp: „Man kann sich auch eine Mischung aus destilliertem Wasser mit einem zehnprozentigen Anteil von Leitungswasser herstellen.“ Das gilt übrigens auch für einen weiteren neuen Pflanzen-Trend: den durstigen „Waterplants“.

Da die Pflanzen vorwiegend in Nebelwäldern und Standorten mit hoher Luftfeuchtigkeit vorkommen, brauchen Sie auch im eigenen Zuhause mindestens eine Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent. Daher ist das Badezimmer ein geeigneter Standort für sie. Besonders im Winter leiden viele Zimmerpflanzen unter der Heizungsluft, weshalb Luftbefeuchter eine sinnvolle Investition darstellen.

Daher empfehlen Gartenexperten, Venusfliegenfalle & Co. besser in ein Terrarium zu setzen. Zudem mögen sie schwammige Böden, weshalb normale Blumenerde als Substrat nicht die richtige Wahl ist. „Besser nimmt man ein Spezialsubstrat, das vorwiegend aus Torf besteht“, erklärt Experte Winkler. Schließlich reagieren sie sehr empfindlich auf manche Nährstoffe, weshalb Düngen tabu ist.

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