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Feuerschale im Garten: Was ist erlaubt, was verboten? Wann sich der Nachbar einmischen darf

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Von: Jasmin Farah

Ein kleines Lagerfeuer im Garten an lauen Herbstabenden macht sich gut für eine gesellige Runde. Doch ein offenes Feuer ist nicht überall erlaubt oder erwünscht.

Bad Honnef (Bonn) – Ein Lagerfeuer oder Fackeln tauchen den eigenen Garten in ein stimmungsvolles bis romantisches Licht, egal, ob man mit Freunden oder mit dem/der Liebsten zusammen ist. Doch eine offene Feuerstelle kann auch gefährlich sein – und wird aus diesem Grund auch manchmal von Nachbarn argwöhnisch beobachtet. Doch sind Feuerschale und Feuerkorb im eigenen Garten überhaupt erlaubt? Grundsätzlich ja, doch es gibt einiges zu beachten.

Feuerschale im Garten: Was ist erlaubt, was ist verboten? Und wann sich der Nachbar einmischen darf

Wenn der Sommer sehr trocken war und ein heftiger Wind geht oder infolgedessen ein Waldbrand entfacht werden könnte, darf kein Feuer gemacht werden. Schließlich entzündet sich das Gras um die Feuerstelle herum etwa bei Trockenheit oder Wind schneller, Funken springen über.

Entsteht ein Brandschaden, müssen Sie auch dafür haften, darauf weist die Berliner Feuerwehr hin. Um dies zu verhindern, empfiehlt es sich, das Feuer nie unbeaufsichtigt zu lassen und Eimer mit Wasser, angeschlossene Garten-Wasserschläuche oder Feuerlöscher stets in unmittelbarer Nähe zu haben. Grundsätzlich ist es verboten, Laub, Strauchwerk oder Gartenabfälle auf dem eigenen Grundstück zu verbrennen. Schließlich könnten der Rauch, die Hitze oder ein Funkenflug Nachbarn belästigen.

Eine Alternative, um den Garten stimmungsvoll in Szene zu setzen, sind auch LED-Lampen, „die Gehölze, kleine Kunstwerke oder eine historische Hausfassade indirekt beleuchten“, rät auch Yvonne Göckemeyer vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Fackeln eignen sich besser als Wegmarkierungen für die anstehende Gartenparty, so die Expertin.

Feuerschale im Garten: Gusseisen, Keramik oder im Rostlook? So gestalten Sie sie

Feuerschalen und Feuerkörbe lassen sich dagegen an verschiedenen Stellen im Garten aufstellen. Vor allem Feuerkörbe sind Gefäße, in denen das Feuer meist sicher brennt und Sie müssen sich nicht dauernd Sorgen machen, ob die Glut den Nachbarn stören könnte. Aber: „In der Nähe von Bäumen oder sogar darunter wäre ein Feuer fehl am Platz“, betont Göckemeyer. „Funken und Abgase könnten die Baumkronen beschädigen.

Eine weitere Möglichkeit, um schöne Lichteffekte im Garten zu erzeugen, gelingt mit einer Metalltonne, die an der Seite mehrere Löcher hat. „Aber Vorsicht, nicht anfassen!“, warnt Göckemeyer. Feuerschalen und -körbe hingegen machen viel her, wenn sie zum Beispiel aus rustikalem Gusseisen, Keramik oder gar Edelstahl hergestellt sind, erklärt auch Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.

Feuerschalen aus Cortenstahl im Rostlook sind gerade im Trend und zudem besonders hitzebeständig. Diese halten hohe Temperaturen aus und verändern ihr Aussehen nicht, im Gegensatz zu preisgünstigen Feuerstellen aus Metall, fügt Henze hinzu.

Feuerschale im Garten: Mit dieser Faustformel bestimmen Sie die Größe am besten

Dennoch empfehlen Experten auf Nummer sicher zu gehen und für die Feuerstelle am besten einen freien, windgeschützten Platz auf festem Untergrund im Garten auszuwählen. „Aber bitte nicht direkt auf dem Rasen, der würde darunter absterben“, erklärt Landschaftsarchitektin Göckemeyer.

Dagegen schützen Steinplatten oder auch spezielle Funkenplatten unter dem Feuerkorb. Für eine offene Feuerstelle heben Sie eine Grube im Boden aus, schichten darin Holz und schichten darum mehrere Klinker aus Kies, Sandstein oder Granit, „damit sich das Feuer nicht auf dem Boden ausbreiten kann“, sagt Gartenexperte Henze.

Übrigens: Haben Sie vor, eine feste Feuerstelle zu bauen, müssen Sie zuvor auf dem Bauamt eine Baugenehmigung erbitten. Doch Vorsicht: „Das ist bundesweit nicht einheitlich geregelt“, erklärt Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau weiter. „Gerade bei größeren Feuerstellen mit Sitzplätzen können regional unterschiedliche Vorschriften gelten.“

Grundsätzlich sollten die Sitzplätze aus Sicherheitsgründen weiter weg stehen und das Lagerfeuer oder der Außengrill nicht zu groß ausfallen. Eine gute Faustegel nach Expertin Göckemeyer: Richten Sie die Größe nach Anzahl und Wünschen der Bewohner aus. „Maßstab ist nicht das Familienfest mit 30 Personen, die ihr Stockbrot in die Flammenhalten, sondern der Alltag. Wenn man allein oder zu zweit vor einem überdimensionierten Feuer sitzt, macht das keinen Spaß“, erklärt die Expertin. (Mit Material von dpa)

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