Kälte im Mai

Eisheilige: Wann der Spätfrost kommt und was im Garten zu tun ist

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Im Mai stehen die Eisheiligen an. Sie sind meist der letzte Frost des Jahres, können aber auch viele Pflanzen nachhaltig schädigen. Wann nun was im Garten zu tun ist.

München – Gärtnerinnen und Gärtner kennen sicher die häufige Empfehlung, mit der Aussaat oder dem Pflanzen bis nach den Eisheiligen zu warten. Die liegen im Mai und sind nach Heiligen benannt. Der gefürchtete Spätfrost nahe der Jahresmitte kann bereits sprießende Pflanzen noch einmal bedrohen und schlimmstenfalls erfrieren lassen. Daher ist Vorbereitung angesagt.

Eisheilige: Wann der Spätfrost kommt und was zu tun ist

Die Eisheiligen werden im Jahr 2021 von Dienstag, 11. Mai, bis Samstag, 15. Mai, dauern. Andere Namen für diese späten Fröste sind auch Maifröste, Eismänner oder Gestrenge Herren. Wobei genaugenommen auch eine Dame enthalten ist.

Das sind die Eisheiligen im Einzelnen:

  • Mamertus: 11. Mai, Mamertus war ein Bischof von Vienne. Er zählt nur in manchen Regionen zu den Eisheiligen.
  • Pankratius: 12. Mai, Pankratius war ein frühchristlicher Märtyrer.
  • Servatius: 13. Mai, Servatius war ein Bischof von Tongern.
  • Bonifatius: 14. Mai, Bonifatius war ebenfalls ein frühchristlicher Märtyrer.
  • Sophia: Die „Kalte Sophie“ bildet am 15. Mai den Schluss der Eisheiligen. Sophia von Rom war eine frühchristliche Märtyrerin und starb um das Jahr 304.

Während die Eisheiligen im Norden Deutschlands am 11. Mai beginnen und mit dem 13. Mai enden, ist im Süden der 12. Mai der Start und das Ende läutet die Kalte Sophie ein. Das liegt daran, dass die kalte Luft den Norden zuerst erreicht, den Süden dagegen später.

Die Eisheiligen fallen jeweils auf die Gedenktage der Heiligen, wobei je nach Region auch Abkürzungen der Namen wie Pankraz, Servaz und Bonifaz geläufiger sind. So heißt es beispielsweise „Pankraz, Servaz und Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“. Denn die Eisheiligen sind auch Bestandteil der Bauernregeln im Mai, anhand derer Menschen früher versuchten, vom Wetter auf die Ernte zu schließen. Mit den Eisheiligen soll dann auch das wechselhafte Wetter vorbei sein, sodass normalerweise keine plötzlichen Fröste mehr drohen. Die Äquivalente zu den Eisheiligen wären im Jahresverlauf dann beispielsweise die Schafskälte und der Altweibersommer.

Und dann gibt es da noch das Phänomen, dass die Eisheiligen gar nicht zu den genannten Terminen auftreten, sondern rund zwei Wochen später. Schuld daran ist ausnahmsweise mal nicht der Klimawandel, sondern der Kalender. Wir nutzen den gregorianischen Kalender. Durch die Umstellung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender blieben zwar die Tage dieselben, würden aber eigentlich etwa zehn Tage später liegen.

Eisheilige: Das bedeuten die Eisheiligen für die Gartenarbeit

Nun haben die Eisheiligen im Garten zwar Auswirkungen auf die Pflanzen. Doch im Gegensatz zu den Bauern früher hätte ein Ernteausfall im Garten keine gravierenden Folgen für uns. Dennoch ist natürlich die passende Vorbereitung wichtig. Erste Anlaufstelle Mitte Mai ist daher die Wettervorhersage, die gibt immerhin etwas Auskunft über die zu erwartende Temperatur.

Frostschäden lassen sich in vielen Fällen verhindern, dafür genügt je nach Pflanze schon eine Abdeckung. Konkret können Sie aber Folgendes vor den Eisheiligen tun:

  • Frostempfindliche Pflanzen kennen: Gerade bei Neupflanzungen verlieren wir schnell den Überblick. Gärtnerinnen und Gärtner können daher vor den Eisheiligen in Erfahrung bringen, welche Pflanzen bei Frost eingehen und diese speziell schützen.
  • Balkonblumen und Kübelpflanzen: Sie sind oft besonders empfindlich gegenüber Frost und können rechtzeitig an geschützte Standorte umziehen. Auch Vlies als Abdeckung ist sinnvoll.
  • An die Blüten denken: Auf Obstplantagen wird beispielsweise mit Sprühnebel gearbeitet, damit die Blüten bei Frost durch eine Eis-Schicht geschützt sind. Im Garten reicht oft schon korrektes Mulchen, damit die Blüten nicht in der Nacht erfrieren.

Und wenn es sehr spontan kalt wird, können Gartenfans immer noch improvisieren und die Pflanzen schützen. Nach den Eisheiligen dürfen dann meist auch alle Blumen und weitere Gemüsepflanzen bedenkenlos ins Beet im Freiland. Die Gartensaison startet damit richtig.

Rubriklistenbild: © Christian Ohde / Imago

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