Kleine Schritte

Earth Day: Schnell umsetzbare Ideen für Wohnung und Garten

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
    schließen

Der Tag der Erde (Earth Day) dreht sich dieses Jahr um die nachhaltige Ernährung. Doch auch abseits von Lebensmitteln können wir nachhaltiger werden im Haus und Garten.

Stuttgart – Der Earth Day 2021 findet am 22. April statt und steht in Deutschland unter dem Motto „Jeder Bissen zählt. Schütze was du isst – schütze unsere Erde“ . Damit dreht er sich zwar erst mal um Ernährung, damit hängt unweigerlich aber auch die Umwelt und das Klima zusammen. Wer etwas verändern möchte, kann im Kleinen anfangen. Ob Garten oder Wohnung – die Umwelt können wir beinahe überall schützen und unterstützen.

Earth Day: Schnell umsetzbare Ideen für Haus und Garten

Was ist der Earth Day eigentlich und wo kommt er plötzlich her? Viele haben vielleicht die Werbung im Fernsehen oder den Sozialen Medien gesehen. Bei uns ist der Tag der Erde dennoch eher unbekannt, in den Vereinigten Staaten dagegen recht bekannt. Zurück geht er übrigens auf den damaligen Senator Gaylord Nelson und das Jahr 1970.

Beim Earth Day steht dieses Jahr bei uns die Ernährung im Vordergrund, international ist das Thema „Restore our Earth“. Bio, regional und fair werden auf der deutschen Seite als wichtige Kriterien genannt. Doch damit hört es natürlich nicht auf, denn selbst wenn wir nur saisonale Lebensmittel aus der Region und ohne Pestizide kaufen, produzieren wir Müll und Abgase. Auch die Botschaft des Earth Days in Deutschland hört dabei nicht beim Essen auf, Erde und Klima sollen sich erholen können. Und dazu können wir beitragen, recht einfach sogar.

So leben und gärtnern Sie nicht nur am Earth Day umweltbewusster:

  • Saisonale und regionale Produkte: Der „Foodprint“ ist der zentrale Punkt des diesjährigen Tages der Erde in Deutschland. Wer nachhaltiger essen möchte, kann mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln beginnen. Gehen Sie nach dem Saisonkalender einkaufen, denn viele Lebensmittel werden importiert, um ganzjährig verfügbar zu sein. Noch besser wären Bio-Lebensmittel aus der Region.
  • Selbstversorger: Doch nicht jeder kann sich täglich frische Bio-Lebensmittel leisten. Eine gute und zudem erfüllende Option ist der eigene Anbau von Obst und Gemüse. Das kann sogar auf dem Balkon oder in der Wohnung funktionieren. Kaufen Sie dafür ein Mal Bio-Pflänzchen oder Saatgut und ernten Sie sie dann mehrere Monate.
  • Plastik reduzieren: Anschließend an die ersten beiden Punkte, produzieren wir Müll. Sogar wenn wir Obst und Gemüse kaufen, das in Plastik verpackt ist. Viele setzen sich inzwischen in Büchern oder auf Blogs mit einem plastikfreien Leben auseinander und geben gute Tipps. Im Supermarkt können Sie mit einem wiederverwendbaren Gemüsenetz beginnen, in der Küche mit Bienenwachstüchern. Unverpackt-Läden sind ebenfalls toll. So ein Prozess dauert, aber er lohnt sich.
  • Kapsel-Kaffee und Co.: Es gibt Produkte, über die hätte man früher wahrscheinlich ungläubig den Kopf geschüttelt. Wir ernten und verarbeiten frischen Salat, um ihn dann in Plastiktüten einzuschweißen. Kaffee kommt in Kapseln, damit wir ihn anschließend aufbrühen lassen. Bequemlichkeit ist oft der Grund dafür, ebenso Stress. Denn Quetschies, fertiger Salat oder das fertige Mittagessen in der Plastikschale sparen Zeit und oft Nerven. Wer hier einfach am Abend vorbereitet, kann auf vieles verzichten und büßt dennoch kaum Zeit ein. Einlegen, Einfrieren oder der Kartoffelkeller sind ebenfalls Aufbewahrungsmöglichkeiten für lange Zeiträume, ganz ohne Plastik.
  • Ernährung überdenken: Wir reden nicht unbedingt von der Frage, ob Veganer besser fürs Klima wären. Aber sehen Sie sich doch mal einen Tag an, was Sie so essen und wo es her kommt. Wie viele Lebensmittel werden weggeworfen? Vieles beispielsweise könnten Sie zumindest kompostieren, auch drinnen im Bokashi-Eimer. Wer ein Gefühl dafür hat, wie viele verderbliche Lebensmittel er wirklich verbraucht, kann gezielter einkaufen.
  • Nachhaltig gärtnern: Biologisches Gärtnern oder ein Naturgarten wären natürlich ideal. Es reicht aber schon, wenn Sie sich heute vornehmen, einen Baum zu pflanzen oder eine Blumenwiese anzulegen. Denn die Umwelt fängt direkt vor der Tür an und Insekten und Wildtiere wünschen sich Nahrung und Lebensraum. Nur heimisch sollten die Pflanzen sein, keine Mogelpackungen wie die Forsythie. Wer keinen Garten hat, kann auch eine Wildblumenmischung im Balkonkasten wachsen lassen.
  • Ziele setzen: Wenn keine Community dahinter steht, fällt Motivation oft schwer. Auch dann noch, wenn Sie am Earth Day hochmotiviert gestartet sind. Suchen Sie sich doch Gleichgesinnte und setzen Sie sich für jeden Monat ein Ziel für umweltbewussteres Leben und mehr Nachhaltigkeit. Oder machen Sie eine Challange draus!
  • Wasserverbrauch reduzieren: Das gelingt natürlich auch in der Wohnung. Doch gerade im Garten nutzen wir oft Leitungswasser statt Regenwasser. Schaffen Sie eine Regentonne oder Zisterne an, das kann gerade in trockenen Sommern Wasser sparen. Auch fest installierte Tröpfchenbewässerung statt einfach von oben gießen, ist oft effizienter bei großen (dauerhaft genutzten) Gemüsebeeten.
  • Spazieren gehen: Zugegeben, die Erde retten wir damit nicht. Aber ein Spaziergang schärft die Sinne für die Umwelt, für Tiere und Pflanzen. Nehmen Sie sich Zeit, die Umwelt zu verstehen und beobachten Sie einfach einige Minuten. Oft fallen dabei Dinge auf, die wir im eigenen Garten umsetzen können. Heimische Pflanzen etwa, an denen Insekten Nahrung finden. Und ganz nebenbei können Sie etwas Gutes tun und Müll einsammeln. Denn in dem verfangen sich gerne mal Wildtiere oder fressen ihn.
  • Inhaltsstoffe kritisch hinterfragen: Der Trend geht klar zu Start-Ups, die nachhaltigere und umweltfreundlichere Produkte auf den Markt bringen. Das kann ein Reinigungsmittel sein, die Herkunft unserer Kleidung oder Plastikverpackungen. Setzen Sie sich mit dem auseinander, was Sie so konsumieren, oft gibt es bessere Lösungen, die nicht mehr kosten.
  • Upcycling ohne Ende: Recycling ist toll, Upcycling manchmal noch besser. Gerade im Garten müssen Sie nichts wegwerfen. Das fängt beim Kompost an und endet beim Gartenschlauch. Aus Letzterem wird ein hübscher Pflanzkübel, wenn er kaputt ist. „Aus Alt mach Neu“ ist das Motto hinter dem Upcycling und so sparen Sie ganz nebenbei auch Geld.

Passend zum Earth Day gibt es viele Live-Streams und virtuelle Veranstaltungen oder Tipps und Tricks. Sie können dauerhaft Gruppen beitreten und sich so engagieren. Spenden und Mitgliedschaften gehen natürlich auch. Im Kleinen tut es auch schon die Zugreise statt dem Flugzeug oder der Mehrwegbecher statt dem Pappbecher. Wie außerdem klimafreundliche Ernährung klappen kann, erklären wir noch mal hier. Und so klappt Nachhaltigkeit in der Küche.

Corona macht Nachhaltigkeit nicht unbedingt einfacher, aber gerade jetzt haben wir Zeit, das große Ganze zu betrachten. Ohne funktionierende und gesunde Umwelt gäbe es uns nicht mehr, daher ist jeder noch so kleine Schritt ein Anfang.

Rubriklistenbild: © IMAGO / agefotostock

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare