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Drüsiges Springkraut: So problematisch ist die invasive Pflanze wirklich

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Von: Franziska Irrgeher

Zu sehen ist die rosa Blüte von Drüsigem Springkraut mit einer Biene daran in Nahaufnahme (Symbolbild).
Das Drüsige Springkraut ist eine tolle Insektenweide (Symbolbild). © Bruno Kickner/Imago

Drüsiges Springkraut oder auch Indisches Springkraut duftet schon von Weitem betörend süßlich. Doch die invasive Pflanze ist auch problematisch.

Bochum – Vor allem im Hochsommer sind die Wälder und Wege voll von ihm: Drüsiges Springkraut ziert die Wegränder und Lichtungen, duftet süß und verlockend. Oft kann man es schon Meter entfernt riechen oder gar sehen. Die hoch wachsende Pflanze hat schöne Blüten, doch der Schein trügt. Denn heimisch ist sie nicht und kann daher zum Problem werden.

Drüsiges Springkraut: So problematisch ist die invasive Pflanze

Das Drüsige Springkraut hat viele Namen: Indisches Springkraut, Rotes Springkraut, Himalaya-Balsamine oder Bauernorchidee. Der letzte Name für Impatiens glandulifera deutet es bereits an: Es kam ursprünglich etwa im 19. Jahrhundert als Zierpflanze zu uns. Denn schön sind die Blüten dieser Pflanze definitiv und auch bei Insekten überaus beliebt. Die Pflanze kommt ursprünglich aus Indien und dem Himalaya, liebt feuchte Wälder, Ufer oder auch Auenlandschaften und kann über zwei Meter hoch werden. In Europa gilt das Springkraut inzwischen meist als Neophyt, also als Pflanze, die durch den Menschen eingeschleppt wurde und nun heimische Pflanzen bedrohen kann.

Der Grund dafür liegt in der Vermehrung des Drüsigen Springkrauts. Es verbreitet sich über seine Samen und wird dem Namen Springkraut dabei definitiv gerecht. Reife Samenkapseln springen laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) bei leichter Berührung schon auf, die Samen werden meterweit geschleudert. Bitte nicht testen! Knickt die Pflanze um, kann sie sogar aus Stängelknoten neu austreiben.

Drüsiges Springkraut: Neophyt oder nützliche Bienenweide?

Doch wenn das Drüsige Springkraut dekorativ und eine gute Bienenpflanze ist, warum stört es dann? Einerseits sollte man wissen, dass das Drüsige Springkraut eine sehr nektarreiche Pflanze ist, die vor allem auch im Herbst blüht, wenn vieles bereits verblüht ist. Laut NABU Bochum können die Blätter sogar entzündungshemmend auf der Haut wirken, etwa bei Insektenstichen. Teile der Pflanze sind sogar essbar oder lassen sich als Tee nutzen.

Es gibt also durchaus Argumente für die Pflanze, doch das entscheidende Gegenargument ist, dass das Springkraut die heimischen Pflanzen an seinen Standorten (zumindest zeitweise) verdrängt, es kommt dort zu einer Verarmung. Das stört nicht nur das natürliche Gleichgewicht, sondern kann schlimmstenfalls auch Erosionen begünstigen. Auch die Waldverjüngung kann gestört werden.

Drüsiges Springkraut wird daher meist bekämpft, teils gibt es sogar Aktionen im Naturschutz, bei denen Freiwillige mithelfen können. Wobei diese Aktionen eher darauf abzielen, den Bestand invasiver Pflanzen zu regulieren, bis die Natur das selbst kann*.

Das hilft gegen die Pflanze:

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Sammeln ja, Anpflanzen nein. Für den Garten würden wir Drüsiges Springkraut definitiv nicht empfehlen, heimisch wäre dagegen beispielsweise das Echte Springkraut mit gelben Blüten. Insgesamt sind Springkräuter aber recht verbreitungsfreudig. Sammeln können Sie essbare Bestandteile aber durchaus, erfahrene Kräuterfans kennen sicherlich gute Stellen und erklären essbare Pflanzenteile und deren Heilwirkung oder Verwendung.

Die einjährige Pflanze ist allgemein eher empfindlich gegenüber Kälte oder Wassermangel, daher geht sie manchmal so schnell wie sie gekommen ist. Das Drüsige Springkraut mag zwar heimische Pflanzen kurzzeitig verdrängen, kann aber auch entfernt werden, wenn es zu viel wird. Wer stattdessen auf der Suche nach anderen blühenden Herbstpflanzen ist, findet hier eine Liste. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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