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Doldenblütler unterschieden: Der gefährliche Gefleckte Schierling und seine Doppelgänger

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Von: Franziska Irrgeher

Der Gefleckte Schierling hat als Giftpflanze zweifelhafte Berühmtheit erlangt. Dabei sieht er unscheinbar aus und anderen Doldenblütlern zum Verwechseln ähnlich.

München – Kaum eine auch bei uns heimische Giftpflanze ist so bekannt wie der Gefleckte Schierling. „Bekannt“ allerdings nur durch Hörensagen, denn erkennen würde ihn kaum ein Laie. Die harmlos aussehende Pflanze wurde seit der Antike oft bei Hinrichtungen genutzt, beispielsweise trank Sokrates bei seiner Hinrichtung aus dem sogenannten Schierlingsbecher. Das zeigt bereits: Die Pflanze kann gefährlich werden. Auch Laien sollten daher wissen, welche Doldenblütler es gibt und welche davon giftig sind.

Doldenblütler unterschieden: Der gefährliche Gefleckte Schierling und seine Doppelgänger

Doldenblütler (Apiaceae), auch Doldengewächse genannt, gehören zur Ordnung der Doldenblütlerartigen und es handelt sich meist um krautige Pflanzen mit Doppeldolden als Blütenstände. „Dolde“ beschreibt die Blüte, bei einer Dolde gibt es eine Hauptachse, die sich verzweigt, jede ihrer Nebenachsen trägt Blüten. Im Querschnitt erinnert eine Dolde ein wenig an einen Fächer. Eine Doppeldolde dagegen verzweigt sich am Ende der Seitenzweige nochmal, die Seitenzweige tragen also nicht direkt Blüten, sondern neue Dolden. Viele bekannte Doldenblütler wie etwa der Giersch haben solch eine Doppeldolde. Übrigens mögen Insekten wie Bienen Doldenblütler nicht besonders, dafür sind sie bei Käfern und Schwebfliegen sehr beliebt. Wundern Sie sich daher nicht, wenn es rund um diese Pflanzen nicht ganz so summt.

Zu sehen ist blühender Gefleckter Schierling, von schräg unten in einem Wald gegen blauen Himmel fotografiert (Symbolbild).
Schön, aber giftig: Der Gefleckte Schierling (Symbolbild). © blickwinkel / Imago

Nun sind Doldenblütler oft auch gute Nahrungs- und Gewürzpflanzen. Zu ihnen gehören etwa Fenchel, Koriander, Dill, Liebstöckel, Kümmel, Anis und mehr. Doldenblütler an sich erkennt man oft recht schnell, die sehr ähnlich aussehende Schafgarbe gehört allerdings nicht dazu, sondern zu den Korbblütlern.

Botaniker und alle, die sich intensiver mit Pflanzen befassen, erkennen Gewächse meist auf den ersten Blick an Blüten, Blättern, Zweigen oder auch dem Geruch. Als Laie ist das nicht so einfach, daher raten wir gerade bei Doldenblütlern draußen auf dem Feld, der Wiese oder an anderen Orten dringend vom Pflücken und Sammeln ab, wenn die Pflanze nicht sicher bestimmbar ist. Im Folgenden nennen wir zudem Pflanzen, die dem giftigen Gefleckten Schierling auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sehen.

Doldenblütler unterschieden: Verwechslungsgefahr giftiger und harmlosen Pflanzen

Neben dem Erkennungsmerkmal der Dolden oder Doppeldolden als Blüten, haben Doldenblütler außerdem oft gefiederte Blätter. Dabei gibt es nun weitere Unterschiede wie einfach oder mehrfach gefiederte Blätter, also welche, die weiter unterteilt sind. Wer sich intensiver mit der Pflanzenbestimmung auseinandersetzen möchte, sollte bei solchen Erkennungsmerkmalen beginnen und sie lernen. Doldenblütler haben zudem wechselständige Blätter. Doldenblütler enthalten ätherische Öle, oft auch Cumarine. Manche Pflanzen sind dabei harmlos und gut in der Küche nutzbar, andere dagegen hoch giftig.

Folgende Doldenblütler kommen in Deutschland beispielsweise vor:

Essbar beziehungsweise ungiftig:

Hautreizend oder giftig:

Wer unsicher ist, sollte entweder Jungpflanzen beim Gärtner kaufen und beschriftet in den Garten setzen oder direkt beim Kräuterladen des Vertrauens einkaufen. So können tödliche oder zumindest sehr unangenehme Verwechslungen ausgeschlossen werden. Gerade beim Riesenbärenklau ist Vorsicht geboten bei Hautkontakt, das gilt auch für Haustiere wie Hunde. Übrigens sollten hochallergene Pflanzen wie Riesenbärenklau oder Ambrosia nie auf dem Kompost landen*. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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