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Wann sind die Rauhnächte? Bräuche und Bedeutung der Zeit zwischen den Jahren

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Von: Franziska Irrgeher

Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag liegen die Rauhnächte. Viele Mythen und Bräuche ranken sich um sie. Einige Rituale sind auch für daheim geeignet.

Vielen haben von den Rauhnächten schon gehört, die wenigsten werden sie aber aktiv begehen. Denn die Bräuche werden längst nicht in jeder Familie überliefert. Der Beginn der Rauhnächte ist meist der 25. Dezember, das Ende am 6. Januar. Es sind also genau zwölf Nächte, die außer Rauhnächte auch Unternächte oder anders heißen.

Bei den Perchtenumzügen, welche traditionell von Weihnachten über die Rauhnächte bis zum Dreikönigstag stattfinden, vertreiben die meist männlichen Brauchtumsgruppen symbolisch die Geister des Winters.
Grausig sehen sie meist aus – auch Perchten können zu den Rauhnächten gehören. (Symbolbild) © Florian Schuh/Imago

Rauhnächte: Datum, Bräuche und Bedeutung der mythischen Zeit

Der Name „Rauhnächte“ ist einfach zu erklären, denn er kommt von „Rauchnächte“, also vom Räuchern. Das Räuchern mit Kräutern sollte dabei Geister und Dämonen vertreiben. Passend für die düstere Jahreszeit und den seltsamen Zustand zwischen den Jahren. Eine andere Theorie besagt, dass „rauh“ vom mittelhochdeutschen „rûch“, also „haarig“ stammt. Das würde auch zur Verkleidung der Perchten passen. Die Regeln für die einzelnen Nächte gehen vom Verbot, Wäsche zu waschen bis zum Verbot, Karten zu spielen.

Rauhnächte: Perchten, Frau Holle und die Wilde Jagd

Um den Jahreswechsel herum soll dann die Wilde Jagd auftauchen, die Witcher-Fans schon kennen dürften. In manchen Ländern wird Odin als Anführer der Jagd genannt, auch Frau Holle, gelegentlich als Perchta bezeichnet, ist involviert. Sie bevorzugt Sauberkeit, die Regeln der Rauhnächte sind also wichtig.

Auch Perchten spielen in den Rauhnächten mancherorts eine Rolle. Sie helfen dabei, böse Geister auszutreiben und überwachen auch die Einhaltung der Regeln. Das Feuerwerk an Silvester kann als Lärm zur Vertreibung der Geister gesehen werden.

Rauhnächte: Deshalb sind es zwölf Nächte

Unser Jahr hat meist 365 Tage und entspricht damit einem Sonnenjahr. Ein Mondjahr hingegen hat nur 354 Tage. Die Rauhnächte liegen also quasi als zeit- und raumlos zwischen Sonnen- und Mondjahr, wobei jede Nacht einen Monat symbolisiert. Gelegentlich wird der Beginn der Rauhnächte schon auf die Nacht 20./21. Dezember gelegt, die Thomasnacht und damit die Nacht vor der Wintersonnenwende.

Rauhnächte: Das sind die Regeln und Bräuche für jeden Tag

Bei den Rauhnächten geht es vor allem um Reinigung und Neuanfang. So musste das Haus und der Körper sauber gehalten werden während der zwölf Nächte. Wäsche waschen und aufhängen, verreisen, fegen, schwere Arbeiten erledigen oder auch Backen waren Tätigkeiten, die spätestens bis zur Wintersonnenwende erledigt sein mussten, danach waren sie bis 6. Januar nicht vorgesehen.

Neubesinnung, Abschließen mit Altem und Neuanfang stehen im Vordergrund bei den Rauhnächten. Es gibt daher einige schöne Rituale, die Sie durchführen können.

Egal wie Sie die Rauhnächte begehen: Silvester ist ohnehin ein Tag der Wünsche und Hoffnung. Bauen Sie doch zusätzlich zu Glückspflanzen, Wachsgießen und passenden Silvester-Snacks das ein oder andere Ritual ein. Für die Reinigung des Körpers bieten sich im neuen Jahr außerdem Diäten an.

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