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Blaumeise im Winter: So kommt der Vogel auch mit großen Schneemassen zurecht

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Dieses Jahr ist der Winter besonders kalt und ausdauernd. Für die Blaumeise ist das mit ein bisschen Unterstützung aber kein Problem. Denn der Vogel ist ein wahrer Überlebenskünstler.

Stuttgart – Die wenigen Tiere, die sich gegen Kälte und Dunkelheit gut wappnen können und noch in unseren Gärten aktiv sind, sind im Winter rar. Eines davon ist zum Beispiel die Blaumeise. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat sie sogar unter die Top Ten der Vögel erkoren, die Aussicht auf den Titel „Vogel des Jahres 2021“ haben. Für den Winter haben die Vögel gute Überlebensstrategien entwickelt, um nicht Richtung Süden aufbrechen zu müssen.

Blaumeise: So überlebt der Vogel den Winter und so helfen Sie ihm dabei

Neben Eichhörnchen und Buntspecht gehört die Blaumeise zu den Tieren, die dem Winter trotzen und auch im Januar noch gut zu beobachten sind. Die Vögel machen mit ihrem Erscheinungsbild dem Namen alle Ehre, denn Kopf und Flügel sind bläulich gefärbt. Neben diesem farblichen Merkmal zeichnen sie sich durch eine gelb gefiederte Brust, einen zierlichen Körperbau aus. Schwarze, feine Streifen ziehen sich vom Schnabel über die Augen bis an den Hinterkopf. Laut dem NABU unterscheiden sich Männchen und Weibchen äußerlich kaum. Lediglich das Gefieder der Männchen erstrahlt noch etwas deutlicher in Blau.

In der Regel erreichen die Blaumeisen eine Körpergröße von etwa zwölf Zentimetern, wobei die Tiere nur etwa so viel wiegen wie eine Zwei-Cent-Münze. Das geringe Gewicht ermöglicht ihnen, sich ab und an bei ihrer Suche nach Insekten auch kopfüber von Zweigen baumeln zu lassen. Möglich ist das auch, da ihre Füße kleinen Krallen ähneln, mit denen sie bestens an und auf Bäumen klettern können.

Blaumeise: So verhalten sich die Vögel im Winter

Im Sommer ernähren sich Blaumeisen von:

  • Insekten
  • Spinnen
  • Larven
  • kleineren Samen

Im Winter hilft den Blaumeisen besonders eine Vogelfutterstelle im Garten. Denn von der normalen Speise in den Sommermonaten finden die Blaumeisen jetzt nicht mehr viel. Selbst hergestelltes Vogelfutter mundet den Vögeln meistens am besten und hilft den Blaumeisen, den Winter gut zu überstehen. Wichtig ist dabei, dass die Wasserstellen der Vögel eisfrei bleiben, denn sonst ist schnell die mangelnde Flüssigkeit das Problem und nicht die Nahrungsaufnahme.

Um die frostigen Nächte und die kurzen Tage gut zu überstehen, plustern sich Blaumeisen meistens auf und verstecken sich in immergrünen Laubbäumen oder immergrünen Sträuchern. Die Luftschicht, die unter ihrem Gefieder aufgrund des Aufplusterns entsteht, isoliert die Tiere und schützt sie vor Kälte. Blaumeisen ziehen sich auch öfters in Höhlen zurück, die sie vorher mit Moos und anderen Pflanzen ausgelegt haben.

Sehr nützlich für Blaumeisen im Winter sind auch Nistkästen, die Gartenfreunde den Tieren zur Verfügung stellen können. Darin brüten sie im April auch mit Vorliebe. Zwar gibt es noch einige Blaumeisen, die im Winter Richtung Süden fliegen. Die meisten Tiere bleiben aber bei uns, da das Klima auch im Winter immer milder wird und die Vögel so Energie sparen, die sie für ihre Überwinterung vor Ort nutzen.

Blaumeise: So verhalten sich die Vögel an der Futterstelle und dann sollten Sie aufmerksam werden

Wer eine Futterstelle vor dem Fenster hat, kann in der Winterzeit oft ein recht aggressives Verhalten der Blaumeisen gegenüber anderen Vögeln beobachten. Da sich im Herbst Männchen und Weibchen wieder trennen, schließen sich die Vögel im Winter anderen Vogelarten an. Besonders beim heiß umkämpften Futter kommt es dabei zu deutlichen Auseinandersetzungen. Dabei setzt sich die Blaumeise trotz ihrer geringen Größe meist sehr gut gegen größere Vögel durch. Auch innerhalb eines Blaumeisen-Reviers sind deutliche hierarchische Strukturen zu erkennen, denn in einer Blaumeisen-Schar dominieren meist einzelne wenige Männchen. Diese verteidigen ihr Revier konsequent und aggressiv gegen andere Vögel.

Das Jahr 2020 jedoch war auch für Blaumeisen kein gutes Jahr. Denn das Bakterium „Suttonella ornithocola“ hat zu einem vermehrten Meisensterben geführt. Dieses Bakterium verursacht bei Blaumeisen eine Lungenentzündung, an der sie kurze Zeit darauf sterben*. Meistens sitzen die Vögel in apathischem Zustand an der Futterstelle und reagieren auf keinerlei äußere Reize mehr. Für Menschen und andere Tiere ist das Bakterium ungefährlich, für Blaumeisen aber meistens tödlich. Entdecken Gartenfreunde Blaumeisen, die krank wirken, sollten sie dies am besten dem Naturschutzbund Deutschland melden und die Fütterung im Garten einstellen.*hna.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © imago images / Reiner Bernhardt

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