Hilfreich oder schädlich

Blaukorn: So wirkt der Mineraldünger im Garten

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Blaukorn ist ein bekannter Mineraldünger. Er wird in vielen Gärten eingesetzt, doch viele wissen nicht, woraus er besteht und ob er für Haustiere gefährlich sein kann.

München – Was umgangssprachlich als Blaukorn bezeichnet wird, heißt eigentlich Nitrophoska und kam bereits 1927 auf den Markt. Heute noch finden wir den Dünger in jedem Gartencenter. Was er genau bringt und was drin ist, wissen aber die wenigsten. Der Handelsname wurde übrigens auch nicht zufällig gewählt.

Blaukorn: Das kann der bekannte Dünger

Der Name Nitrophoska sagt eigentlich schon, aus was Blaukorn genau besteht. Denn zusammengesetzt wurde der etwas skurril anmutende Handelsname aus Nitrat (Nitrogenium), Phosphat und Kalium. Im Volksmund dagegen heißt das Granulat einfach Blaukorn. Obwohl es den Dünger (oder auch NPK-Dünger) schon so lange gibt und damit inzwischen zahlreiche Konkurrenz-Produkte, kaufen ihn noch immer viele. Bei Blaukorn handelt es sich übrigens um einen Mineraldünger. Er ist in verschiedenen Zusammensetzungen erhältlich.

Das Blaukorn kommt neben Privatgärten vor allem auch im Gartenbau zum Einsatz. Es gibt den Dünger als Granulat oder flüssig und als Universaldünger ist er für so ziemlich alles geeignet. Eigentlich beinhaltet das sogar Rasen, für den es jedoch auch speziellen Dünger gibt. Denn wird Blaukorn bei Rasen falsch dosiert, verbrennt das Gras. Während das flüssige Blaukorn mit Wasser verdünnt wird, streuen Gartenfans die Kügelchen aus. Das ist praktisch, birgt aber die Gefahr der Überdosierung. Insgesamt können Sie die Pflanzen von März bis in den Oktober düngen.

Meist enthält Blaukorn konkret:

  • 12 Prozent Stickstoff
  • 12 Prozent Phosphat
  • 17 Prozent Kalium
  • 2 Prozent Magnesium
  • 8 Prozent Sulfat

Aber auch viele andere Zusammensetzungen, teil mit mehr Inhaltsstoffen, sind möglich.

Blaukorn: Giftig oder harmlos?

Und dann gibt es da noch das kleine Problem mit der Ähnlichkeit zu Schneckenkorn. Denn auch das ist häufig blau, hat aber eine etwas andere Form. Gerade Kinder oder Laien können zwischen Dünger und Schneckenkorn aber optisch kaum unterscheiden. Insgesamt stellt sich auch bei Blaukorn die Frage, ob es für Menschen, aber vor allem Tiere schädlich sein kann. Immerhin laufen im Garten oft Igel oder Haustiere umher.

Aber ist Blaukorn nun giftig? Ja, in größeren Mengen (abhängig von der Körpergröße natürlich) bei Menschen. Wobei der Kontakt mit Blaukorn allgemein schon zu Symptomen wie Hautreizungen führen kann und vermieden werden sollte. Insgesamt sollte Blaukorn ebenso wie auch anderer Dünger oder Pflanzenschutzmittel von Kindern und Tieren ferngehalten werden.

Für Tiere ist Blaukorn, oder konkreter einige seiner Bestandteile, giftig. Das gilt für Haustiere, wie auch für Wildtiere. Der Dünger kann dabei Magen- und Darmbeschwerden verursachen, aber auch Kreislauf- und Atemprobleme sowie Hautreizungen und Speicheln auslösen. Wenn Ihr Kind, Haustier oder auch ein Wildtier Blaukorn verschluckt hat oder damit in Berührung gekommen ist, sollten Sie einen Mediziner kontaktieren. Von Sofortmaßnahmen wie der Gabe von Aktivkohle oder dem Auslösen von Erbrechen ist ohne fachlichen Rat erstmal abzusehen.

Und Schneckenkorn ist definitiv giftig und hat im Garten eigentlich ohnehin nichts zu suchen, es gibt andere Wege der Schneckenbekämpfung.

Blaukorn: So sinnvoll ist es im Garten

Biogärtner verzichten meist auf Blaukorn. Allgemein sorgt der Dünger zwar für einen hohen Gemüseertrag, aber er ist eben kein Kompost, sondern ein künstlich hergestellter Stoff. Gerade bei zu viel Dünger kann es schnell zu einer Übersättigung im Boden kommen. Zu viel Blaukorn fördert zwar das Wachstum der Pflanzen, Früchte oder Blüten können dann aber auf der Stecke bleiben.

Wer eine Naturgarten hat, sollte ebenfalls auf Blaukorn verzichten, denn manche Pflanzen, vor allem Wildpflanzen, brauchen nährstoffarme Böden zum Leben. Für die Artenvielfalt wäre also natürlicher Dünger besser. Zu guter Letzt kann der Nährstoffüberschuss auch ins Grundwasser kommen und auf Dauer zur Eutrophierung der Gewässer beitragen.

Schlecht ist Blaukorn also keineswegs, aber nicht mit Biologischem Gärtnern oder einem Naturgarten vereinbar. Wer dagegen im Gewächshaus Gemüse zieht, wird um eine Düngergabe nicht herum kommen. Chemischer Dünger hat aber allgemein den Nachteil, dass er den Bodenorganismen nichts bringt. Für naturnahes Gärtnern empfiehlt sich daher eher Kompost. Organischer Dünger ist meist eine gute Alternative und verbessert auch die Bodenqualität.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Gottfried Czepluch

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