Gut gemeint, aber falsch umgesetzt

Biomüllbeutel: Deshalb dürfen sie nicht in den Biomüll, und diese Alternativen gibt es

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Jeder, der einen Biomülleimer hat, kennt sie: Kompostierbare Mülltüten. Meist bestehen sie aus Mais- oder Kartoffelstärke und verrotten auch – zumindest irgendwann.

Berlin – Umweltfreundlich sehen sie aus, die kompostierbaren Biomüllbeutel. Sie zerreißen leichter als Plastiktüten, da müssen sie doch auch schnell verrotten – oder? Nicht wirklich. Gartenfans, die keinen eigenen Kompost haben, können aber auf zahlreiche Alternativen ausweichen.

Biomüllbeutel: Deshalb dürfen sie nicht in den Biomüll, und diese Alternativen gibt es

Mülltrennung ist nichts Neues und wer keinen eigenen Kompost oder eine Wurmkiste hat, sammelt den Biomüll getrennt vom Restmüll. Entsorgt werden Reste von Obst oder Gemüse dann in einer Biomülltonne, möglichst im dazu passenden Müllbeutel. Aber sind Biomülltüten aus Bioplastik, Mais- oder Kartoffelstärke tatsächlich schnell kompostierbar? Leider nein, und aus diesem Grund haben sie im Biomüll auch nichts verloren.

Biomüllbeutel: So schnell werden sie wirklich abgebaut

Grundsätzlich wird auch eine Biomülltüte irgendwann abgebaut. Das dauert allerdings für die Kompostierung in entsprechenden Anlagen zu lange. Wie Stiftung Warentest berichtet, nimmt die Kompostierung in Anlagen etwa sechs Wochen in Anspruch, Biomülltüten aber verrotten erst nach zwölf Wochen zu 90 Prozent. (Gartenabfall im Wald entsorgen: Tun Sie das besser nicht, ansonsten kommt es Ihnen teuer zu stehen)

So viel Zeit bleibt meist nicht, der entstandene Kompost enthält dann Plastikreste. Er dürfe nicht an Landwirte herausgegeben werden, so Henrik Otto gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk.

Biomüllbeutel: Was ist mit Mais- oder Kartoffelstärke?

Auch dabei gilt leider: Der Abbau dauert etwa zwölf Wochen. Außerdem bringen diese Tüten noch ein anderes Problem mit sich: Maisstärke-Tüten müssen hergestellt werden. Damit einher gehen teils Monokultur und hoher Energieverbrauch. Auch diese Tüten haben nichts in Biotonnen verloren, doch es gibt Alternativen, die Sie garantiert zuhause haben.

Biomüllbeutel: Alternativen zu Plastiktüten

Nutzen Sie doch einfach (unbeschichtete) Papiertüten für den Biomüll. Alternativ eignet sich auch Küchenpapier. Hauptsache es ist schnell abbaubar und umweltfreundlich. Zeitungspapier sollten Sie aufgrund der Druckerschwärze nicht nutzen, so Stiftung Warentest. Bestenfalls werfen Sie die Obst- und Gemüsereste aber einfach so in einen Biomülleimer oder die braune Tonne, die dann geleert wird. (Wurmkiste: So funktioniert das Kompostieren mit Würmern)

Eine weitere Alternative: Kompost. Entweder kompostieren Sie die Abfälle im eigenen Garten oder Sie nutzen Alternativen für die Wohnung wie zum Beispiel eine Wurmkiste oder einen Bokashi-Eimer. Beides findet auch in kleineren Wohnungen Platz und liefert ebenso wie der Kompost im Garten nach einigen Wochen Dünger. (Bokashi: Das kann der Eimer und so funktioniert er)

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