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Bauernregeln im März: So gärtnert es sich leichter im Frühjahr

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Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen ist ein Beet, in dem gelbe Narzissen wachsen. Daneben liegen Gartenhandschuhe und eine Harke.
Gartenarbeit im März lässt sich mithilfe der Bauernregeln besser planen (Symbolbild). © IMAGO / Fotostand

Bauernregeln sind Weisheiten aus längst vergangenen Zeiten. Doch die Regeln helfen vielen auch heute noch, sich bei der Gartenarbeit zu strukturieren.

München – Der März ist der Frühlingsmonat schlechthin. Nach langer, dunkler Zeit sprießen die ersten Blumen aus dem Boden und Gartenfreunde wecken ihren Lieblingsort langsam aus dem Winterschlaf. Mithilfe der Bauernregeln, die aus der jahrhundertealten Erfahrung von Bauern entstanden sind, lassen sich auch heute noch Tipps und Tricks zur Gartengestaltung herleiten.

Bauernregeln im März: Warum der Monat so viel über das Wetter im Sommer verrät

Bauernregeln verbinden das aktuelle Wetter mit christlichen Heiligen und zeichnen sich unter anderem auch durch ihre regionale Abhängigkeit aus. Denn die Regeln gestalteten Menschen immer nach dem Wetter und dessen Folgen an ihren eigenen Wohnorten. Deutschland ist demographisch aber so unterschiedlich, dass nicht immer alle Regeln in jedem Landesteil zutreffen.

So finden sich beispielsweise für den 3. März, also dem Tag der Heiligen Kunigunde, folgende Bauernregeln:

Die heilige Kunidgunde von Luxemburg war eine besondere Frau. Sie war nicht nur erste gekörnte Königin der deutschen Geschichte, sondern war daneben die Frau von Herrscher Heinrich II. und führte nach seinem Tod eine Zeit lang die Regierungsgeschäfte fort, bis sie ins Kloster ging. Besonders in Bamberg verehren Menschen die Heilige, da sie dort gemeinsam mit ihrem Mann den Dom und das Bistum Bambergs maßgeblich beeinflusst hatte. Einer Legende nach lief sie nach der Anschuldigung der Untreue mit nackten Füßen über glühende Pflugscharen. Sie bliebt unverletzt, was als Zeichen ihrer Unschuld galt.

Am Gedenktag der heiligen Kunigunde entscheidet sich bereits laut der Bauernregeln im März, wie das Wetter der folgenden Monate wird. Ist es noch mal richtig kalt und friert es im Garten, dann bleibt dieser Frost auch im kommenden Monat. Lange winterlich bleibt es auch, wenn am 3. März ein Gewitter aufzieht. Regnet es, so war das ein schlechtes Zeichen für Bauern, denn dann mussten sie um ihre Ernte bangen.

Bauernregeln im März: Ab 12. März ist die Aussaat möglich

Am 12. März gedenken Christen Gregor dem Großen. Gregor der Große war bis 604 n. Chr. Papst und war der erste Mönch der lateinischen Kirche, der dieses Amt besetzte. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden, unter anderem verschleiern Geschichten über ein armes Leben vor seinem Eintritt in die Kirche seine aristokratischen Wurzeln.

Hartmann von Aue, ein berühmter Schriftsteller des Mittelalters, widmete ihm das Buch „Gregorius“, das Thomas Mann als Grundlage für sein Werk „Der Erwählte“ aussuchte. Gregor der Große schuf sich besonders durch seine zahlreichen Werke einen wichtigen Nachlass. Auch die gerechte Verteilung von Lebensmitteln im Volk war eines seiner Hauptanliegen. Um seinen Ehrentag entwickelten sich unter anderem folgende Bauernregeln:

Mitte März ist es also Zeit, so allmählich das Gemüsebeet zu bestellen und beispielsweise Stauden anzupflanzen*. Die Temperaturen steigen und wenn es windig ist, bedeutet das auch für die kommenden Wochen ordentlich viel frische Luft. Die Bauernregeln halfen damals auch, den Kreislauf der Tiere besser zu verstehen. Denn Regelmäßigkeiten wie das Eierlegen von Schwimmvögeln konnten Bauern früher so besser zeitlich bestimmten und planen.

Bauernregeln im März: Mariä Verkündigung kündigt die Rückkehr der Vögel an

Ende März, am 25., feiern Gläubige Mariä Verkündigung. An diesem Tag soll ein Engel Maria die Geburt ihres Sohnes verkündet haben, welchen sie im Moment der Verkündigung empfangen haben soll. Der Ort der Verkündigung ist der Legende nach in Nazareth, im Haus von Maria und Josef. Dort steht heutzutage die sogenannte Verkündigungsbasilika. Das Fest feiern sowohl katholische, evangelische als auch orthodoxe Christen. Zu diesem Hochfest legten Bauern im Laufe der Jahrzehnte folgende Regeln fest:

Ende März hoffen die Menschen auf gutes Wetter, denn das beschert dem Gartenfreund eine gute Obsternte. Ab dem 25. März kehren auch mit der Zeit die Schwalben aus dem Süden zurück, der Winter ist also wirklich vorbei. Die letzte Bauernregel geht sogar so weit, dass das Wetter am 25. März auf das Wetter des ganzen Sommers schließen lässt. Scheint dann die Sonne, ist das Gartenjahr gerettet. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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