Zu sehen ist eine winterliche Landschaft, die in Sonnenlicht getaucht ist (Symbolbild).
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Scheint am 30. Januar die Sonne, ist laut der Bauernregeln eine gute Ernte zu erwarten (Symbolbild).

Wettervorhersage auf alte Art

Bauernregeln im Januar: Das verrät der Monat Ihnen über das kommende Gartenjahr

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Bauernregeln gelten seit Jahrhunderten und sind oft noch ein wichtiger Anhaltspunkt für Gärtnerinnen und Gärtner. Das Wetter im Januar gibt vielen Anhaltspunkte für die Wetterlagen in den folgenden Monaten.

München – Einen zuverlässigen Wetterbericht gibt es noch nicht allzu lange, doch der Bedarf von Bauern danach schon. Um sich zu helfen, orientierten sich die Bauern damals an den katholischen Feiertagen und deren Heiligen und verbanden diese mit ihrer landwirtschaftlichen Erfahrung. So entwickelten sich im Laufe der Zeit die sogenannten Bauernregeln. Da sie stark regional geprägt sind, lassen sie sich nicht auf ganz Deutschland übertragen. Einen groben Anhaltspunkt liefern sie aber auch heute noch.

Bauernregeln im Januar: So beginnen wir das neue Jahr

Das erste große Fest im Januar ist die Ankunft der Heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar beim Jesuskind am 6. Januar. Kein Wunder, dass dieser Feiertag Ankerpunkt so einiger Bauernregeln ist. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Von Weihnachten bis zum Dreikönigstag aufs Wetter man wohl achten mag, denn wie das Wetter sich da verhält, so ist es die neuen Monate bestellt.
  • Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter.
  • Kam bis Dreikönig der Winter nicht, kommt er auch bis Ostern nicht.
  • Ist Dreikönig hell und klar, gibt’s viel Wein im neuen Jahr.
  • Braut der Januar Nebel gar, wird der Fühling nass führwahr.

Folgen Gartenfreunde der ersten Regel, dann achteten Bauern damals schon zwischen Weihnachten und Neujahr auf das Wetter, um sich auf die Wetterlagen im Januar und Februar vorzubereiten. Das bedeutet auch, dass eine eher warme Wetterlage am 6. Januar keinen weiteren Wintereinbruch mehr vermuten lässt. Manch eine Regel deutet sogar an, dass es dann bis Ostern angenehm mild bleibt. Vermehrt auftretender Nebel weist auf viel Niederschlag im Frühling hin. Schönes Wetter hingegen kann Gartenfreunde freuen, die Wein selbst anbauen. Denn laut der Bauernregeln im Januar wird dann die Weinernte besonders ertragreich.

Bauernregeln im Januar: St. Sebastian und St. Martina von Rom

Am 20. Januar wird neben dem heiligen Fabian auch der heilige Sebastian geehrt. Er war im 4. Jahrhundert ein römischer Soldat und schrieb als Märtyrer Geschichte. Trotz brutaler und erbarmungsloser Vorgesetzter bekannte sich Sebastian nach einem beschlossenen Todesurteil, das er überlebte, erneut zum christlichen Glauben. Daraufhin wurde befohlen, ihn mit Keulen in einem Zircus zu erschlagen. Der heilige Sebastian wird als Schutzpatron gegen die Pest und andere Seuchen angerufen und gilt als Schutzpatron der Brunnen.

Das Wetter am 20. Januar, am Ehrentag des heiligen Sebastians und des heiligen Fabians, bestimmt laut der Bauernregeln folgende Dinge:

  • An Fabian und Sebastian fängt Baum und Tag zu wachsen an.
  • Sturm und Frost an Fabian ist allen Saaten wohlgetan.
  • Sonnenschein um Fabian und Sebastian, der lässt den Tieren das Futter ausgah’n.

In der ersten Bauernregel deutet sich ein kleiner Schimmer Hoffnung auf den nahenden Frühling an. Die zweite Bauernregel kann durchaus als Hinweis auf Kaltkeimer und deren Erwachen und Gedeihen im Winter verstanden werden. Auch die Versorgung der Tiere war damaligen Bauern genauso wichtig wie heutigen. Schlechtes Wetter war an diesem Tag also deutlich besser für sie als gutes.

Bauernregeln im Januar: St. Martina von Rom sagt gute Ernte voraus

Am 30. Januar gedenken Christen der heiligen Martina von Rom. Als sie vor dem Tempel des Apollo ein Opfer darbringen sollte, schlug sie der Legende nach ein Kreuz, woraufhin das Tempelgebäude einstürzte. Daraufhin wurde sie auf verschiedene Weise gefoltert, jedoch gelang es ihr durch himmlischen Beistand die Foltern zu überleben. So verschmähte sie beispielsweise ein Löwe, dem sie eigentlich zum Fraß vorgeworfen wurde. Letztlich wurde sie enthauptet. Sie gilt als Schutzpatronin Roms und der stillenden Mütter.

Für den 30. Januar haben sich folgende Bauerregeln gehalten:

  • An Martina Sonnenschein verheißt viel Frucht und guten Wein.
  • Bringt Martina Sonnenschein, hofft man auf viel Korn und Wein.
  • Scheint an Martina die Sonne mild, ist sie der guten Ernte Bild.

Auch dabei konzentrieren sich die Bauernregeln auf den Ertrag von Wein, Obstbäumen und Weinreben. Gutes Wetter am 30. Januar ließ die Bauern also auf eine gute Ernte hoffen.

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