Zu sehen ist ein Grashalm, an dem ein Tautropfen hängt.
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Ende Februar kommt das grüne Gras wieder zum Vorschein (Symbolbild).

Aufs Wetter achten

Bauernregeln im Februar: Das hat der Monat noch für Sie im Gepäck

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Die Hälfte des Februars ist bereits verstrichen. Doch zum Ende des Monats warten im Rahmen der Bauernregeln noch mal spannende Tage auf uns.

München – Das Prinzip der Bauernregeln ist simpel. An den hohen katholischen Feiertagen für deren Heilige beobachteten Bauern früher das Wetter und konnten im Laufe der Jahrzehnte je nach Region in Deutschland Vorhersagen für das Wetter und die Ernteerträge der kommenden Monate machen. Mittlerweile sind diese Regeln zwar veraltet aufgrund des Klimawandels und ihrer regionalen Gültigkeit. Dennoch helfen sie in Grundzügen auch heute noch viele Gartenfreunden bei der Planung der Gemüsebeete für den kommenden Frühling und Sommer.

Bauernregeln im Februar: So helfen sie uns bei der Gartenplanung

Mit Blick auf den Februar lassen sich zu Beginn ein paar allgemeine Bauernregeln festhalten, die nicht an Heiligen-Tage gebunden sind. So heißt es beispielsweise:

  • Kalter Februar gibt ein gutes Roggenjahr.
  • Ist’s im Februar zu warm, friert man zu Ostern bis in den Darm.
  • Ist der Februar trocken und kalt, kommt im Frühjahr Hitze bald.
  • Spielen die Mücken im Februar, frier’n Schaf’ und Bien’ das ganze Jahr.

Diese Regeln verdeutlichen, dass sich Bauern damals viel davon versprachen, aus dem aktuellen Wetter präzise Ernte- und Wettervorhersagen für den Rest des Jahres zu machen. So war es beispielsweise ein Grund zur Freude, wenn es im Februar besonders windig war, denn das bedeutete für die Menschen damals ein ertragreiches Jahr. Auffällig ist, dass auch das Verhalten der Tiere mit in die Bauernregeln einspielt. Denn gibt es im Februar bereits viele Mücken, frieren Tiere wie das Schaf oder Bienen den Rest des Jahres über.

Bauernregeln im Februar: Das verrät uns das Wetter an Mariä Lichtmess

Den Beginn macht direkt der 2. Februar, Katholiken feiern an diesem Tag Mariä Lichtmess. Das Fest ist 40 Tage nach Weihnachten und auch unter dem Namen „Darstellung des Herrn“ bekannt. Frauen galten nach alten Gesetzen der Bibel bis 40 Tage nach der Geburt eines Jungen und bis 80 Tage nach der Geburt eines Mädchens als unrein und mussten nach Ablauf dieser Zeit ein Reinigungsopfer bringen. Ein Priester bekam dann von einer Frau beispielsweise ein Schaf oder eine Taube. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich aber zahlreiche, weitere Bedeutungen des Festes. So entstand beispielsweise im fünften Jahrhundert eine Lichterprozession, bei der Jesu erster Besuch in Jerusalem gefeiert wurde.

An Mariä Lichtmess endete lange Zeit in der katholischen Kirche auch die Weihnachtszeit, sodass Weihnachtsbäume und Krippen bis zu diesem Tag standen und geöffnet waren. Mittlerweile endet die Weihnachtszeit jedoch schon am 6. Januar. Für Bauern bedeutete der 2. Februar früher den Startschuss für die Feldarbeit. Sie sollte an diesem Tag noch die Hälfte des Futtervorrats für ihre Tiere übrig haben. Auch das längere Tageslicht war für die Bauern damals nicht unerheblich, denn dem Brauch nach war es ab Mariä Lichtmess wieder so lange hell, dass die Menschen wieder ohne künstliches Licht zu Abend essen und in der Stube arbeiten konnte. Um diesen wichtigen Tag ranken sich zahlreiche Bauernregeln wie zum Beispiel:

  •  Ein Baum, gepflanzt St. Michael,
     der wächst von Stund’ an auf Befehl.
     Ein Baum, gepflanzt an Lichtmess erst,
     sieh zu, wie du den wachsen lehrst.
  •  Ist’s an Lichtmess hell und rein,
     wird ein langer Winter sein.
     Wenn es aber stürmt und schneit,
     ist der Frühling nicht mehr weit.
  • Fällt Regen um Lichtmess nieder, kommt auch der Winter kaum wieder.
  • Singt die Lerche jetzt schon hell, geht’s unserm Bauern an das Fell.
  • Wenn’s zu Lichtmess stürmt und tobt, der Bauer sich das Wetter lobt; scheint jedoch die Sonne froh – dann Bauer, verwahr’ dein Stroh.

Das Wetter am 2. Februar war also ein wichtiger Indikator für Bauern, wann der Frühling sich bemerkbar machen würde und wie schnell und gut Bäume und andere Pflanzen wachsen würden. Um Pflanzen beim Wachstum im phänologischen Vorfrühling zu unterstützten, ist das Ausbringen von Kompost auf dem Beet vor dem Aussäen der Samen im Februar unabdingbar*.

Bauernregeln im Februar: Das bringt der Valentinstag

Immer noch ein bekannter Tag im Februar ist der Valentinstag am 14. Februar. An diesem Tag verehren Katholiken Valentin von Terni, der als Patron der Liebenden, Reisenden, Jugendlichen und Imker gilt. Im 3. Jahrhundert nach Christus soll er viele Menschen vom christlichen Glauben überzeugt haben, in dem er ihre Krankheiten heilte. Er starb den Märtyrertod. Folgende Bauernregeln haben sich um diesen Tag gebildet:

  • Am Tag von Sankt Valentin, gehen Eis und Schnee dahin.
  • Hat der Valentin viel Regenwasser, wird der Frühling noch viel nasser.
  • Vor Valentin friert das Rad samt Mühlbach ein.

Auch der 14. Februar galt also als weiterer Schritt Richtung Frühling. Ähnlich wie Mariä Lichtmess schöpften die Menschen aus den immer längeren werdenden Tagen Kraft und die Arbeiten auf dem Feld und im Garten nahmen zu.

Bauernregeln im Februar: So schließt der Februar

Am 24. Februar feiert die katholische Kirche den Apostel Matthias. Er war einer der Jünger Jesu und gilt als Ersatz Judas, nachdem sich dieser nach dem Verrat Jesu umbrachte. Übersetzt bedeutet der Name Geschenk Gottes. Besonders die Stadt Trier steht in enger Verbindung mit dem heiligen Matthias, da dort seine Gebeine der Legende nach liegen sollen. Um seinen Tag entwickelten sich folgende Bauernregeln am Ende des Februars:

  • Bald nach dem Matthiastag, da springen die Frösche in den Bach.
  • Imker, am Matthiastag, deine Biene fliegen mag.
  • Trat Matthias stürmisch ein, kann’s bis Ostern Winter sein.
  • Der Matthias bricht’s Eis, doch sacht’, sonst kommt die Kälte im Frühjahr zu Macht.
  • Schließt Petrus (22. Februar) die Wärme auf und der Matthias dann wieder zu, so friert das Kalb noch in der Kuh.

Ende Februar spielen die Bienen und Insekten schon eine größere Rolle und der Frühling nähert sich mit großen Schritten. Doch vor einem eisigen Frühling hatten viele Bauern Sorge, denn das bedeutete nicht nur für die Pflanzen eine Belastungsprobe, sondern auch wie die Regeln zeigen, für die Tiere und deren Neugeburten. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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