Avocado, Chiasamen und Co.

Superfood: Schlecht für die Umwelt? Diese regionalen Alternativen können Sie anbauen

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Superfoods gehören oft zum ausgewogenen Frühstück oder werden als gesunder Snack zwischendurch gegessen. Für viele der Pflanzen ist die Ökobilanz aber alles andere als super. Doch es gibt Alternativen aus dem eigenen Garten.

Berlin – Avocado, Chiasamen, Quinoa – sie alle gelten als Superfoods, sind beliebt beim Frühstück, machen satt und glücklich. Ebenso gemeinsam haben die Pflanzen aber einen weiteren Punkt: Sie werden importiert und das sorgt für eine schlechte Ökobilanz.

Superfood: Schlecht für die Umwelt?

Der Import bestimmter Lebensmittel ist nichts Neues. Weniger bekannt ist jedoch, dass eine steigende Nachfrage in den Herkunftsländern auch Folgen für die Landwirtschaft hat. Pflanzen wie Quinoa oder Avocado werden bei steigender Nachfrage als Monokultur angebaut. Das steigert den Ertrag, ist aber schlechter für die Böden. Höherer Wasserverbrauch und eine mögliche Pestizidbelastung sind ebenfalls häufige Probleme.

Gartenfans, die daher eine Alternative suchen, können sich entweder selbst am Anbau versuchen. Da es sich bei Superfoods aber meist um exotische Sorten handelt, brauchen diese vor allem im Winter mehr Schutz und Pflege und sind in der Anschaffung oft teuer. Eine zweite Möglichkeit: Exotische Superfoods durch heimische Pflanzen mit ähnlicher Wirkung ersetzen. (Kohlrabi: Welche Sorten Sie im Herbst ernten können)

Superfood: Diese regionalen Alternativen können Sie anbauen

Der heimische Garten hat einiges an Superfoods zu bieten, Gartenfreunde müssen sie nur kennen und zu verarbeiten wissen. Im Folgenden finden Sie daher Superfoods und ihr heimisches Pendant, wie es beispielsweise die Verbraucherzentrale vorschlägt:

  • Avocado: Reich an ungesättigten Fettsäuren, Mineralstoffen und Vitaminen. Geschmacklich ist es schwer, eine Alternative zu finden. Ähnlich wirkungsvoll sind aber: Walnüsse, auch sie enthalten viele ungesättigte Fettsäuren. Die Nüsse lassen sich zudem sehr lange lagern. Im Herbst bieten sich auch Esskastanien (Maronen) als saisonale Alternative an.
  • Chiasamen: Punkten vor allem mit Omega-3-Fettsäuren und Protein. Veganer und Vegetarier, die pflanzliches Omega-3 tierischem aus Fisch vorziehen, können stattdessen auf Leinsamen zurückgreifen. Leinsamen haben sogar einen höheren Omega-3-Gehalt als Chiasamen. Auch als Öl sind sie gut bekömmlich. Lein hat zudem attraktive hellblaue Blüten.
  • Quinoa: Als Eiweisquelle beliebt, kann aber einfach durch Hafer ersetzt werden. Ob dieser nun glutenfrei ist oder nicht, bleibt unklar. Als Proteinquelle ist er in jedem Fall geeignet. Eine definitiv glutenfreie Alternative, die ebenso wie Quinoa Eisen enthält, ist Hirse. Diese wurde früher in Deutschland angebaut und erlebt nun ein Revival.
  • Gojibeeren: Klein, rot und reich an Vitamin C. Unsere heimischen Beerensorten stehen dem Vitamin-C-Gehalt aber in nichts nach. Alternativ nutzen Pflanzenfans also Sanddorn oder Johannisbeeren aus dem eigenen Garten. Mit einem Sanddorn-Strauch tun Sie zudem etwas gutes für die Vogelwelt.
  • Açai-Beeren: Sind reich an Anthocyanen, welche antioxidative Eigenschaften haben. Heimische Superfoods wie Rotkohl, Trauben oder Beeren (Brombeere, Schwarze Johannisbeere, Holunderbeeren und weitere) sind leckere Alternativen.

Darüber hinaus eignet sich der eigene Garten aber auch für den Anbau von Superfoods, die Gartenfans als Samen kaufen können. Amaranth zum Beispiel besticht mit leuchtend roten Blüten und macht so auch optisch einiges her. Besonders ertragreich ist das aber nicht, dabei steht vor allem der Zierwert im Vordergrund, etwa in einem Bauerngarten. (Kurkuma, Zimt & Co.: Mit diesen sechs Gewürzen aus dem Garten peppen Sie Ihre Herbstgerichte auf)

Superfood: Spinat und seine Eigenschaften

Aber es geht auch noch einfacher: Spinat. Nicht jeder mag ihn, doch in den unscheinbaren grünen Blättern steckt so einiges. Kein Wunder also, dass er gerne als heimisches Superfood bezeichnet wird. Ganz so hoch wie angenommen, ist der Eisengehalt von Spinat nicht, dafür enthält er aber:

  • ca. 3 Mg Eisen pro 100 Gramm
  • Vitamin C
  • B-Vitamine
  • Vitamin E
  • Calcium
  • Kalium
  • Eiweiß
  • Magnesium
  • Beta-Carotin

Kalorienarm ist Spinat zudem, sodass Gärtner das Superfood nicht nur bedenkenlos im Garten anbauen, sondern auch regelmäßig essen können. (Diese Lebensmittel aus dem Garten machen glücklich: So nehmen Sie viel Tryptophan zu sich)

Rubriklistenbild: © imago images / agefotostock

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