Zu sehen ist ein Zweig der Schlehe, an dem viele blaue Früchte hängen (Symbolbild).
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Die Früchte der Schlehe sind im Winter für Vögel eine wichtige Nahrungsquelle (Symbolbild).

Nach dem ersten Frost ein Genuss

Schlehe: So gesund sind ihre Früchte und so machen Sie aus ihnen Marmelade

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Die Früchte der Schlehe schmecken erst nach einem langen Reifungsprozess lecker. Dann sind sie jedoch in der Küche eine gesunde Grundlage für Marmelade und Gelee.

Freising – Wer denkt, in der kalten Jahreszeit gäbe es nichts mehr zu ernten, der irrt. Denn die Schlehe gehört zu den Gehölzen, die besonders nach dem ersten Frost aromatische blaue Früchte zum Verzehr bereithalten. Richtig zubereitet, kreieren Gartenfreunde so leckere Marmeladen und peppen ihre weihnachtlichen Gerichte auf.

Schlehe: Diese leckeren Sachen bereiten Sie aus den Früchten zu

Die Schlehe gehört laut der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zu den Rosengewächsen und ist einer der Grundsteine in der Entwicklung der Kulturpflaume. Die kleine Wildpflaume wächst nicht nur in unseren Gärten, sondern ist auch ein weitverbreitetes Vogelschutzgehölz und kann sich auf offenen Flächen mit viel Platz sehr schnell ausbreiten.

Ihren Ursprung hat die Schlehe in Europa, sie ist also ein heimisches Gewächs wie der Weißdorn. Neben Schlehe trägt das Gehölz auch den Namen Schwarzdorn, Schlehdorn oder Dornstrauch. Die Bezeichnung Schwarzdorn ist wahrscheinlich entstanden, da sich die Farbe der Rinde der Schlehenzweige nach dem ersten Jahr von rotbräunlich zu Schwarz ändert. Neben diesem Merkmal ist das Gehölz zudem mit Dornen überzogen, was die anderen beiden Namen erklärt.

Schlehe: Das ist der richtige Standort

Wer sich einen Schlehenstrauch in den Garten pflanzt, muss vorher einen geeigneten Ort finden. Denn die Schlehe kann eine beachtliche Größe von bis zu vier Metern erreichen und breitet sich bei genügend Platz deutlich aus. Zudem eignet sich die Schlehe mit ihrem stark ausgeprägten Flachwurzelsystem auch perfekt als Bepflanzung für einen Hanggarten, denn das Gehölz hat kein Problem mit steilen und rutschigen Hängen als Standort.

Am besten gedeiht der Strauch ähnlich wie winterharte Kräuter an einem sonnigen und windgeschützten Ort. Die Pflanze ist aber so anpassungsfähig, dass sie auch an schattigeren und nicht so geeigneten Plätzen wächst. Einzig die Ernte der Früchte leidet darunter etwas. Auf einem kalkhaltigen Lehmboden entwickelt sich die Schlehe am besten.

Schlehe: So pflanzen und pflegen Sie das Gehölz richtig

Ist der richtige Standort ausgewählt, pflanzen Gartenfreunde die Schlehe am besten im Herbst ein. Nach der Lockerung des Bodens ist eine Düngung mit Kalk durchaus empfehlenswert. Wer sich aus der Schlehe direkt eine ganze Hecke ziehen möchte, sollte die einzelnen Pflanzen in einem Abstand von etwa zwei bis drei Metern einpflanzen. Sind sie in der Erde, ist kräftiges Angießen wichtig.

Da die flachwurzelnde Pflanze sich schnell verbreitet, ist es sinnvoll, von Zeit zu Zeit die Wurzeln etwas einzudämmen. Dafür stechen Gartenfreunde sie einfach aus oder bauen einen Wurzelschutz ein. Wächst die Schlehe richtig an, blüht sie von März bis April und bietet damit Insekten eine der ersten Anlaufstellen für Nahrung im Frühjahr. Die Blüten duften aber nicht nur für Insekten gut, sondern schmeicheln auch der Nase des Menschen. Einen Rückschnitt benötigen Schlehen in der Regel nicht*.

Schlehe: Das können die blauen Früchte des Gehölzes

Im Spätherbst entstehen dann aus den Blüten die beliebten Früchte. Im Winter sind diese Früchte eine der wichtigsten Nahrungsquellen von Vögeln. Sie sind dunkelblau bis violett gefärbt und in ihnen stecken auch für den Menschen eine Menge wichtiger Nährstoffe. So zum Beispiel laut dem Bayerischen Rundfunk:

  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Pektin
  • Vitamine

Bevor Gartenfreunde jedoch zu Ernte übergehen, sollten sie den Früchten Zeit geben. Denn auch wenn sie ab September am Strauch hängen, genießbar sind sie erst nach dem ersten Frost. Das liegt an den in der Frucht enthaltenen Gerbstoffe. Schenken Gärtnerinnen und Gärtner den Früchten Zeit, werden die Gerbstoffe in ihnen immer weniger. Eine gute Regel ist, sich am ersten Frost zu orientieren: Nach diesem Kälteeinbruch, der den Reifeprozess unterstützt, sind sie Früchte für Menschen genießbar und lassen sich gut verarbeiten.

Schlehe: Das lässt sich aus den Früchten zubereiten

Eine der beliebtesten Dinge, die Gartenfreunde aus Schlehenfrüchten zubereiten, ist Schlehensaft. Dafür begießen Sie laut dem Bayerischen Rundfunk die Früchte in einem Topf mit kochendem Wasser und lassen das Gemisch über Nacht ziehen. Dann gießen Sie den Saft ab, kochen ihn erneut auf und gießen ihn wieder über die Früchte. Nach 24 Stunden wiederholen Sie den Vorgang. Nach insgesamt sechs Runden sollte der Saft dickflüssiger und süßlich sein. Den noch heißen Saft füllen Sie in zuvor heiß ausgespülte Flaschen ab und verschließen diese luftdicht. So haben Sie zur Weihnachtszeit neben selbst gemachten Wintertees auch immer einen leckeren Saft griffbereit.

Entweder trinken Hobbyköche den Saft von Zeit zu Zeit pur oder nutzen ihn zur Herstellung von Marmelade. So holen Sie sich den weihnachtlichen Geschmack vom Weihnachtsmarkt leicht auf den eigenen Esstisch. Wer bisher noch keinen Saft hergestellt hat, kann auch aus den Früchten direkt Marmelade zubereiten. Dafür spülen Sie zuerst ein paar Einmachgläser heiß aus und waschen sowohl die einzelnen Schlehenfrüchte als auch eine Zitrone mit essbarer Schale.

Danach schälen Sie die Zitrone und pressen sie aus. Diesen Saft zu den Schlehenfrüchten geben und mit der Schale gemeinsam in einem großen Topf köcheln lassen. Die weich gekochten Früchte dann sieben. Diese Masse gemeinsam mit etwa 250 Gramm Gelierzucker in einem Topf unter ständigem Rühren etwa vier Minuten kochen lassen. Das Gelee dann in die vorbereiteten Gläser abfüllen und diese verschließen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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