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Regrowing: So züchten Sie Pflanzen aus Gemüse- und Obstresten

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Von: Anna Katharina Küsters

Gemüsereste müssen nicht im Müll landen nach dem Kochen. Beim Regrowing können Gartenfreunde sie einfach erneut anpflanzen und sich bald über eine neue Ernte freuen.

Hilpoltstein – Nicht alles, was beim Kochen an Gemüseresten übrig bleibt, muss in die Biotonne wandern. Wer von Möhren, Zwiebeln, Kartoffeln oder gar Avocado und Ananas noch etwas länger haben möchte, bewahrt beim Regrowing einen Teil des Gemüses auf. Mit dem richtigen Vorgehen hat er dann in wenigen Wochen neues Gemüse, Obst und Kräuter.

Regrowing: So ziehen Sie neue Pflanzen aus Gemüse- und Obstresten

Unter dem englischen Begriff Regrowing versteckt sich ein simples Prinzip: Aus als mach neu. Regrowing bedeutet übersetzt so viel wie „wieder wachsen lassen“. Viele Gemüse- und Obstsorten sowie Kräuter können Gärtnerinnen und Gärtner problemlos erneut wachsen lassen, indem sie sich auf die Stecklinge konzentrieren. Denn die sind keinesfalls Abfall, sondern Quelle und Ursprung für neu heranwachsendes Gemüse. Laut der Jugendorganisation des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern lässt sich aus Stecklingen der folgenden Pflanzen gut neues Obst und Gemüse ziehen:

Regrowing: Einfacher Start mit Frühlingszwiebeln, Lauch und Karotten

Am leichtesten und erfolgversprechendsten ist das Regrowing mit Frühlingszwiebeln, Lauch und Karotten. Laut ruhr24.de* sollten Köchinnen und Köche, die mit Frühlingszwiebeln kochen, das nächste Mal etwa zwei bis drei Zentimeter der Zwiebel überlassen. Das Ende legen sie dann mit den Wurzeln nach unten in ein passendes Gefäß und füllen dieses mit Wasser bis das Zwiebelende bedeckt ist. Der restliche Teil der Zwiebel sollte noch aus dem Wasser schauen. Nun heißt es warten.

Das Gefäß sollte an einem hellen Platz in der Küche stehen und alle zwei bis drei Tage frisches Wasser bekommen. Schon nach ein paar Tagen sehen Gartenfreunde dann, dass die Frühlingszwiebel beginnt, zu sprießen. Nach spätestens zwei Wochen sollten sie das neue Gemüse dann ernten. Das Regrowing war erfolgreich. (Erdmiete: So funktioniert sie und so bauen Sie sie selbst)

Nach demselben Schema funktioniert auch das Regrowing mit Lauch und Karotten. Das hintere Ende des Lauchs ebenfalls in ein Gefäß mit Wasser stellen und wenige Tage warten. Dann ist der neue Lauch bereits herangewachsen. Bei Karotten müssen Hobbyköche und -köchinnen darauf achten, dass sie Karotten mit Strunk kaufen.

Den Strunk schneiden sie auf etwa vier Zentimeter zurück und stellen den Rest Karotte mit dem Grün nach oben in einen passenden Behälter. Der Rest des Strunks sollte dabei nicht mit dem Wasser in Berührung kommen. Wer das Wasser regelmäßig wechselt, kann nach ein paar Tagen beobachten, wie sich Wurzeln bilden. Dann ist es Zeit für den Karottenrest, in einen Topf mit Erde zu wandern bis sich daraus über Regrowing ein neues Gemüse gebildet hat. (Arthrose: Deshalb kann eine basische Ernährung Gelenkschmerzen lindern)

Regrowing: Schwierigere Kandidaten wie Avocado und Ananas aus Resten ziehen

Wer zu den erfahreneren Regrowern gehört, kann sich an Avocados und Ananas probieren. Bei Avocados ist der Kern das Entscheidende. Den gesäuberten Kern spießen Gartenfreunde mit drei Zahnstochern auf und hängen ihn an dieser Vorrichtung auf ein Glas. Der Kern muss etwas ins Glasinnere hinein reichen, damit das Wasser im Glas den Kern berührt. Auch dabei sollten Pflanzenfans das Wasser alle zwei Tage erneuern. Mit der Zeit bildet der Kern Wurzeln. Ist der Zeitpunkt gekommen, lässt sich der Avocadokern in einem Blumentopf weiter ziehen. (Rüben, Pastinaken und Co.: So lecker und gesund sind Omas liebste Gemüsesorten)

Bei einer Ananas brauchen Experimentierfreudige ebenfalls etwas Geduld beim Regrowing. Den Strunk der Ananas setzen sie in ein Gefäß mit Wasser, sodass das Wasser den Strunk nicht berührt. Hat der Ananasstrunk regelmäßig frisches Wasser und einen warmen, sonnigen Platz im Haus, sprießen bald Wurzeln. Dann kann die Pflanze in einen Topf mit Erde umziehen.

Was bei der Avocado über den Kern funktioniert, klappt auch bei Steinobst wie zum Beispiel Aprikosen. Dabei nehmen Gartenfreunde den Kern, putzen ihn und pflanzen ihn direkt in einen Topf mit Erde. Mit etwas Geduld haben sie bald einen neuen kleinen Aprikosenbaum.

Regrowing: Kartoffeln, Kräuter, Pilze und Ingwer aus Kochresten ziehen

Kartoffeln und Kräuter sind wieder etwas leichter nachzuziehen. Zum Regrowing wählen Gartenfreunde am besten solche aus, die schon kleine Triebe an ihrer Außenseite zeigen. Diese zerschneiden sie in zwei Hälften und warten ab, bis die Schnittstelle vollständig getrocknet ist. Dann kann das Kartoffelstück einfach in einen Topf mit Erde seinen neuen Platz finden und treibt innerhalb weniger Tage stark aus. (Kartoffeln: Wie Sie die Pflanze richtig ernten und lagern)

Auch Kräuter wie Basilikum oder Rosmarin lassen sich mit dem Prinzip des Regrowings neu ziehen. Dafür verwenden Hobbyköche und -köchinnen beim Kochen nur die unteren Blätter eines Stiels, den oberen Teil in ein Wasserglas stellen und regelmäßig das Wasser wechseln. Schnell bilden sich auch dabei neue Wurzeln.

Um das Ganze abzurunden, können auch Pilze leicht mit dem Prinzip des Regrowings vermehrt werden. Dafür benötigen Gartenfans nur den Stiel, den sie in einen Topf mit Erde so einpflanzen, dass ein kleiner Teil noch herausguckt. Ist es feucht und warm genug, steht dem Regrowing der Pilze nichts im Weg. So klappt es auch mit Ingwer, bei dem einfach ein Stück der Knolle in den Boden muss und schon vermehrt sich Ingwer an warmen Standorten wie von selbst. (Ingwertee: So bereiten Sie das heiße Getränk richtig zu) *ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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