Wiederverwenden statt wegwerfen

Nachhaltigkeit in der Küche: Einfach Wasser und Müll sparen

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Plastikmüll ist immer ein Thema, denn Verpackungen scheinen hygienischer als lose Ware. Zu Hause können wir aber gut darauf verzichten und nachhaltiger aufbewahren.

München – Während Corona sind wir mehr auf uns selbst angewiesen, müssen kochen statt zum Imbiss zu gehen und unsere Kaffeetassen selbst abspülen statt sie in die Spülmaschine auf der Arbeit zu stecken. Was vielen dabei erst klar wird: An einem Tag produzieren wir einiges an Müll. Müll, der mit der richtigen Technik gar nicht nötig wäre. Und auch Ressourcen wie Wasser können wir recht einfach durch Nachhaltigkeit in der Küche sparen.

Nachhaltigkeit in der Küche: So einfach sparen Sie Wasser und Verpackungsmüll

Nachhaltigkeit im Haushalt ist recht einfach umzusetzen und auch wenn nur Kleinigkeiten verändert werden, bringt das etwas. Da Plastiktüten inzwischen ohnehin Geld kosten, fällt der Umstieg auch nicht schwer.

So sorgen Sie für mehr Nachhaltigkeit in der Küche:

  • Einkaufen mit wiederverwendbaren Beuteln: Obst und Gemüse wird gerne in Plastikschachteln angeboten oder in Tüten verpackt. Das ist zwar hygienischer als es in den Einkaufswagen zu legen, den schon zig Leute zuvor benutzt haben, aber nicht gerade umweltfreundlich. Besser sind wieder verwendbare Stofftaschen, die Sie inzwischen in jedem Supermarkt in der Gemüseabteilung kaufen können. Einfach gelegentlich waschen und wiederverwenden.
  • In Unverpackt-Läden einkaufen: Diese Methode ist natürlich noch besser. Dort werden Lebensmittel zum selbst Abfüllen angeboten, Gemüse und Obst gibt es meist lose, gewogen wird an der Kasse. Auch einige Supermärkte bieten solche Stationen inzwischen an. Das einzige Problem: Es gibt viel zu wenig dieser Läden. Was zu Zeiten unserer Großeltern Standard war, ist heute eine Rarität und meist nur in der Stadt zu finden.
  • Lebensmittel in Gläsern kaufen: Wenn es schon Verpackung sein muss, dann doch eine, die wir weiterverwenden können. Hübsche Gläser können nicht nur im Wertstoffhof abgegeben werden. Daraus lassen sich auch tolle Blumenvasen für die Tulpendekoration basteln oder schöne Teelicht-Gläser gestalten. Auch zur Aufbewahrung von Müsli und Ähnlichem eignen sie sich gut.
  • Obst und Gemüse selbst einkochen: Oft hatte die Großmutter selbst gemachte Marmelade oder Kompott auf Vorrat. Das können Kochfans auch heute ganz einfach machen, außerdem weiß man so, was drin ist. Kochen Sie Obst oder Gemüse ein, in luftdichten Gläsern hält es eine ganze Weile und spart Aufwand bei der nächsten Mahlzeit. Auch Kimchi, Kefir, Kombucha und Sauerkraut sind recht einfach herzustellen. Sogar kandierte Früchte kann jeder in der eigenen Küche machen.
  • Langlebiges Küchenzubehör: Plastik überlebt im Idealfall einige Waschgänge in der Spülmaschine, spätestens in der heißen Pfanne schmilzt dann aber der beste Pfannenwender. Holz und Edelstahl sind bei richtiger Pflege deutlich langlebiger und Mikroplastik ist hier auch kein Thema. Glasstrohhalme können konventionelle aus Plastik ersetzen und Pappbecher oder Teller müssen nun wirklich nicht sein.
  • Bienenwachstücher/ Food Wrap statt Folie: Frischhaltefolie oder Plastiktüten sind praktisch für die Aufbewahrung von Lebensmitteln wie Ingwer. Sie verhindern das Austrocknen und halten unser Essen frisch. Das Gleiche tun aber auch Bienenwachstücher. Meist gibt es davon Sets mit verschiedenen Größen. Die Tücher werden in der Hand weicher und biegsam. Decken Sie damit wie gewohnt Schüsseln ab oder wickeln Lebensmittel darin ein. Reinigen lassen sie sich natürlich auch.
  • Die Spülmaschine ganz voll machen: Vor allem im Home Office nervt es, wenn die Lieblingstasse gerade dreckig ist. Wegen ein paar Teilen den Geschirrspüler anzustellen, ist aber reine Wasserverschwendung. Spülen Sie einzelne Teile mit der Hand und füllen Sie den Geschirrspüler immer erst ganz, bevor er angestellt wird.
  • Haushaltsreiniger selbst machen: Dazu gibt es inzwischen zahlreiche Anleitungen und Tipps. Viele Firmen bieten auch Reiniger in recycelten Flaschen oder Glasflaschen an. Essig, Natron und Kernseife eignen sich für die meisten Arbeiten gut.
  • Müll trennen: Das ist nun wirklich nicht schwer, aber es wird viel zu selten gemacht. Plastik, Alu, Dosen, Glas – all das lässt sich gut in einzelnen Tüten sammeln und dann richtig entsorgen. Einige Firmen fordern inzwischen Pfand auf Joghurtbecher oder Smoothie-Flaschen, um das Problem zu beseitigen.
  • Biomüll richtig entsorgen und kompostieren: Viele wissen nicht, dass nicht jede Biomülltüte tatsächlich in den Biomüll darf. Informieren Sie sich vorab, meist haben Gemeinden spezielle Anforderungen oder geben passende Tüten aus. Zeitungspapier statt einer Biomülltüte tut es übrigens auch, vorausgesetzt es ist unbeschichtet. Noch einfacher ist es aber, den Bioabfall selbst zu kompostieren. Nicht alles darf auf den Kompost im Garten, aber für die Küche eignen sich beispielsweise auch Wurmkisten und Bokashi-Eimer. All das liefert zugleich wertvollen Dünger für die Pflanzen.
  • Essen aufbewahren statt wegwerfen: Wer zu viel gekocht hat, kann die Reste entweder einfrieren, sofern sich die Lebensmittel dafür eigenen, oder in Dosen verpacken. Edelstahl wäre besser als Plastik, das geht aber auch. Schraubgläser und Dosen bieten sich für Tee an. Für Mehl, Zucker und mehr gibt es hübsche Gefäße, die ewig halten. Oder Sie verwenden leere Gläser weiter, etwa für Kräuter oder Müsli.
  • Saisonal und regional kaufen: Gartenbesitzer können ihr Gemüse und Obst auch selbst anbauen, alle anderen sollten möglichst auf saisonale Produkte zurückgreifen, die aus der Region kommen. Gurken oder Tomaten beispielsweise würde es im Winter normalerweise nicht geben. Der Verzicht auf viele Superfoods kann ebenso helfen, denn Avocados und andere Lebensmittel legen meist große Strecken zurück.

Natürlich lassen sich auch in anderen Bereichen des Haushalts Ressourcen sparen, die Küche trägt aber schon viel zur Nachhaltigkeit bei. Einen leckeren Tipp hat auch merkur.de: Schütten Sie Gurkenwasser nicht weg, sondern verwenden Sie es erneut*. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Valeria Schettino via www.imago-images.de

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