Haltbar und lecker

Dörren im Backofen: So gelingt es Ihnen ohne Probleme

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Gedörrtes Gemüse und Obst weckt bei vielen erstmal Erinnerungen an Apfelringe oder Tomaten. Doch dörren lässt sich weit mehr und auch Fruchtleder gelingt ohne Dörrgerät.

Stuttgart – Im Herbst und Winter gibt es nicht mehr viel frisches regionales Obst und Gemüse. Doch Gartenfreunde müssen deshalb darauf nicht verzichten. Zu den Methoden des Haltbarmachens gehört auch das Dörren. Und selbst ohne Dörrgerät geht das einfach.

Dörren im Backofen: So gelingt es Ihnen

Dörren ist keine neue Erfindung, kein Wunder also, dass dafür kein Dörrgerät benötigt wird. Haben Sie eines, geht es natürlich schnell und abgesehen von einigen Beerensorten auch einfach. Doch auch mit dem Backofen können Pflanzenfans leicht Dörrobst und -gemüse selbst herstellen.

Die Methode: Obst oder Gemüse wird langsam Flüssigkeit entzogen, während gesunde Inhaltsstoffe erhalten bleiben sollen. Dörren ist also eine schonende Methode zum Haltbarmachen von Obst oder Gemüse. Die einzige Voraussetzung, dass es gut funktioniert: Die Lebensmittel müssen genug Wasser enthalten.

Folgendes eignet sich zum Beispiel gut zum Dörren:

  • Äpfel
  • Feigen
  • Bananen
  • Aprikosen, Pfirsische etc.
  • Ananas
  • Mango
  • Papaya
  • Weintrauben
  • Birnen
  • Grünkohl
  • Karotten
  • Knollensellerie
  • Süßkartoffeln
  • Kartoffeln
  • Rote Bete (Link)
  • Zucchini
  • Pilze
  • Kräuter
  • Tomaten
  • Erdbeeren

Und vieles mehr. Probieren Sie es einfach aus, wenn das Dörren nicht so klappt, wie gewünscht, können Sie Obst und Gemüse direkt nach dem Versuch verzehren. (Kaffee-Ersatz: Das sind die regionalen, koffeinfreien Alternativen)

Dörren im Backofen: So funktioniert es

Das Dörren im Backofen ist ein wenig schwieriger als im Dörrgerät, denn der Ofen ist auf hohe Temperaturen ausgelegt. Perfekte Dörrtemperaturen liegen bei maximal 40 Grad Celsius für Rohkostqualität. Beim Ofen muss also improvisiert werden. Die Luftzirkulation muss gleichmäßig sein, sonst wird nicht alles knusprig. Daher sollte die Ofentüre einen Spalt auf bleiben, der Südwestrundfunk empfiehlt dazu zum Beispiel einen Kochlöffel.

Niedrige Temperaturen sorgen bei Backöfen schnell für Temperaturschwankungen. Ein Thermometer sollte daher zur Kontrolle bereit liegen. Oft heizen Backöfen nach dem Einschalten des Lichts schon auf, diese niedrige Temperatur kann fürs Dörren ausreichend sein. Mit Umluft geht es besonders schnell und effektiv. Nach dem Dörren kommt das Obst und Gemüse bestenfalls in luftdichte Behälter. Übrigens können Sie auch Fleisch oder Fisch dörren. (Hausmittel für Magen und Darm: Diese leckeren Winter-Gewürze helfen Ihnen)

Eine bessere, aber teure Alternative ist der Dörrautomat. Die Anschaffung lohnt sich jedoch nur, wenn Sie regelmäßig dörren wollen. Auch Lufttrocknen können Pflanzenfans versuchen. Dazu werden die Früchte entweder auf eine Schnur gefädelt und aufgehängt oder auf ein Gitter zum Trocknen gelegt. Das dauert jedoch länger und birgt Schimmelgefahr bei falscher Umsetzung. (Schimmelige Blumenerde: Das können Sie dagegen tun)

Dörren im Backofen: Fruchtleder

Aber Sie können nicht nur Scheiben von Früchten oder Gemüse dörren, auch Fruchtleder (oder Obstleder) ist schnell gemacht und eignet sich perfekt als gesunder Snack. Für Fruchtleder brauchen Sie nur saisonales Obst und eventuell ein Süßungsmittel.

Die Kerne sollten vor der Verarbeitung entfernt werden, ansonsten kann das Obst in groben Stücken in den Mixer und wird anschließend auf ein Backblech (mit Backpapier) gestrichen. Mehr als 80 Grad warm sollte der Ofen nicht sein und das Trocknen der Masse kann Stunden dauern. Fertig ist das Fruchtleder, wenn es gummiartig ist, nun wird es geschnitten. (Zitronenschalen wiederverwerten: Das können Sie aus der Hülle selbst machen)

Rubriklistenbild: © imago images / Westend61

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