Haarwäsche, Tee und mehr

Brennnessel: Das Superfood aus dem Garten

  • Franziska Irrgeher
    vonFranziska Irrgeher
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Brennnesseln gelten zu Unrecht oft als Unkraut. Wer die Pflanze im Garten wachsen lässt, unterstützt damit Schmetterlinge und hat auch gleich die Hausapotheke vor der Tür.

München – Wer schon ein mal in eine Brennnessel gefasst hat oder rein getreten ist, weiß, wie schmerzhaft das sein kann. Die kleinen Härchen an der Blattunterseite sorgen für Pusteln und gereizte Haut. Wer aber weiß, wie man das verhindert, hat mit der Brennnessel ein wahres Superfood im Garten.

Brennnessel: Das Superfood aus dem Garten

Brennnesseln sind Unkraut. Zumindest für viele, die sich über das Gestrüpp am Wegrand oder im Garten ärgern. Dass die Brennnessel weit mehr als nur störendes Beiwerk im Garten ist, zeigen ihre zahlreichen Vorteile für Garten und Gesundheit.

Das kann die Brennnessel:

  • Harntreibendes Hausmittel: Man kennt es von Blasen-Nieren-Tees, in diesen ist meist auch Brennnessel enthalten. Brennnesseln wirken leicht harntreibend und können so auch bei Harngrieß helfen. Auch für Menschen, die zu Blasenentzündungen neigen, ist Brennnessel-Tee damit ideal. So können beginnende Entzündungen vielleicht noch verhindert werden. Oft wird das Kraut dazu mit Goldrute und Birkenblättern kombiniert.
  • Brennnesselwurzeln gegen Prostata-Vergrößerung: Bei gutartiger beginnender Prostatavergrößerung kann Brennnesselwurzel eingesetzt werden. In Absprache mit dem Arzt, versteht sich.
  • Entzündungshemmend: Brennnessel kann ebenfalls entzündungshemmend wirken und könnte sich damit auch für die Behandlung von Krankheiten wie Rheuma und Arthrose eignen.
  • Nährstoffbombe: Brennnessel enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Außerdem sind Magnesium, Kalium, Eisen, weitere Vitamine sowie Flavonoide und einiges mehr enthalten.
  • Überlebenswichtig für Schmetterlinge: Nicht nur wir Menschen profitieren von der Pflanze. Ganze sechs Schmetterlingsarten brauchen die Brennnessel zum Überleben. Distelfalter, C-Falter, Kleiner Fuchs, Admiral, Tagpfauenauge sowie Landkärtchen brauchen im Raupenstadium Brennnesseln als Nahrung.
  • Zeigerpflanze: Auch dafür ist die Brennnessel gut, denn sie ist ein Stickstoffzeiger. Das bedeutet leider auch, dass dort wenig blühen wird. Naturgartenfans können also stattdessen die Brennnesseln für Falter stehen lassen oder selbst essen.
  • Haarwäsche: Besonders gemeinsam mit Birkenblättern wird aus dem Tee ein tolles Mittel für die empfindliche Kopfhaut vor der normalen Haarwäsche.
  • Brennnesseljauche für Pflanzen: Zur Stärkung von Pflanzen sowie zur Schädlingsbekämpfung können Gartenfans Jauche oder Sud aus Brennnesseln ansetzen. Entweder werden die Pflanzen dann damit gegossen oder eingesprüht. Die Jauche wirkt wie Dünger, kann aber auch Blattläuse bekämpfen.

Grund genug also, die Brennnessel nicht nur im Garten wachsen zu lassen, sondern vor allem zu essen. Dabei gibt es verschiedene Tricks gegen die Haare. Die Brennhaare können entweder mit einem Nudelholz abgebrochen werden, dazu fahren Sie mit dem Nudelholz über die Blätter. Oder aber beispielsweise mit einem Kochlöffel, mit dem die Blätter vorsichtig geklopft werden. Allergiker könnten unter bestimmten Umständen übrigens von Brennnesseln profitieren, berichtet 24vita.de*.

Brennnesselblätter passen gut in Smoothies oder Salate. Bestenfalls essen Sie auch die Samen, viele Brennesselfans berichten, dass diese besonders lecker seien. Sie passen auch gut zu Müsli. Zudem kann Brennnessel perfekt in anderen Gerichten wie Risotto verwendet werden. *24vita.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © IMAGO / agefotostock

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