Glutenfrei und gesund

Pseudogetreide: Das unterscheidet Amaranth und Quinoa von herkömmlichem Getreide

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Amaranth, Quinoa und Co. finden immer öfter einen Platz im Vorratsschrank. Sie zählen zu den Pseudogetreiden und unterscheiden sich in einigen Aspekten vom herkömmlichen Getreide.

Bonn – Beim Backen und Kochen hat Pseudogetreide immer mehr zum Einsatz. Denn im Gegensatz zu herkömmlichen Getreidesorten ist Pseudogetreide glutenfrei und bringt auch in Bezug auf seine Inhaltsstoffe positive Eigenschaften mit sich. Ein ausgewogener Mix an Getreide und Pseudogetreide bietet sich also durchaus an.

Pseudogetreide: Diese Sorten stecken hinter der Bezeichnung

Der Namen Pseudogetreide bezeichnet Pflanzen, die nicht zur botanischen Gruppe der Süßgräser gehören, deren Ernteerträge Gartenfreunde aber ähnlich verwenden wie die von herkömmlichem Getreide. Besonders für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit ist Pseudogetreide eine sinnvolle und wichtige Alternative, da Pseudogetreide glutenfrei ist*. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung zählen zum Pseudogetreide zum Beispiel:

  • Amaranth
  • Quinoa
  • Buchweizen
  • Canihua
  • Teffmehl
  • Leinsamen
  • Chiasamen

Die Auswahl zeigt, dass es gute Möglichkeiten gibt, Pseudogetreide neben herkömmlichen Getreide und Urgetreide in die eigene Ernährung einzubauen. Jedes Pseudogetreide bringt in Bezug auf die Nährstoffe unterschiedliche Vorteile mit sich.

Pseudogetreide: Amaranth als Proteinquelle

Amaranth trägt umgangssprachlich auch den Namen Inkagetreide. Das Inka-Superfood ist eine der ältesten, bekannten Nutzpflanzen und schon die Azteken und Inkas nutzen es als Grundnahrungsmittel. Seit den 80er-Jahren finden sich die Amaranth-Kügelchen auch in Deutschland immer häufiger in den Supermarktregalen. Besonders geschätzt ist es, da es eine gute Proteinquelle ist und aufgrund der in ihm zahlreich enthaltenen Aminosäuren. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist in Amaranth jedoch auch eine hohe Anzahl an Gerbstoffen enthalten, sodass Kinder unter zwei Jahren kein Amaranth essen sollten.

Aus Amaranth lässt sich beispielsweise leicht eigenes Popcorn zaubern. Dafür einfach einen Topf auf dem Herd erhitzen, einen Löffel Amaranth hinzugeben und schon poppt das Korn. Gartenfreunde sollten sich aber mit dem Topfleeren beeilen, denn die Körner brennen im Topf schnell an.

Pseudogetreide: Quinoa besser aus regionalem Anbau kaufen

Quinoa ist sehr beliebt, da das Pseudogetreide zu fast jedem Gericht schmeckt und leicht zuzubereiten ist. Die Pflanze gehört laut dem Verbraucher Service Bayern zu den Gänsefußgewächsen und ist in Lateinamerika beheimatet. Die uralte Pflanze trägt auch den Namen Reismelde und bringt eine große Menge an Mineralstoffen wie Magnesium und Eisen mit sich. Zu lange sollten Gartenfreunde die Quinoakörner nicht kochen, da sie sonst zu schlaff sind. Sie schmecken gut als Beilage beispielsweise zu Zucchini mit Nuss-Käsekruste oder in einem Salat, gemischt mit kleinen Tomaten, Fetkäse und Frühlingszwiebeln. Kinder unter zwei Jahren sollten allerdings ebenfalls kein Quinoa essen, da in der Samenschale Saponine enthalten sind, die die Schleimhaut reizen können.

Pseudogetreide: Buchweizen als intensiver Mehlersatz

Das Knöterichgewächs kennen einige vielleicht als Grundlage für Galettes, also herzhafte Crêpes aus Frankreich. Das aus Buchweizensamen gewonnene Mehl schmeckt intensiver und hat einen stärkeren Eigengeschmack als Weizenmehl. Die in ihm enthaltenen Flavonoiden schützen die Blutgefäße und stärk das Immunsystem. Buchweizen hat seinen Ursprung in Zentralasien und lässt sich hervorragend als gesunde Frühstücksalternative zubereiten, aber auch als Grundlage für Buchweizen-Blini und eine Buchweizen-Torte verwenden.

Pseudogetreide: Canihua erinnert an Schokolade

Canihua stammt aus den Anden und schmeckt nussig und süßlich. Daher liegt die Assoziation zu Schokolade nahe. Das Pseudogetreide enthält eine Menge Ballaststoffe, Proteine und ist ein guter Mineralstofflieferant. Canihua gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen und dient nicht nur als Lebensmittel, sondern auch als Heilpflanze gegen Infektionen des Darms und Übelkeit. Auch als Tierfutter findet es noch Verwendung. Mittlerweile gibt es über 200 Canihua-Arten.

Pseudogetreide: Teffmehl zum Brotbacken

Das Teffmehl gewinnen Hersteller aus den Körnern des Teffs, welches auch den Namen Zwerghirse trägt. Teffmehl hat seinen Ursprung in Eritrea und Äthiopien und hat eine große Besonderheit. Die Teffkörner speichern besonders gut Wasser und sind daher für glutenfreie Teige besonders gut geeignet. Teffmehl gibt ihnen die nötige Feuchtigkeit und das Gebäck oder das Brot trocknet nicht so schnell aus. Ähnlich wie die anderen Pseudogetreidesorten bringt Teffmehl eine große Portion Ballaststoffe und Mineralstoffe mit sich.

Pseudogetreide: Vor- und Nachteile zusammengefasst

Neben dem Überblick über die Pseudogetreidesorten ist eine kurze Zusammenfassung der einzelnen Vor- und Nachteile sinnvoll. Das sind unter anderem:

VORTEILENACHTEILE
hoher Ballaststoffanteilaufwendige Herstellung
hoher Mineralstoffanteilnicht immer nachhaltig produziert
glutenfreiPestizidrückstände in einigen Produkten
niedriger Kohlenhydrathgehaltteils lange Transportwege
niedriger glykämischer Index (wichtig für Diabetiker)nicht für Kinder unter zwei Jahren geeignet
Proteinquelle
hoher Anteil von essenziellen Aminosäuren
hoher Folsäuregehalt
gesunde Kohlenhydrathe

Besonders die gesunden Kohlenhydrathe in Pseudogetreide machen es auch für Stars wie Heidi Klum oder J.Lo als festen Bestandteil ihrer Ernährung interessant*. Wichtig ist es also, beim sogenannten Superfood auf eine faire und ökologisch vertretbare Herstellung zu achten. Lebensmittel-Siegel weisen Gartenfreunden da einen guten Weg. *merkur.de und 24vita.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Ina Peters

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