Zu sehen ist ein Teller, der mit Salat und einem Steak gefüllt ist (Symbolbild).
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Bei der Paleo-Diät steht oft Fleisch auf dem Speiseplan (Symbolbild).

Ernährung wie in der Steinzeit

Paleo-Diät: Essen wie unsere Vorfahren – und dennoch nicht aufs Müsli verzichten

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Die Steinzeitdiät gibt einen ursprünglichen Ernährungsplan vor und gilt daher als besonders gesund. Dennoch muss die Diät gut geplant sein, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.

  • Paleo greift eine besonders ursprüngliche Form der Ernährung auf.
  • Wer sich auf diese Weise ernährt, isst nur, was auch die Steinzeitmenschen gegessen haben.
  • Industriell verarbeitete Lebensmittel stehen nicht auf dem Speiseplan.

Wiesbaden – Viele Zivilisationskrankheiten sollen durch die Ernährung ausgelöst werden. Eine ursprüngliche Ernährungsweise hingegen hat den Ruf, besonders gesund zu sein. Daher erfreut sich auch die Paleo-Diät steigender Beliebtheit. Das Grundprinzip und die Definition dieser Diät sind einfach. Der Ernährungsplan sieht nur Speisen vor, die auch Steinzeitmenschen schon zur Verfügung hatten. Auf industriellen Zucker wird daher beispielsweise komplett verzichtet. Die Theorie dahinter: Der Körper erhält alle für ihn genetisch passenden und benötigten Nährstoffe ohne unnötigen Ballast. Der Paleo-Ernährung wird ein positiver Effekt in Bezug auf die Gesundheit nachgesagt. Zusätzlich soll sie das Abnehmen erleichtern sowie das allgemeine Wohlbefinden verbessern.

Paleo-Diät: Was versteckt sich hinter dem Begriff?

Der Begriff „Paleo leitet sich vom Wort „Paläolithikum“ ab, das die von Forschern rekonstruierte Ernährungsweise in der Altsteinzeit beschreibt. Das bedeutet, dass bei der Paleo-Ernährung nur Dinge gegessen werden, die auch in der Altsteinzeit verfügbar waren. Es handelt sich hierbei nicht um eine kurzfristige Veränderung der Ernährung, um ein wenig abzunehmen – die Paleo-Diät wird meist als langfristige Ernährungsumstellung praktiziert.

Sie wird jedoch unterschiedlich streng ausgelegt. Manche Verfechter richtigen streichen strikter bestimmte Lebensmittel von ihrem Speiseplan als andere. Per Definition ist alles erlaubt, was in der Altsteinzeit gejagt, gefischt oder gesammelt werden konnte. Alles, was diese Anforderungen nicht erfüllt, ist verboten, nicht gesund für den Körper und hat keinen Platz im Ernährungsplan. Insbesondere sind auch stark verarbeitete Lebensmittel nicht gestattet.

Diese Art der Ernährung passt laut Verfechtern der Diät am besten zur Biochemie des Menschen. Der Körper habe sich im Laufe der Evolution genetisch an diese Ernährung optimal angepasst – seitdem habe sich diese Genetik im Menschen nicht mehr groß verändert. Diese Begründung ist jedoch durchaus umstritten, da Kritiker beispielsweise die genetische Unveränderlichkeit des Menschen bezweifeln.

Paleo-Diät: Diese Lebensmittel sind erlaubt

Unbehandelte Lebensmittel sind bei der Paleo-Ernährung erlaubt. Idealerweise sollte saisonales Obst und Gemüse gegessen werden, um dem Ansatz der steinzeitlichen Ernährungsweise noch näher zu kommen. Erlaubt ist:

  • Gemüse: Blumenkohl, Spinat, Tomate, Radieschen und Co.
  • Obst: Birne, Beeren, Kirschen und Pflaumen
  • tierische Produkte: Eier, Fisch, Fleisch
  • Nüsse: Haselnüsse, Kürbiskerne, Walnüsse, Mandeln
  • Getränke: Wasser, Kräutertee, Kokosmilch

Zum Süßen wird bei der Paleo-Ernährung in der Regel auf Honig zurückgegriffen. Wer mit der Paleo-Ernährung abnehmen möchte, findet online viele Paleo-Rezepte, die nicht nur die Grundsätze befolgen, sondern auch gut zum Abnehmen sind. Für Einsteiger der Steinzeitdiät ist es empfehlenswert, sich entsprechende Rezepte herauszusuchen. Denn viele verbotene Lebensmittel stehen normalerweise auf dem Speiseplan der Europäer, sind laut Paleo-Diät aber nicht gesund. Was erlaubt ist, kann mithilfe der Rezepte aber zu leckeren Gerichten verarbeitet werden.

Paleo-Diät: Diese Lebensmittel sind verboten

Die folgenden Lebensmittel sind laut der Fachzeitschrift Ernährungs-Umschau bei der Paleo-Diät verboten:

  • Zucker und Zuckerersatzstoffe
  • Alkohol, Softdrinks, Kaffee
  • Getreide und Getreideprodukte
  • Milch und Milchprodukte
  • Zusatzstoffe
  • industriell verarbeitete Lebensmittel
  • Speiseöle

Ein Paleo-Frühstück und -Abendbrot muss daher laut Definition ohne klassisches Brot auskommen. In einigen Varianten ist Vollkornmehl jedoch in Maßen erlaubt. Alternativ gibt es auch spezielles Paleo-Brot, das auf der Basis von Nüssen und Samen gebacken wird.

Auch Paleo-Müsli besteht überwiegend aus Samen und Früchten. Haferflocken sind in der Regel nicht vorgesehen. Aber auch hier machen einige eine Ausnahme. Beim Paleo-Mittagessen fehlen derweil Kartoffeln und Reis, denn beides ist – wenn überhaupt – nur in geringer Menge erlaubt. Wer abnehmen möchte, sollte auf diese Kohlenhydrate am besten ganz verzichten und den Ernährungsplan entsprechend umstellen. Außerdem gilt: Wer die Paleo-Ernährung ausprobieren möchte, sollte nach einer passenden Variante für sich suchen.

Paleo-Diät: Ist diese Ernährungsform wirklich gesund?

Dadurch, dass insbesondere Zucker verboten ist, eignet sich diese Ernährungsform durchaus zum Abnehmen. Wichtig ist aber, dass der Körper trotz aller Einschränkungen mit allen Nährstoffen versorgt wird. Dann ist gerade der Verzicht auf industriellen Zucker und die zahlreichen Zusatzstoffe überaus gesund. Gerade für Kinder stellt aber der Verzicht auf Milchprodukte im Ernährungsplan ein Problem dar. Erwachsene müssen daher darauf achten, ihre Kinder trotz Paleo-Diät ausgewogen zu ernähren. Im Zweifel sollte zur Sicherheit ein Arzt befragt werden. Auch eine Kontrolle der Blutwerte kann helfen, einem Mangel vorzubeugen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung merkt außerdem an, dass es die eine, klassische Steinzeiternährung nicht gab und der erhöhte Verzehr von Fleisch, Fisch und Eiern sowohl nicht nachhaltig sei als auch gesundheitlich auf Dauer nicht zu empfehlen. Auf der anderen Seite sei der Verzicht auf industriellen Zucker und Fast Food durchaus erstrebenswert, der starke Gewichtsverlust sei allerdings vor allem auf die geringe Energiezufuhr zurückzuführen.

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