Zu sehen sind Banenen, Orangen und Pfirsiche in einem Korb (Symbolbild).
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Überreifes Obst vertragen Menschen mit einer Fructoseunverträglichkeit nicht (Symbolbild).

Wenn Obst kein Genuss mehr ist

Fructoseintoleranz: Wenn Obst nicht mehr gesund ist – und was Sie essen dürfen

  • Anna Katharina Küsters
    vonAnna Katharina Küsters
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Eine Fructoseintoleranz wird häufig mit einer Fructoseunverträglichkeit verwechselt. Ein ärztlicher Test gibt Aufklärung über eine Erkrankung und eventuelle folgende Ernährungsumstellungen.

  • Fructoseintoleranz führt zu Beschwerden nach dem Obstgenuss.
  • Betroffene müssen Rezepte anpassen und können nicht alles essen.
  • Fructoseintoleranz zeigt oft eher unspezifische Symptome.

Oberschleißheim – Bei Fructoseintoleranz handelt es sich um eine Unverträglichkeit. Betroffene können Fructose, die umgangssprachlich auch als Fruchtzucker bezeichnet wird, nicht richtig verdauen. Die Folgen sind verschiedene Symptome, die gemeinsam das Wohlbefinden stark beeinflussen. Betroffene sollten daher mit einem Ernährungsberater herausfinden, welche Lebensmittel sie essen dürfen. Zusätzlich zu geeigneten Rezepten können Tabletten helfen, die Beschwerden zu mildern.  

Fructoseintoleranz: Was bedeutet das?

Bei einer Fructoseintoleranz vertragen Betroffene Fructose (Fruchtzucker) nicht oder nur sehr eingeschränkt. Ein gesunder Mensch verträgt zwischen 35 und 50 Gramm Fruchtzucker. Liegt das Limit bei einem Menschen bei unter 25 Gramm, sprechen Ärzte von einer Intoleranz. Laut dem Allergieinformationsdienst bezeichnet eine klassische Fructoseintoleranz einen angeborenen Enzymdefekt: Dieser Defekt verursacht, dass die verspeiste Fructose in der Leber nicht vollständig abgebaut werden kann. Betroffene müssen hierbei ihr Leben lang streng auf Fructose verzichten.

Viel häufiger und auch bekannter ist allerdings die Fructosemalabsorption. Bei dieser Fructoseunverträglichkeit produziert der Körper zu wenig Fruktase, sodass die Fructose nicht verstoffwechselt werden kann. Der Fruchtzucker wird in diesem Fall vom Dünndarm nicht in die Blutbahn weitergeleitet. Er gelangt stattdessen in den Dickdarm. Dort zersetzen Bakterien den Fruchtzucker und es entstehen Gase. Das führt zu Verdauungsproblemen wie beispielsweise Blähungen, Durchfall oder Unwohlsein.

Wer keine Früchte verträgt, kann aber auch unter einer Sorbitintoleranz leiden. Sorbit ist ein Zuckeralkohol, der natürlicherweise in Früchten vorkommt und ähnliche Symptome verursacht wie eine Fructoseintoleranz. Eine genaue Diagnose kann nur ein Arzt treffen. Betroffene können diese Diagnose aber unterstützen, indem sie die Reaktion ihres Körpers auf verschiedene Lebensmittel genau beobachten und dokumentieren.

Fructoseintoleranz: Symptome und Tests geben Aufschluss

Die Symptome bei einer Fructoseintoleranz sind nicht immer eindeutig. Neben Beschwerden im Verdauungsbereich treten auch unspezifische Symptome auf, wie zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Schwindel
  • Schlafstörungen

Daher bringen Betroffene die Symptome nicht immer mit dem, was sie essen, in Verbindung. Ärzte sind daher auf die Mitarbeit von Betroffenen angewiesen. Nachdem diese mindestens zwei Wochen lang ein Tagebuch geführt haben, in dem sie aufschreiben, was sie essen und welche Symptome sie haben, führt der Arzt beim Fructoseintoleranzverdacht einen Fructose-Test durch. Dieser H2-Atemtest misst laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) den Wasserstoffgehalt in der Atemluft. Die Betroffenen trinken eine Fructoselösung und pusten dann in definierten Abständen in das Messgerät. Der Wert gibt dann dem Arzt an, ob der Körper die Fructose richtig abbaut oder eine Störung vorliegt. Außerdem beobachtet der Arzt, ob der Patient Symptome zeigt. Im Anschluss bespricht er das Ergebnis mit dem Patienten und auch das weitere Vorgehen.

Fructoseintoleranz: Wo ist Fructose drin?

Fructose findet sich vor allem in Früchten und in Honig. Einen besonders hohen Gehalt haben beispielsweise Äpfel, Birnen oder Weintrauben. Der Gehalt von Fructose in Früchten ist in einer Fructose-Tabelle ablesbar. Diese zeigt den durchschnittlichen Wert an. Wer unter Fructoseintoleranz oder Fructoseunverträglichkeit leidet, sollte aber bedenken, dass der Gehalt auch vom Reifegrad abhängt. Der Grund dafür ist, dass der Anteil von Saccharose (identisch zum Haushaltszucker), Fructose und Glucose im Reifeprozess ansteigt. Daher schmeckt reifes Obst auch deutlich süßer als unreifes. Hobbyköche können beim Zubereiten der Speisen darauf achten, nicht überreifes Obst zu verwenden: Dann vertragen auch Menschen mit einer Fructoseunverträglichkeit teils das Essen.

Fructoseintoleranz: Was essen?

Nach der Diagnose Fructoseintoleranz fragen sich die meisten Betroffenen, was sie noch essen dürfen. Das ist nicht pauschal zu beantworten. Wer unter einer Fructosemalabsorption leidet, sollte Schritt für Schritt herausfinden, wie viel Fructose er verträgt. Komplett auf Fructose zu verzichten, ist nämlich zum einen sehr schwierig und verschlimmert zum anderen die Intoleranz in der Regel noch. Daher sollten Betroffene kleine Mengen Fructose zu sich nehmen. So können sie herausfinden, welche Mengen und auch welche Sorten Obst sie vertragen. Wer gerne selbst kocht, sollte Rezepte wählen, die mit Früchten auskommen, die von Natur aus wenig Fructose enthalten.

Zusätzlich helfen können Fructose-Tabletten. Diese enthalten Fructase und versorgen den Körper so mit dem nötigen Enzym, um den Fruchtzucker bei einer Fructoseintoleranz abzubauen. Diese Tabletten bieten sich beispielsweise an, wenn Betroffene auswärts essen und die Zusammensetzung der Speisen nicht beeinflussen können.

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