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Lachszucht: Deshalb müssen Sie beim Einkauf des Fischs aufmerksam sein

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Von: Anna Katharina Küsters

Lachs schmeckt auf dem Sonntagsbrötchen herrlich. Doch die Zucht der Lachse ist nicht unbedenklich und Gartenfreunde sollten sich vor dem Einkauf informieren.

Düsseldorf – Eine Köchin oder ein Koch, der etwas auf sich hält, kommt um die Zubereitung eines Lachsfilets nicht herum. Und das freut den Besuch, denn Lachs schmeckt hervorragend. Steht er regelmäßig auf dem Speiseplan, ist das für unsere Gesundheit umso besser. Lachs enthält besonders viel gesunde Omega-3-Fettsäuren, was ihn für uns so interessant macht. Beim Einkauf müssen Gartenfreunde aber ganz bewusst entscheiden, denn der Lachsfang und die Lachsproduktion bringen viele Nachteile mit sich.

Lachszucht: Aus diesen Gründen ist ein wohlüberlegter Einkauf so wichtig

In vergangenen Jahrhunderten war der Lachsbestand in der Natur noch so reichlich, dass die Fische in vielen Flüssen Europas zu finden waren. Besonders im Rhein tummelten sich viele Lachsexemplare. Mit zunehmender Industrialisierung nahm die Lachspopulation jedoch stark ab, aus dem Rhein verschwand der Lachs beispielsweise ganz. Seit Jahrzehnten versuchen Expertinnen und Experten dem entgegenzuwirken und waren damit teils sogar erfolgreich. Das Programm „Lachs 2000“ war nur einer von vielen Versuchen, den Rhein wieder bewohnbar für Lachse zu machen.

Deutlich wird an diesem Beispiel jedoch, dass sich das Lachsgeschäft nicht rein mit natürlichen Beständen decken lässt. Daher gibt es im Supermarkt laut der Verbraucherzentrale NRW auch folgende unterschiedliche Lachsarten zu kaufen:

Beim Einkauf gilt es, ganz genau darauf zu achten, welchen Fisch Gartenfreunde gerade vor sich haben. Denn es steht nicht gut um den natürlichen Lachsbestand.

Lachszucht: Vor- und Nachteile des Wildlachskaufs

Der Kauf von Wildlachs oder Wildwasserlachs hat ähnlich wie bei Palmöl und Agavendicksaft sowohl Vor- als auch Nachteile. So ist der Bestand von in der Wildnis lebenden Lachsen immer noch stark gefährdet. Laut dem Umweltbundesamt sind zwei Drittel der europäischen Fischbestände nicht nachhaltig bewirtschaftet. Überfischung und Ausbeutung der Meere sind also bereits Teil unseres Alltags und Folge unseres gestiegenen Fischkonsums.

Weltweit betrachtet sieht es nicht besser aus: Über die Hälfte des weltweiten Fischbestandes ist bereits bis an seine Grenzen befischt, fast 30 Prozent sogar überfischt. Das erklärt unter anderem den deutlich höheren Preis, wenn sich Gartenfreunde für Wildlachs entscheiden.

Grundsätzlich ist Wildlachs jedoch Wildwasserlachs vorzuziehen. Denn mithilfe von entsprechenden Siegeln oder Zertifikaten können sich Verbraucher orientieren, wie der Fisch gefangen wurde und wo er her kommt. Denn unterschiedliche Art und Weise in den verschiedenen Fanggebieten stehen an der Tagesordnung. Insgesamt gibt es 19 offizielle Fanggebiete auf den Weltmeeren. Als Anfangsorientierung empfiehlt das Umweltbundesamt das MSC-Siegel oder das Naturland-Siegel. Auch wenn das MSC-Siegel in der Kritik stand, so verhelfe es doch bei einer ersten Auswahl. Beide Siegel verweisen auf einen nachhaltigen Fang des Lachses.

Laut der Verbraucherzentrale ist beispielsweise der Kauf des Buckellaches beziehungsweise Ketalaches unbedenklich, wenn er aus den Fanggebieten mit den Nummern 60 (Nordwestpazifik) 67 (Nordostpazifik) stammt und das MSC-Siegel trägt. Auch Wildlachs aus Alaska mit entsprechendem MSC-Siegel ist ab und an in Ordnung. Der atlantische Wildlachs ist so überfischt, dass ein nachhaltiger Kauf dieser Art laut der Verbraucherzentrale NRW nicht mehr möglich ist.

Lachszucht: Die Probleme von Aquakulturen

Auch beim Kauf des Wildwasserlachses scheiden sich die Geister. Denn auch wenn der Gedanke naheliegt, dass so der Wildlachsfang zurück geht, stimmt das nicht. Denn als Teil des Futters für die Tiere in der Aquakultur müssen Wildlachse und andere frei lebende Fische herhalten. So sterben laut Umweltbundesamt jährlich fast 20 Millionen Tonnen Fische als Futter für gezüchtete Fische. Daneben gibt es weitere Argumente gegen den Kauf von Wildwasserlachsen:

Soll es also doch mal Zuchtlachs sein, so empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW Bio-Zuchtlachs zu kaufen. So sei gesichert, dass Futtermittelzusatzstoffe wie Ethoxyquin sowie Hormone und Medikamente nicht erlaubt seien bei der Aufzucht.

Lachszucht: So gesund ist der leckere Fisch

Wer sich beim Einkauf bewusst für einen nachhaltig gefangenen Wildlachs entschieden hat, der darf sich beim Verzehr über viele positive Eigenschaften des Lachses freuen. Denn der Fisch enthält von Natur aus viele, für uns wichtige Omega-3-Fettsäuren. Diese Fettsäuren zählen zu den gesunden Fetten. Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die unser Körper nicht selbst produzieren kann. Wir müssen sie also durch die Nahrung aufnehmen. Sie sind beispielsweise für ein gesundes Herz-Kreislauf-System entscheidend und versorgt uns mit vielen Proteinen. Diese Proteine des Lachses treten beim Anbraten manchmal aus und hinterlassen einen weißlichen Saft in der Pfanne*. Gelegentlich ein Stück Lachs tut dem Körper also gut und fördert das Wohlbefinden. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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