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Kochen in der Spülmaschine: Die Risiken des anhaltenden Food-Trends

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Von: Franziska Irrgeher

Online kursieren einige Rezepte für Kochen in der Spülmaschine. Doch das Kochen im Geschirrspüler birgt auch einige Probleme und Risiken.

München – Spülmaschinen-Rezepte, es gibt sie tatsächlich. Die Rezepte reichen von Spargel über Fisch bis zu Kartoffeln und so mancher kocht damit sogar sein Obst oder Gemüse ein. Die Grundidee ist nicht schlecht, aber wie gesund ist dieser noch immer anhaltende Trend? Und kann er die so mühsam aufgezogene Ernte ruinieren?

Einkochen in der Spülmaschine: Das sind die Risiken des Food-Trends

In den Medien taucht „Kochen in der Spülmaschine“ das erste Mal um das Jahr 2017 auf, wobei sicher auch vor dem Trend schon einige Menschen auf die Idee kamen. Schließlich existieren genauso Tipps für Würstchen aus dem Wasserkocher. Der Trend geht auf die Italienerin Lisa Casali zurück. Tatsächlich ist die Überlegung naheliegend: Ein Geschirrspüler bietet heißes Wasser mit gleichmäßiger Verteilung über einen festgelegten Zeitraum hinweg. Ein Kochtopf ohne Schmutz quasi, doch ganz so einfach ist es leider nicht.

Zu sehen ist eine junge Frau, die in der Küche die Klappe eines dampfenden Geschirrspülers öffnet (Symbolbild).
Der Geschirrspüler ist nicht unbedingt der ideale Ort zum Kochen (Symbolbild). © Robijn Page/Imago

Doch zuerst zur Theorie. Das Kochen in der Spülmaschine soll beispielsweise für folgende Lebensmittel funktionieren:

Kartoffeln beispielsweise sollen in der Spülmaschine sauber werden und ein wenig vorgekocht. Für Fisch gibt es tatsächlich diverse Rezepte, wobei der Fisch dafür vorab gewürzt wird und dann beispielsweise in Alufolie eingeschlagen in den Geschirrspüler soll. Aber kann das gesund sein?

Kochen in der Spülmaschine: Die Risiken

Alleine beim Einkochen gibt es mehrere Probleme: Ein Geschirrspüler ist im Gegensatz zum Topf nicht so konzipiert, dass er durchgehend eine Temperatur hält. So würde die Spülmaschine anfangs die Gläser erst abkühlen und es könnte zu viel Zeit vergehen, bis der Inhalt der Gläser wieder warm genug ist. Das entscheidende Problem ist aber der Unterdruck. Einkochen funktioniert deshalb, weil der Luftdruck im Inneren des Glases ein anderer ist als außen. Der Gummiring dichtet dabei zusätzlich ab und hält das Eingekochte quasi frisch. Hinzu kommt das Abtöten von Keimen, wenn in einem Topf oder Backofen eingekocht wird, die Temperaturen übersteigen die der Spülmaschine meist um einiges. Zudem kommen im Geschirrspüler eventuell Reste von Salz oder Klarspüler hinzu, die den Gummi angreifen könnten.

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Auch vom Kochen von Fisch oder dem Waschen von Kartoffeln in der Spülmaschine würden wir dringend abraten, selbst wenn Sie ohne Reinigungsmittel spülen, bleiben davon doch immer Reste im Gerät, hinzu kommen Dinge wie Klarspüler und Salz. Wenn, dann müsste die Verpackung absolut dicht sein.

Kochen in der Spülmaschine: Die Idee

Der Grundgedanke ist wohl derselbe wie beim Dampfgaren beziehungsweise Sous-vide: schonende Zubereitung und der Erhalt von Vitaminen. Je nach Methode („kochen“ zusammen mit dreckigem Geschirr) würde auch Strom gespart werden. Doch auch hier gilt: Wirklich hygienisch wäre es nur ohne dreckiges Geschirr daneben, zudem beinhalten einige Rezepte Beilagen, die nebenbei in Pfanne oder Topf zubereitet werden.

Allerdings gibt es genügend Alternativen wie:

Vor allem altbewährte Methoden wie einfache Bambus-Dämpfer für Topf oder Pfanne oder auch das klassische Einkochen sind schonend, sparen Ressourcen und vor allem ist Eingekochtes danach lange haltbar.

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