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Kaum Geschmacksnuancen bei Kaffeebohnen

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Kaum Geschmacksnuancen bei Kaffeebohnen
Die Stiftung Warentest hat 21 Produkte von Espresso- und Caffè-Crema-Bohnen getestet. © Kai Remmers/dpa-tmn

Die Stiftung Warentest hat festgestellt: Kaffee schmeckt oft ähnlich, bei Espresso gibt's mehr Geschmacksunterschiede. Beim Preis dagegen ist die Spanne groß.

Berlin - Die Stiftung Warentest hat Kaffee gekocht: 21 Produkte von Espresso- und Caffè-Crema-Bohnen hat die Verbraucherorganisation für die aktuelle Ausgabe ihrer Zeitschrift „test“ (Heft 01/22) zubereitet und verkostet. Das Ergebnis: Vor allem Kaffee aus Crema-Bohnen unterscheidet sich im Geschmack kaum.

Die Röster richteten sich nach den Erwartungen der Konsumenten: „So entsteht ein Mainstream-Geschmack“, lautet das Urteil. Körper, Bitterkeit, Säure und Röstaroma seien fast durchweg mittelstark ausgeprägt. Bei Espressobohnen seien die Geschmacksunterschiede dagegen stärker. Hier stechen den Testern zufolge zwei italienische Produkte mit deutlichen Röst- und Bitternoten, intensivem Nachgeschmack und stabiler Crema hervor - Lavazza Espresso Italiano Cremoso und Segafredo Intermezzo.

Unbedenkliche Schadstoffmengen

Richtig deutlich sind aber die Preisunterschiede: 8 bis 34 Euro pro Kilo. An der Qualität der Bohnen sei insgesamt indes kaum etwas auszusetzen. Den von der EU-Kommission festgelegten Richtwert für den Schadstoff Acrylamid, der beim Rösten entsteht und das Erbgut verändern sowie möglicherweise Krebs verursachen könne, unterschritten alle Testkandidaten. Er liegt bei 400 Mikrogramm je Kilo.

Auch Furan, ebenfalls ein Begleitprodukt des Röstens, das in Tierversuchen zu Krebs und Leberschäden geführt habe, stelle im zubereiteten Kaffee der Testkandidaten kein Problem dar: Von der flüchtigen Substanz, die die Tester in der Bohne nachwiesen, gehe nur wenig in die Tasse über: „Kein Kaffee schneidet im Schadstoffurteil schlechter als befriedigend ab“, so das Fazit. Das Gesamturteil lautet bei 20 Produkten „gut“, nur eines schneidet mit „befriedigend“ ab.

Kauf nicht nur vom Preis abhängig machen

Problembewussten Verbrauchern rät die Stiftung dennoch davon ab, den Kaffeeeinkauf nur vom Preis abhängig zu machen. Nur neun Produkte im Test tragen ein Bio- oder Nachhaltigkeitssiegel. Weil Kaffeeplantagen wegen des Klimawandels in höhere Lage umzögen, werde dort für den Anbau Regenwald abgeholzt. „Wem all das nicht egal ist, sollte nicht nach den günstigsten Angeboten suchen, sondern nachhaltig angebauten Kaffee kaufen.“ Auch Kaffee von Unternehmen, die auf Direkthandel setzen, könne eine gute Wahl sein.

Im aktuellen Test fand die Stiftung Warentest jedoch nur wenige Produkte mit dem EU-Bio-Siegel sowie den gängigen Nachhaltigkeitssiegeln Rainforest Alliance, Utz und Fairtrade. Letztere Zertifizierung garantiere den Anbauenden einen Mindestpreis für den Rohkaffee und eine Prämie. dpa

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