1. 24garten
  2. Gesund ernähren

Honig-Betrug: Deswegen essen Sie oft gepanschten und gestreckten Zucker

Erstellt:

Von: Anna Katharina Küsters

Beim Honig-Kauf haben die meisten Menschen keine Ahnung, was sie eigentlich in den Händen halten. Denn Honig ist oftmals gepanscht und kein reines Naturprodukt.

Braunschweig – Honig gilt als eine gesunde Alternative, wenn Gartenfreunde auf raffinierten Zucker verzichten wollen. Das Naturprodukt ist nicht nur lecker, sondern auch vielfältig in der Küche einsetzbar. Doch auch bei einem so reinen Produkt wie Honig kommt es zu Betrug. Denn die große Honig-Nachfrage kann nicht nur aus inländischen Produkten gedeckt werden. Gerade mal 30 Prozent des verkauften Honigs kommen aus Deutschland, der restliche Honig sind Importe aus Mexiko, der Ukraine oder Argentinien. Dort vorgenommener Honig-Betrug lässt sich nur schwer aufdecken. Die Operation OPSON ging nun gegen den Lebensmittelbetrug vor.

Honig-Betrug: So oft essen Sie ein gefälschtes und gepanschtes Produkt

Die Operation OPSON richtet sich jährlich gegen weltweiten Lebensmittelbetrug. Verantwortlich für die Ermittlungen sind die Europäische Polizeibehörde (Europol) sowie die internationale kriminalpolizeiliche Organisation Interpol. OPSON ist ein Begriff aus dem Griechischen und beschreibt den Anteil am Essen, der ihm einen Wert gibt. 72 Länder, zu denen auch Deutschland zählt, unterstützten die Behörden bei ihrem Kampf gegen Lebensmittelkriminalität in der neusten Operation und nahmen sich besonders den Verkauf von Honig und Fleisch vor.

Dabei stand besonders importierter Honig im Mittelpunkt, da dabei der Herstellungsprozess oftmals schwierig zu überwachen ist. Oftmals kommt es laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) zum Honig-Betrug, indem:

Von dem Naturprodukt Honig, dem laut EU-Verordnung keine Zusätze beigefügt werden dürfen, und dem gesunden Ersatz für raffinierten Zucker* bleibt dann nicht mehr viel übrig. Doch die Betrügerinnen und Betrüger zu fassen, ist sehr schwer geworden. Die Zuckerzusätze ähneln häufig echtem Honig so sehr, dass es aufwendiger Laboruntersuchungen bedarf, um den Honig-Betrug überhaupt dingfest zu machen. Schon lange ist das illegale Geschäft mit Honig riesig geworden, denn Hersteller aus anderen Ländern verkaufen die gepanschten Lebensmittel für den normalen Honigpreis, der deutlich höher liegt als die Herstellerkosten des Betrug-Honigs.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Zu sehen ist ein Holztisch auf dem drei unterschiedlich große Honiggläser stehen. Zwei davon sind geöffnet, eines geschlossen. Das geschlossene steht zusätzlich auf einem Holzschneidebrettchen. Daneben liegen Walnüsse (Symbolbild).
Honig gibt es vielen Farben und Konsistenzen zu kaufen (Symbolbild). © Kantaruk Agnieszka / Imago

Honig-Betrug: Die Ergebnisse für Deutschland

Vorweg sei gesagt, dass es noch kein endgültiges Ergebnis gibt. Die Ermittlungen ergaben laut dem BVL die Notwendigkeit, weitere Untersuchungen bei Herstellern und Lieferanten durchzuführen. Was aber deutlich wird: Die Operation hat sich gelohnt, denn bereits vier Prozent der untersuchten Lieferungen fielen unter das Label Honig-Betrug. Besonders häufig fielen den Ermittlerinnen und Ermittlern dabei hohe Fremdzuckeranteile im verkauften Honig auf. Mittlerweile leiteten die Behörden zwei Strafverfahren gegen Honig-Betrüger ein.

Eine mögliche Lösung im Kampf gegen den Honig-Betrug ist die genaue Etikettierung. Dabei müssten Hersteller dann exakt auflisten, woher der Honig im Glas stammt und zu wie vielen Anteilen er aus Deutschland oder anderen Ländern kommt. Dann hätten Verbraucherinnen und Verbraucher auch eher eine Chance, sich für rein regionalen Honig zu entscheiden. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant