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Giftpilze: Bei diesen Exemplaren müssen Sie im Wald aufpassen

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Von: Anna Katharina Küsters

Giftpilze wachsen auch hierzulande viele, weswegen beim Pilzesammeln höchste Vorsicht geboten ist. Denn schnell zerstören die falschen Pilze die Leber.

Stuttgart – Eine Wanderung durch den Wald oder den schattigeren Teil des Gartens lässt einen manchmal wunderschöne Pilze entdecken. Einfach mitnehmen, kochen und dann essen ist jedoch verboten. Denn wer keine Ahnung von Pilzkunde hat, der sollte es tunlichst vermeiden, einfach Pilze zu ernten und zu verspeisen. In Deutschland gibt es noch einige Pilzsorten, die so giftig sind, dass ein Verzehr schnell tödlich endet.

Giftpilze: Diese fünf heimischen Sorten dürfen Sie auf keinen Fall probieren

Grundsätzlich gilt: Gärtnerinnen und Gärtner, die in den Wald marschieren, um Pilze zu ernten, müssen vorbereitet sein. Das bedeutet nicht nur, einen Lehrgang zum Thema Pilzesammeln zu besuchen. Sondern auch, sich entsprechend geschützt anzuziehen und im besten Falle einen Fachmann oder eine Fachfrau als Begleitung zu haben. Pilze wachsen zwar nicht in jedem Wald*, doch falls Gärtnerinnen und Gärtner welche finden, sehen sich giftige und ungiftige Pilze oftmals so ähnlich, dass nur wirkliche Profis den Unterschied erkennen.

In Deutschland wachsen unter anderem folgende giftige Pilze:

Besonders bekannt ist wohl der Fliegenpilz, der mit seinem roten Schirm und weißen Punkten nicht nur bezaubernd aussieht, sondern auch dazu einlädt, ihn zu ernten. Doch der Pilz enthält psychoaktive Substanzen und löst im Körper Vergiftungen aus. Das führt unter anderem zu Halluzinationen oder Muskelkrämpfen.

Giftpilze: Deswegen müssen Sie diese Exemplare meiden

Doch nicht nur der leicht zu identifizierende Fliegenpilz kann dem Körper schaden. Auch andere Waldpilze, die sich teilweise sehr ähnlich sehen, sind hochgiftig. So zum Beispiel der Grüne Knollenblätterpilz. Laut dem Südwest Rundfunk (SWR) ist er für die meisten tödlichen Pilzvergiftungen in Deutschland verantwortlich, denn seine giftige Wirkung zeigt sich erst nach etwa sechs Stunden. Besonders gefährlich ist die Vergiftung, da sich der Körper nach einer ersten Schwächewelle mit Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen kurz erholt, bevor dann ein zweites Gift aus dem Pilz tödliche Leberverletzungen verursacht.

Zu sehen sind vier gelblich-weiße Pilze der Sorte Grüne Knollenblätterpilze (Symbolbild).
Der Grüne Knollenblätterpilze verursacht Leberschäden (Symbolbild). © Ernst Weingartner / Imago

Der Kegelhütiger Knollenblätterpilz trägt ebenfalls einen eher ausgefalleneren Namen und passend dazu auch ein ausgefalleneres Äußeres. Er erinnert leicht an einen Champignon, hat aber deutlich längere Stiele. Die im Pilz enthaltenen Gifte wirken jedoch genauso stark wie die des Grünen Knollenblätterpilzes. Das Tüksiche dabei ist zudem, dass der Kegelhütiger Knollenblätterpilz ein Giftpilz ist, der mild schmeckt. Auch kleine Portionen setzen der Leber schon stark zu.

Zu sehen sind zwei Kegelhütige Knollenblätterpilze, die einen weißen Schirm und einen weißen, langen Stängel haben (Symbolbild).
Bitte nicht probieren: Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Symbolbild): © blickwinkel / Imago

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Giftpilze: Orangefuchsiger Raukopf und Karbolegerling

Der Orangefuchsige Raukopf sieht Pfifferlingen zum Verwechseln ähnlich und das macht ihn so gefährlich. Besonders gerne wächst er nämlich noch zwischen Trompetenpfifferlingen, sodass beim Pflücken ein besonders geschultes Auge gefragt hat. Er hat einen kleinen, orangefarbenen Schirm und schmeckt ähnlich wie die oben genannten Pilze auch mild und lecker. Zu Beginn merken Menschen also nichts von der tödlichen Wirkung. Noch schwieriger wird es, da die Symptome erst nach zwei Tagen auftreten. Die Ursache der Vergiftung kommt also oftmals nicht ans Tageslicht.

Zu sehen ist ein orangefarbener Pilz inmitten von braunen Herbstblättern (Symbolbild).
Der Orangefuchsiger Raukopf ähnelt Pfifferlingen (Symbolbild). © NEVEU P/HorizonFeatures/Leemage HZ33822 / Imago

Zu guter Letzte sollte auch der Karbolegerling nicht unerwähnt bleiben. Der Giftpilz sieht dem normalen Champignon sehr ähnlich und trägt deswegen auch den Namen Gift-Champignon. Gelangt er in kochendes Wasser, riecht es stark nach Desinfektionsmittel. Das liegt am in ihm enthaltenen Phenol, das unter anderem krebserregend ist. Essen Gärtnerinnen und Gärtner den Pilz versehentlich, merken sie es sehr rasch: Erbrechen und Durchfall treten kurz danach ein.

Zu sehen sind zwei weiße Karbolegerlinge vor braunem Herbstlaub (Symbolbild).
Karbolegerling ähneln Champignons (Symbolbild). © blickwinkel / Imago

Pilzesammeln ist also eine gar nicht so ungefährliche Angelegenheit, weswegen sich Gartenfans immer professionelle Hilfe dazuholen sollten. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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