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Pilze sammeln im Herbst: Vorsicht vor radioaktiv belasteten Pilzen

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Von: Laura Knops

Auch Jahrzehnte nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl ist beim Pilzsammeln Vorsicht geboten. Besonders in Regionen in Süddeutschland messen Experten immer wieder kritische Werte.

München – In den vergangenen Jahrzehnten warnten Experten immer wieder vor radioaktiver Belastung bei Pilzen. Auch in diesem Jahr weist das Bundesamt für Strahlenschutz erneut auf radioaktiv belastete Pilze hin. Denn obwohl das Reaktorunglück von Tschernobyl bereits 35 Jahre zurückliegt, sind die Folgen für die Umwelt immer noch spürbar. Pilzsammler sollten gerade im Süden Deutschlands daher mit besonderer Vorsicht vorgehen. Was Gartenfreunde jetzt beachten müssen und welche Pilzarten Sie besser stehen lassen, erfahren Sie hier.

Pilze sammeln im Herbst: Vorsicht vor radioaktiv belasteten Pilzen

In einer aktuellen Mitteilung macht das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) heimische Pilzsammler auf radioaktive Belastung aufmerksam. Besonders Regionen in Süddeutschland weisen laut aktuellem Pilzbericht erhöhte Mengen des radioaktiven Isotops Cäsium -137 auf.

Obwohl die Strahlenbelastung seit der Reaktorkatastrophe vor 35 Jahren deutlich zurückgegangen ist, messen Experten immer wieder bedenkliche Werte von rund 4000 Becquerel. Nehmen Verbraucher etwa 200 Gramm Pilze mit einer Belastung von 3000 Becquerel Cäsium -137 pro Kilogramm zu sich, hat das eine Belastung von 0,008 Millisievert zur Folge. Zum Vergleich: Der Körper wird bei einem Flug von Frankfurt nach Gran Canaria einer ähnlichen Strahlenbelastung ausgesetzt.

Eine Frau hält frische Steinpilze in der Hand (Symbolbild).
Obwohl die radioaktive Belastung bei Pilzen sehr gering ist, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder vereinzelt Strahlung nachgewiesen (Symbolbild). © Epiximages/Imago

Pilze sammeln im Herbst: Nicht alle Sorten gleichermaßen betroffen

Grundsätzlich geht das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zwar davon aus, dass der Verzehr einer kleinen Menge belasteter Pilze nicht direkt schädlich ist. Trotzdem empfiehlt das Umweltbundesministerium, wöchentlich nicht mehr als 250 Gramm Wildpilze zu sich zu nehmen, um eine unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden.

Auch Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl gelangt das radioaktive Cäsium in die Umwelt. Doch nicht alle Pilzarten sind dabei gleichermaßen betroffen. So sollten sich Gartenfreunde vor der Pilzsuche über stärker belastete Sorten informieren und diese im Zweifel lieber im Wald stehen lassen.

Während Pilzarten wie der Blutende Waldchampignon, Mönchskopf, Riesenporling, Safran-Riesenschirmling, Schopftintling und Zuchtchampignons als unbedenklich gelten, weisen folgende Pilzarten nicht selten höhere Cäsium-Werte auf:

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Pilze sammeln im Herbst: Belastete Regionen in Süddeutschland

Während nicht nur einige Pilzarten häufiger betroffen sind als andere, scheint es auch regionale Unterschiede zu geben. So sind Pilze aus Regionen, die nach der Atomkatastrophe mit überdurchschnittlich viel Cäsium zu kämpfen hatten, in der Regel stärker belastet.

Laut Pilzbericht handelt es sich dabei auch in diesem Jahr um Gebiete im Süden Bayerns wie der Bayerische Wald, das Osnabrücker Land, sowie Teile zwischen Hannover und Göttingen, entlang der Elbe zwischen Schwerin und Magdeburg und bei Lübeck*. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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