1. 24garten
  2. Gesund ernähren

Functional Food: Darum ist es nicht für jeden geeignet

Erstellt:

Von: Anna Katharina Küsters

Zu sehen sind drei Gläser auf einem Tisch, die alle gefüllt sind mit Joghurt und ein Topping aus Erdbeeren, Himbeeren oder Blaubeeren haben (Symbolbild).
In so manch einem Joghurt stecken probiotische Zusätze (Symbolbild). © Michael Bihlmayer / Imago

Functional Food verspricht viel, doch wie viel es hält, ist bisher nicht nachweisbar. Zudem dürfen es je nach Ausrichtung nicht alle Menschen essen.

Erlangen – Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Lebensmittel, die nicht nur satt machen und lecker schmecken, sondern auch noch eine Extraportion Gesundheit mitbringen. Sie laufen unter dem Oberbegriff Functional Food und versprechen beispielsweise ein Plus an sekundären Pflanzenstoffen oder Zugaben wie Aloe Vera und Ginseng. So gesund sie sein mögen, so müssen Verbraucherinnen und Verbraucher doch beim Einkauf genau hinschauen. Denn teilweise führen die Beschreibungen auf Functional Food in die Irre.

Functional Food: Das steckt hinter dem angepriesenen, gesunden Essen

Functional Food bedeutet übersetzt so viel funktionelle Lebensmittel und ist kein rechtlich definierter Begriff. Das macht es schwer, das Ganze einzugrenzen. Grundsätzlich lässt sich laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aber festlegen, dass es Lebensmittel sind, die „über ihre Ernährungsfunktion hinaus gesundheitlich bedeutsame, physiologische Parameter langfristig und gezielt beeinflussen sollen.“ Einfach gesagt sind es also Lebensmittel, die ein gewisses Extra haben.

Darunter fallen sowohl diätische Lebensmittel als auch normale Lebensmittel. Dabei dürfen Hersteller auf der Verpackung jedoch nur das anpreisen, was auch wirklich enthalten ist. Aussagen wie „enthält Ballaststoffe“ oder „mit extra viel Koffein“ dürfen laut Gesetz nur auf der Verpackung stehen, wenn die Inhaltsstoffe auch bis zu einem gewissen Grad in den Lebensmitteln vorhanden sind. Das Problem ist aber, dass oftmals nicht nachgewiesen ist, ob die Zusatzstoffe tatsächlich einen positiven Effekt auf den Körper haben. Außerdem ist sehr oft unklar, welche Wechselwirkungen beispielsweise sekundäre Pflanzenstoffe mit anderen Inhaltsstoffen in Lebensmitteln haben. Beim Einkauf sollten Gartenfreunde also besser zweimal hinschauen, bevor sie zu dem angepriesenen Produkt greifen.

Functional Food: Das wird hinzugegeben

Die Zusätze in Lebensmittel sind beim Functional Food verschieden. Hauptsächlich ist Functional Food in folgender Form zu kaufen:

Laut dem LGL enthalten cholesterinsenkende Lebensmittel häufig sogenannte Pflanzensterine, also zusätzlich zugesetzt sekundäre Pflanzenstoffe. Sie tragen auch den Namen Phytosterinen und kommen zum Beispiel in Milchprodukten, Margarine und Brot vor. Vorweg sei gesagt, dass gesunde Menschen mit normalem Cholesterinspiegel diese Produkte nicht essen sollten. Menschen mit hohem Cholesterinspiegel können jedoch bis zu einem gewissen Grad von diesem Functional Food profitieren. Denn bei regelmäßigem Verzehr von Pflanzensterinen sinkt der oft als schädlich betitelte LDL-Cholesterinspiegel. Die tägliche Menge von drei Gramm dürfen dabei jedoch nicht überschritten werden. Wer mehr davon zu sich nimmt pro Tag, schadet seiner Gesundheit.

Noch mehr spannende Garten-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

Functional Food: Ballaststoffe und ACE-Säfte

Probiotika in Milchprodukten wie beispielsweise Joghurt wirken sich im Darm positiv aus. Das funktioniert aber nur, wenn sie regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Denn die zugeführten Bakterien bleiben nur temporär im Darm und wirken dann nur vorübergehend. Einen Einfluss auf das Immunsystem oder andere gesundheitsfördernde Wirkungen sind wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Ähnlich wirken auch sogenannte Präbiotika, also zugesetzte Ballaststoffe. Gartenfreunde, die jedoch genügend Gemüse essen, brauchen solche Ballaststoff-Zusätze nicht*.

Sogenannte ACE-Säfte sind mit Vorsicht zu genießen. Denn Getränke, denen Vitamin A, C und E zugesetzt sind, können laut Bundesinstitut für Risikobewertung (Bfr) bei regelmäßigem Verzehr sogar das Risiko erhöhen, an Lungenkrebs zu erkranken.

Im Grunde braucht der Körper kein Functional Food, sondern eine ausgewogene Ernährung. Wer etwa viel Gemüse und Obst isst und regelmäßig Hülsenfrüchte, Nüsse sowie Milchprodukte und Eier in Maßen zu sich nimmt, ist mit allen notwendigen Nährstoffen wie Ballaststoffe gut versorgt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant